Musterdepots: Die quälende Zinsfrage

Musterdepots: Die quälende Zinsfrage

, aktualisiert 19. September 2016, 17:23 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Keiner der Musterdepot-Autoren rechnet mit einer Zinserhöhung der Fed. Auch Georgios Kokologiannis nicht. Der Handelsblatt-Autor beschreibt allerdings, was passieren könnte, sollte die Fed für eine Überraschung sorgen.

Experten zufolge dürfte die US-Notenbank Fed bei ihrer Sitzung des Offenmarktausschusses diese Woche beschließen, die Leitzinsen zum sechsten Mal hintereinander unverändert belassen. Das ist das Ergebnis einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen. Auch Investoren an den Terminmärkten taxieren die Wahrscheinlichkeit für höhere Zinsen, die seit Dezember vergangenen Jahres in einer Spanne von 0,25 und 0,5 Prozent liegen, als äußerst gering – bei nur zwölf Prozent.

Während also trotz der zuletzt widersprüchlichen Aussagen von Fed-Vertretern eine anhaltend expansivere Geldpolitik nahezu vollständig in den Börsenkursen eingepreist ist, dürfte eine unerwartete Straffung am Donnerstag zu einem kräftigen Kurseinbruch bei Dax & Co. führen. Der deutsche Leitindex sollte in diesem Szenario wieder nachhaltig in den vierstelligen Kursbereich zurückfallen.

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Auf dem falschen Fuß erwischt werden dürften dann auch die meisten deutschen Privatanleger, die am Aktienmarkt aktiv sind: Einer Umfrage der Börse Stuttgart zufolge empfindet eine große Mehrheit der befragten Investoren hierzulande die Geldpolitik der Europäischen  Zentralbank wie auch der Fed als wichtigen Einflussfaktor. Sowohl über den anstehenden Sitzungstermin der Fed als auch die Zins-Erwartungen der Experten sollten die hiesigen deutsche Börsianer also gut informiert sein. Entsprechend dürften die meisten Wertpapierportfolios derzeit auf eine ungebremste Liquiditätsflut ausgerichtet sein.


Sönke Niefünd: Bank-Aktien meiden

Nach den deutlichen Verlusten in der Vorwoche sind die europäischen Börsen mit Gewinnen in die Woche gestartet. Anleger setzen darauf, dass die Bank of Japan wie auch die US-Notenbank am Mittwoch die Argumente für Aktienkäufe liefern. Die Aktien der Deutsche Bank haben zunächst einen Boden gefunden. Übergeordnet leiden sie weiter unter der hohen Forderung des US-Justizministeriums von 14 Milliarden US-Dollar.

Daneben leiden Versicherer ebenso wie die Banken deutlich unter der Nahe-Nullzins-Politik von EZB-Präsident Mario Draghi. Diese setzt die Ergebnisse aus Anlagen in Anleihen unter Druck. Nur ein Argument von vielen, warum wir Bank-Aktien im Portfolio meiden.

Freundlich präsentieren sich Europas Kreditmärkte am Montag. Die Risikoaufschläge bei festverzinslichen Wertpapieren kommen zurück. Auch in diesem Markt rücken die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank und der Bank of Japan in den Vordergrund. In beiden Fällen wird im Konsens erwartet, dass die jeweilige Geldpolitik bestätigt wird. Spannend könnte es dennoch werden: Die US-Notenbank veröffentlicht ihre Zinsprognose, während die Bank of Japan eine umfassende Bewertung ihrer Geldpolitik veröffentlichen wird.


Alexander Kovalenko: US-Aktienmarkt nicht ignorieren

Das „Social Trading“-Depot hat einen klaren Fokus auf europäische Aktien. Dies wird zu 70 Prozent über Einzeltitel und zu etwa 18 Prozent über wikifolio-Zertifikate realisiert. Die verbleibenden zwölf Prozent sind in das „Dogs of the Dow Low Five“-wikifolio von Thomas Riepl sowie in das „ETF-Werte des ICAX“-wikifolio von Uwe Freier investiert und bilden unser Exposure in der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA. Ein US-Exposure zwischen zehn und 15 Prozent stellt eine strategische Position dar und wird seit Auflage des Musterdepots gehalten.

Die Produktivität, die Flexibilität und die Innovationskraft der US-amerikanischen Volkswirtschaft geben zusammen mit einem Niedrigzinsumfeld einen Schub für die Aktienmärkte jenseits des Atlantiks. Die makroökonomischen Daten sprechen für eine weiterhin günstige Konjunktur. Die Beschäftigung sowie die Erwerbsquote steigen, die Arbeitslosenquote bleibt unter fünf Prozent, was für den Konsumsektor wichtig ist. Die gestiegenen Stundenlöhne wirken ebenfalls stimulierend auf die Konsumausgaben.

Gleichzeitig bleibt die US-Konjunktur nicht überhitzt und die Inflation unter dem Zielwert von zwei Prozent, was eine eventuelle Zinserhöhung seitens der Fed verzögern würde. Der US-Aktienmarkt ist zwar nicht günstig, im globalen Kontext jedoch zu wichtig, um ignoriert zu werden.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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