Musterdepots: Die Fed steht sich selbst im Weg

Musterdepots: Die Fed steht sich selbst im Weg

, aktualisiert 22. September 2016, 17:54 Uhr
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Sönke Niefünd

Quelle:Handelsblatt Online

Die Geldpolitik der Fed ist nicht nachvollziehbar, meint Depotstratege Georgios Kokologiannis. Auf dem Aktienmarkt sorgte sie derweil für Jubel. Und Alexander Kovalenko mahnt eindringlich zur privaten Altersvorsorge.

Die Börsen haben mit Aufschlägen auf die Bestätigung des Zinsniveaus durch die US-Notenbank reagiert. Nach der Bank of Japan (BoJ) hat damit auch die Fed mit ihrem Stillhalten den Erwartungen der Märkte entsprochen.

Somit dürfte die weiterhin expansive Geldpolitik für steigende Aktienkurse sorgen. Jedoch haben die Notenbanker um Janet Yellen Signale für eine Zinserhöhung im Dezember gesendet. Wir gedulden uns weiter und bauen noch keine weiteren Aktienpositionen auf.

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In unserem Portfolio hat sich die Airbus-Aktie auf erfreuliche Art und Weise entwickelt. Im Detail sehen die Werte wie folgt aus: Environment (E) = 94,1, Social (S) = 85,2 und Governance (G) = 83,6. Das ergibt einen Gesamt-ESG-Wert von 84,8. Die US-Behörden erteilten dem europäischen Hersteller und seinem amerikanischen Erzrivalen Boeing jüngst entsprechende Exportlizenzen zur Lieferung von Passagierflugzeugen in den Iran. Airbus-Aktien notierten um 3,35 Prozent fester.

Der Goldpreis konnte einen Großteil seiner Vortagesgewinne verteidigen und notierte in der Nähe eines Dreiwochenhochs. Diese Entwicklung bestätigt unser jüngstes Engagement in Gold. Weiter aufwärts ging es mit den Ölpreisen, da die wöchentlichen US-Lagerdaten bereits die dritte Woche in Folge sanken. Am Devisenmarkt litt der Dollar weiter unter der Bestätigung des Zinsniveaus durch die US-Notenbank. Bei Kursen von 1,15 sehen wir gute Chancen für ein US-Dollar-Engagement.


Der richtige Zeitpunkt

Während die meisten Experten noch Anfang dieses Jahres mit vier US-Leitzinserhöhungen für 2016 gerechnet haben, wurde an dieser Stelle immer wieder geschrieben, dass eine richtige Zinswende frühestens nach den Präsidentschaftswahlen im November umgesetzt wird. 

Schon seit vergangenem Herbst lautete meine Einschätzung: Fed-Chefin Janet Yellen wird sich davor hüten, durch eine restriktivere Geldpolitik die Wahlchancen der Demokraten von Barack Obama zu konterkarieren, dem sie ihr Amt zu verdanken hat. Und: Dass sie versuchen wird, unter immer neuen Vorwänden den nächsten Erhöhungsschritt auf den Sankt-Nimmerleinstag hinauszuzögern.

Nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank sehe ich mich in meiner Einschätzung bestätigt: Einmal mehr haben die Währungshüter in den USA entschieden, den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent zu belassen. Um keine Unruhe an den Kapitalmärkten zu riskieren, opfert Yellen die Glaubwürdigkeit der weltweit mächtigsten Finanzmarktinstitution.

Die Fed-Vorsitzende signalisierte am Mittwochabend, nun im Dezember zur Tat schreiten zu wollen – aber natürlich nur dann, falls auch die nächsten Konjunkturdaten eine „Zinswende“ rechtfertigten. Dabei hat die Geldpolitik ihre vorgeblichen Ziele längst erreicht: Am Jobmarkt herrscht Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,9 Prozent gesunken – damit sogar unter den Sollwert der Fed – und die Kernrate der Verbraucherpreisinflation liegt am angestrebten Niveau von zwei Prozent.

Einer weiteren Normalisierung steht die Fed selbst im Weg: Denn statt in die Realwirtschaft fließt das viel zu billige Notenbankgeld mit der Aussicht auf noch ein paar Monate risikoloser Rendite in die Anlagemärkte – und bläht dort Aktien- und Anleihepreise noch weiter auf.


Vorsorge ist heute Pflicht!

Bei unseren Kommentaren weisen wir regelmäßig darauf hin, dass die deutschen Anleger falsche Angst Aktien als Anlageklasse haben. Die kurzfristige Volatilität wird als Hauptmerkmal wahrgenommen und das langfristig sehr attraktive Chance-/Risikoprofil in den Schatten gestellt.

Trotz eines Niedrig- und mittlerweile sogar Negativzinsumfeldes lassen die Anleger nach wie vor einen unverhältnismäßig hohen Anteil ihres Vermögens auf Sparbüchern oder Bankkonten liegen. Solch ein Verhalten kann für ältere Personen, die das Geld vor allem selbst in naher Zukunft brauchen, rational sein.

Für die Anleger in der aktiven Aufbauphase des Vermögens kann dies jedoch dazu führen, dass das langfristige Renditepotential verlorengeht und keine effektive Altersvorsorge stattfindet. Nun wird unsere These von einer aktuellen Studie der Allianz bestätigt, die in den Medien derzeit breit diskutiert wird. „Vermeintlich sichere Anlagen wie Bundesanleihen sind nicht mehr sicher, sie gefährden vielmehr den Vermögensaufbau“, so die Verfasser der Studie.

Die aktuellen makroökonomischen und demografischen Entwicklungen in Deutschland lassen mit einer hohen Wahrscheinlichkeiten darauf schließen, dass das aktuelle staatliche Rentenniveau in Zukunft nicht gehalten werden kann. Man braucht unbedingt eine vernünftige private Altersvorsorge, wenn man sein Lebensniveau auch im Rentenalter genießen möchte. Ein signifikanter Aktienanteil am Gesamtvermögen ist dabei unseres Erachtens unverzichtbar!

Quelle:  Handelsblatt Online
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