Musterdepots: Die politische Großwetterlage bleibt schwierig

Musterdepots: Die politische Großwetterlage bleibt schwierig

, aktualisiert 13. Februar 2017, 18:29 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Politische Turbulenzen überschatten derzeit die Entwicklung auf den Märkten. Dennoch gibt es Titel, die sich für einen Einstieg eignen. Etwa in Südeuropa – empfiehlt zumindest der Chefstratege eines unserer Musterdepots.

FrankfurtIn gut einem Monat endet die Laufzeit meines Reverse-Bonuszertifikat auf den europäischen Auswahlindex Euro Stoxx 50 (WKN PB3CJE). Dieses Derivat profitiert von fallenden, stagnierenden und sogar von leicht steigenden Kursen. Mitte März wird pro Zertifikat ein Betrag von 28 Euro zurückgezahlt, solange der Index bis dahin niemals die Marke von 3450 Punkten erreicht.

Gegenüber dem derzeitigen Stand von 3280 Zählern müsste der Euro Stoxx 50 noch weitere fünf Prozent steigen, um diese Marke zu überwinden. Zuletzt notierte der Index Ende 2015 auf solch einem Niveau.

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Aktuell liegt das Bonusprodukt seit dem Kauf rund zehn Prozent im Plus. Sollte der Rückzahlungsbetrag von 28 Euro erreicht werden, kämen weitere rund fünf Prozent Gewinn hinzu. Sollte die Barriere gerissen werden, wäre es ein Verlustgeschäft.


Südeuropa und Österreich im Fokus

Seitdem die globalen Aktienmärkte im März 2009 eine Wende nach dem Einbruch 2008 geschafft haben, haben sich viele wichtige Indizes sehr erfolgreich entwickelt. Dies betrifft vor allem den US-amerikanischen S&P 500, welcher sich seit dem 31. September 2009 mehr als verdreifacht hat, wenn man die Dividendenausschüttungen mitrechnet. Aber auch der deutsche DAX 30 hat in der Zeitperiode eine Performance von über 180 Prozent verzeichnet. Auf der anderen Seite gibt es einige europäische Aktienmärkte, welche bei weitem nicht so gut gelaufen sind, wie zum Beispiel Italien, Portugal, Spanien oder Österreich.

Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Bei den südeuropäischen Staaten war es vor allem die europäische Schuldenkrise sowie politische Turbulenzen, welche die jeweiligen Indizes ab 2011 stark belastet haben. Für Österreich wurde aufgrund der verhängten Russland-Sanktionen die wirtschaftliche Nähe zu Russland zum Verhängnis. Die erwähnten Märkte weisen dementsprechend aktuell eine signifikante Unterbewertung auf, vor allem relativ zu den gut gelaufenen Indizes.

Für wertorientierte Investoren sind sie durchaus interessant, denn die Kapitalmarkthistorie besagt, dass unterbewertete Titel und Märkte über ein überdurchschnittliches Potential für die nächsten Jahre verfügen. Dies läuft natürlich nicht ohne Risiko, denn die Unterbewertung entsteht nicht einfach so, sondern aufgrund diverser objektiver Faktoren. Diejenigen, die bereit sind, in unbeliebte Assets antizyklisch zu investieren, kassieren aber in der Regel in den Folgejahren überdurchschnittliche Risikoprämien.

Aus diesen Gründen finden wir derzeit die südeuropäischen Märkte oder auch Österreich langfristig interessant. Der Anteil von europäischen Aktien in jeweiligen Depots hängt stark vom Risikoprofil und individuellen Umständen der Anleger ab und kann nicht generalisiert werden. Unser „VSAK - Value Europa“-Wikifolio stellt ein Beispiel eines reinen Aktienportfolio aus maximal 15 europäischen Einzeltiteln dar, welches in der jeweiligen Proportion zu unterschiedlichen Depots beigemischt werden kann. Die Einzelpositionen werden auf der Basis eines hausintern entwickelten Modells selektiert.


Politische Herausforderungen

Die sehr guten Vorgaben aus Amerika haben die europäischen Aktienmärkte aufgenommen und bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Der DAX notiert oberhalb von 11.700 Punkten, sodass wir in unserem Musterdepot vorhandene Gewinne weiterhin laufen lassen.

Gleichwohl – die Herausforderungen in den nächsten Monaten werden nicht weniger in Europa. Großbritannien verlässt die EU, die Niederlande, Frankreich und Deutschland wählen. Die Politik dürfte 2017 mehr denn je das Wohl und Wehe an den Kapitalmärkten bestimmen.

Aber auch eine expansivere US-Fiskalpolitik und Liquiditätskrisen bei italienischen Banken und in Griechenland werden die Kapitalmärkte 2017 beeinflussen. Wir sehen den Aktienmarkt zwar langfristig positiv, erwarten jedoch in 2017 eine erhöhte Volatilität im DAX, welche uns in den nächsten Monaten immer wieder Einstiegsmöglichkeiten bieten dürfte. Mit der vorhandenen Liquidität und unserer Xetra-Gold-Position sind wir gerüstet und bewahren die Ruhe.

Wir erwarten, dass der Goldpreis sich im Laufe des Jahres auf 1350 bis 1500 US-Dollar erholen könnte – aktuell notiert die Feinunze bei 1.230 US-Dollar. In Deutschland ist es zum Beispiel auch Versicherungsgesellschaften erlaubt, im Rahmen der Rohstoffquote bis zu fünf Prozent Xetra-Gold für ihr gebundenes Vermögen zu erwerben. Diese setzen so wie wir in unserem Privatbank-Musterdepot auf eine „Portfolio-Versicherung“.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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