Musterdepots: Das Verlustrisiko ist so hoch wie selten

Musterdepots: Das Verlustrisiko ist so hoch wie selten

, aktualisiert 21. Februar 2017, 20:04 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Die Dax-Anleger haben viel Vertrauen in steigende Kurse – zu viel, findet Georgios Kokologiannis. Ein Indikator zeigt, weshalb Anleger ihren Optimismus zügeln müssen. Die Musterdepots im Überblick.

Das Verlustrisiko am deutschen Aktienmarkt ist so hoch wie selten zuvor. Darauf deutet ein Indikator der Beratungsfirma Sentix hin, die Daten zum Anlegerverhalten analysiert und daraus Schlüsse für die Börsenentwicklung zieht. Der „Overconfidence Index“ für den Dax sei nicht mehr weit von seinem theoretischen Maximum entfernt, warnen die Experten

Seit 2011 ist dies nur fünf Mal geschehen. Danach sei es aber stets zu einer Erschöpfung der Rally gekommen – oder zu einem starken Kursrückgang. Hohe Indexwerte zeigen an, dass Anleger dazu tendieren, übermäßige Positionen aufzubauen. Nach einem solchen Warnsignal habe der Dax in der Vergangenheit im Schnitt 3.7 Prozent über die nächsten zwölf Wochen verloren.

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Daher sollte dieses Vorzeichen nach Einschätzung der Fachleute von Sentix ernst genommen werden. Gerade auch unter Berücksichtigung eines aktuell fallenden Grundvertrauens der Anleger in Aktien - trotz weiter steigender Kurse. Zuletzt haben sie den deutschen Leitindex auf ein neues Jahreshoch bei knapp 12.000 Punkten getrieben.

Das Musterdepot ist derzeit auf ein Auslaufen der zweitlängsten Börsenrally aller Zeiten ausgerichtet. Selbst gegen eine kräftigere Korrektur ist das Portfolio vollständig abgesichert. Mehrere Reverse-Bonuszertifikate kompensieren in diesem Szenario die Verluste anderer Positionen.

Davon scheinen die meisten Investoren derzeit nicht auszugehen. Darauf zeigt etwa der Blick auf ein spezielles Barometer: Der VStoxx-Index misst die von Investoren erwartete Nervosität am europäischen Aktienmarkt und ist bis in das unterste Fünftel seiner langjährigen Handelsspanne gesunken.


Nicht jede politische Nachricht weckt den „Schwarzen Schwan“

Viele Anleger machen unserer Meinung aktuell den Fehler, vor lauter Risiken die Chancen zu übersehen. Auch wir sehen aktuell mehr Gründe für einen Börsenabschwung als eine zweite 1000 Punkte Rally im Dax. Dennoch bleiben wir mit 43 Prozent vom Portfolio in Aktien investiert. Denn wir sehen nicht hinter jeder politischen Nachricht einen potentiellen „Schwarzen Schwan“, der die Aktienkurse einbrechen lassen könnte.

Die vielen Herausforderungen in Europa mit den anstehenden Wahlen, Zweifel an einem Zusammenhalt Europas und dem Euro oder durch eine unglückliche Handlung des US-Präsidenten sind schwer und könnten auch einen kleinen „Schwarzen Schwan“ verursachen. Gleichwohl werden nach unsere Ansicht qualitative gute Aktien relativ solide durch einen Börsenabschwung gehen. Viele exportstarke Unternehmen konnten Ihre Gewinne aufgrund des schwachen Euros steigern, welche erst in den kommenden Quartalsergebnissen sichtbar werden.

Im Laufe der Woche dürften die wichtige Konjunkturdaten wie den Ifo-Geschäftsklimaindex geben und Geschäftsberichte von großen Dax-Konzernen, unter anderem von Bayer, Henkel und BASF die Börsen eine Richtung geben. Alles solide Aktienwerte, welche wir als Einzeltitel in unserem Portfolio aktuell nicht haben.


Wirtschaft der Euro-Zone schaltet im Februar einen Gang hoch

Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone ist unerwartet stark ausgefallen. Dies geht aus der aktuellen Umfrage des Londoner Wirtschaftsdatenanbieters Markit unter 5000 Unternehmen aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor hervor. Das breit beachtete Barometer stieg im Februar um 1,6 auf 56,0 Punkte. Dies ist der höchste Stand seit 70 Monaten. „Die Euro-Zone hat im Februar einen Gang hochgeschaltet“, - kommentierte der Chef-Volkswirt von Markit Chris Williamson.

Das gute Umfrageergebnis wurde in der ersten Linie von Daten aus Deutschland und Frankreich gestützt. Obwohl ein klarer Anstieg des Barometers für Deutschland ebenfalls eine positive Überraschung darstellt, verdient vor allem die positive Nachricht aus Frankreich – der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone – eine besondere Aufmerksamkeit. Dies könnte eine neuen positiven Impuls für die ganze Eurozone geben.

Die Markit Volkswirte gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung der Währungsunion im ersten Quartal um 0,6 Prozent wachsen könnte, und schließen eine höhere Dynamik in den nächsten Monaten nicht aus. Die aktuelle Ausgangslage sieht tatsächlich nicht schlecht aus: Die Industrieunternehmen verzeichnen einen Boom der Auftragseingänge und bauen das Personal so kräftig auf wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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