Musterdepots: Ein neuer US-Präsident und eine alte Börsenweisheit

Musterdepots: Ein neuer US-Präsident und eine alte Börsenweisheit

, aktualisiert 22. Januar 2017, 19:09 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Ab dem kommenden Monat könnte es an der Wall Street deutlich abwärts gehen, bevor danach bis zum Sommer neue Rekordstände markiert werden. Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis bereitet sein Depot darauf vor.

Historische Kursmuster zeigen: Ab dem kommenden Monat könnte es an der Wall Street zunächst deutlich abwärts gehen mit den Aktienkursen, bevor danach bis zum Sommer neue Rekordstände markiert werden. Das geht aus einer Analyse von Bank of America Merrill Lynch hervor.

Nach der Amtsübernahme eines US-Präsidenten sei der Leitindex S&P 500 in der Vergangenheit im Februar um durchschnittlich 3,8 Prozent gefallen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung an die Kunden des Geldhauses. Von März bis Juli im ersten Jahr einer neuen Präsidentschaft kletterte das Börsenbarometer anschließend im Mittel um knapp 7,9 Prozent.

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Differenziertere Betrachtungen zeigen allerdings, dass es von entscheidender Bedeutung für die mittelfristige Entwicklung an den Aktienmärkten ist, ob ein Demokrat oder ein Republikaner ins Weiße Haus einzieht: Zwar gelten die Republikaner als markt- und unternehmerfreundlicher als die Demokraten. Doch Analysen von Fidelity International haben ergeben, dass sich die Börsen unter demokratischer Präsidentschaft jährlich im Mittel um fast zehn Prozent besser schlagen.

Aktuell hat sich nach der ersten Begeisterung an der Börse über Donald Trumps Wahlsieg im November inzwischen Skepsis breitgemacht: Die wichtigsten Leitindizes treten unweit ihrer Allzeithochs auf der Stelle. Auch bei fast allen früheren Machtwechseln zugunsten von Republikanern ging es in den ersten Monaten aufwärts mit den Notierungen. Anschließend aber drehte der Trend - sowohl unter Eisenhower, Nixon, Reagan und auch G.W. Busch.


Gewinnmitnahmen werden zunehmen

Seit Freitag ist Donald Trump der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. In den ersten 100 Tagen einer neuen Präsidentschaft werden traditionell die wichtigsten politischen Änderungen angestoßen. Trumps Änderungen dürften drastisch ausfallen und somit auch die Kursausschläge an den Aktienmärkten wieder intensiver werden.

Rechtzeitig zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten hat die Weltbank ihre aktuelle Prognose zum amerikanischen Wirtschaftswachstum vorgestellt. Sollte Donald Trump seine Steuersenkungspläne umsetzen, sei ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent möglich. Im letzten Obama-Jahr wuchs die Wirtschaft nur um 1,6 Prozent.

Seit der Wahl Donald Trumps haben sich die einzelnen Branchen höchst unterschiedlich entwickelt. Die Branchen profitieren unterschiedlich stark von einer expansiven Geldpolitik und einer expansiven Fiskalpolitik, auch als Reflation bezeichnet.

Klassische Industriewerte wie die internationalen Mischkonzerne Untited Technologies oder 3M Co. haben sich seit dem Wahltag um mehr als zehn Prozent verteuert. Die geplanten Infrastrukturausgaben erhöhen die Nachfrage, welche sich erst in neun bis zwölf Monaten bemerkbar machen dürfte.

Die amerikanischen Finanzwerte haben im Hinblick auf steigende Zinsen und weniger strenge Regulierung mit mehr als 17 Prozent zugelegt. J.P Morgan, Bank of Amerika und Goldman Sachs haben mit einem Ergebnissprung das vierte Quartal 2016 abschließen können.

Die europäischen Automobilwerte wie BMW, Mercedes und auch Porsche haben starke Absatzsteigerungen zu verzeichnen. Selbst Volkswagen hat durch die Schlichtung des Dieselgate-Skandals Erfolge erzielen können. Dennoch könnten hiesige Autobauer – aufgrund des von Donald Trumps angedrohten 35-prozentigen Strafzoll für Autoexporte von Mexico in die USA – das Nachsehen haben. Alle Autohersteller haben Werke in Mexico, um den zweitgrößten Automarkt der Welt zu beliefern. Der Absatz dürfte dann in den USA deutlich zurückgehen.

Trump kündigte zudem einen härteren Kurs bei Preisverhandlungen für Medikamente für das staatliche Gesundheitsprogramm an. Die USA sind der mit Abstand wichtigste Markt für die Pharmaindustrie – sie erzielt dort 40 Prozent ihrer Umsätze. Die Aktien der Branchenriesen wie Novartis, Roche und Merck dürften je nach konkreter Ausgestaltung im Laufe des Jahres 2017 darauf reagieren.

Die Kurssteigerungen vom Dezember haben sich zwar nicht fortgesetzt. Viele Indizes sind im historischen Vergleich schon sehr hoch bewertet. Die Indizes konsolidieren auf hohem Niveau und viele Börsianer sind vorsichtiger geworden. Viele gute Nachrichten scheinen inzwischen in den Kursen eingepreist zu sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Gewinnmitnahmen im größeren Stil näher rücken, nimmt zu. Daher lautet unsere Devise: Gewinne weiter laufen lassen und einer Börsenkorrektur mit weiten Stopp-Loss-Positionen begegnen.


Zielmarke deutlich übertroffen

Das „Social-Trading“ Musterdepot stellt eine Kombination aus dem Aktienkernportfolio mit aktuell 15 Einzeltiteln und einigen ausgewählten Wikifolio-Zertifikaten von der innovativen Plattform Wikifolio.com dar. Die Einzeltitelauswahl basiert auf einem Value-geprägten Investmentprozess, das heißt, man investiert in unterbewertete Unternehmen mit einem guten Geschäftsmodell.

Bei der Selektion der Wikifolios nehmen wir die Strategien der jeweiligen Wikifolio-Manager unter die Lupe und versuchen, eine bestimmte Diversifikation auf der Strategie-Ebene zu erreichen. Unter dem Strich ist unsere Anlagestrategie langfristig ausgerichtet, transaktionsarm und sieht eine in der Regel hohe Investitionsquote vor. Im Hintergrund läuft jedoch ein Wertsicherungsmodell, welches normale Volatilitäten und Korrekturen zulässt und nur bei panikartigen Ereignissen, wie beispielsweise im Jahr 2008, eingreift.

Unser Ziel ist eine durchschnittliche Outperformance gegenüber der Benchmark von zwei bis drei Prozent pro Jahr. Bisher konnte diese Zielmarke deutlich übertroffen werden.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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