Musterdepots: Ein schwieriges zweites Halbjahr

Musterdepots: Ein schwieriges zweites Halbjahr

, aktualisiert 11. Juli 2016, 09:50 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Die Unkenrufe aus der Konjunktur mehren sich. Die Schwierigkeiten für das deutsche Wirtschaftswachstum scheinen nicht weniger zu werden. Musterdepotstratege Alexander Kovalenko nimmt sich die jüngsten Zahlen vor.

Die deutsche Konjunktur hat ein weiteres Warnsignal erhalten. Laut Informationen des Statistischen Bundesamtes, welche am Freitag veröffentlicht wurden, sind die Exporte im Mai um 1,8 Prozent zum Vormonat geschrumpft. Die Volkswirte haben dabei mit einem leichten Wachstum gerechnet.

Nach den negativen Daten aus der Industrieproduktion und bei den Auftragseingängen ist dies bereits ein dritter Hinweis darauf, dass eine merkliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal durchaus möglich ist. Es gibt bereits erste Expertenmeinungen, wonach das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in den letzten drei Monaten sogar gefallen sein könnte. Der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU gießt ein weiteres Öl ins Feuer der Pessimisten.

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Da Großbritannien für die deutschen Exporteure der drittgrößte Markt ist, erwarten sie einen signifikanten Rückgang der Ausfuhren auf die Insel – mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.  Ob dies Realität wird, werden wir in den nächsten Monaten erfahren.  Unser Portfolio blieb Anfang letzter Woche durch die Börsenturbulenzen  nicht unbetroffen, hat sich jedoch Ende der Woche wieder etwas erholt. Laut unseres Investmentprozesses ist es aktuell beinahe voll investiert.  


Erst Schock, dann Negierung, schließlich die Erkenntnis

Rund zwei Wochen ist es her, dass sich die Mehrheit der britischen Wähler für einen Austritt aus der EU entschieden hat. In Großbritannien findet seitdem eine politische Seifenoper statt, in der die wichtigsten Köpfe der Leave-Kampagne mittlerweile ihren Abschied von der politischen Bühne angekündigt haben und der Eindruck entsteht, dass die Brexit-Befürworter – vom eigenen Erfolg überrascht – keinen Plan haben, wie es nun mit dem Land weitergehen soll.

Als handlungsfähig hat sich bislang vor allem die Bank of England mit ihrem Gouverneur Mark Carney erwiesen. Die Zentralbank stellte eine baldige Lockerung der Geldpolitik in Aussicht und setzte den für schlechte Zeiten gedachten antizyklischen Kapitalpuffer für die Banken aus, damit diese mehr Kredite vergeben können.

Die Märkte haben auf diese Nachrichten reagiert, wie es schon häufig in der Vergangenheit zu beobachten war: Erst der Schock, dann die Negierung und schließlich die langsame Erkenntnis.

Nachdem der Dax am Freitagmorgen nach der Brexit- Entscheidung zunächst um 1.000 Punkte einbrach, setzte in der Folgewoche eine ordentliche Erholung ein, so dass ein Großteil der Verluste wieder aufgeholt wurde. In der darauffolgenden Woche kam es dann wieder zu Verlusten.

Ein ähnliches Verhaltensmuster war beispielsweise auch nach der Pleite von Lehman Brothers im September 2008 zu beobachten: Kursverluste am Tag der Nachricht, Erholung in den Folgetagen, dann ein erneuter Einbruch. Natürlich sind beide Ereignisse, Lehman und Brexit, nicht direkt miteinander vergleichbar, weil ihre ökonomischen Auswirkungen andere sind, dennoch zeigen diese Beispiele, wie Anleger unter Stress und Unsicherheit häufig reagieren.


Mit Bonuszertifikaten eine Wette gewonnen

Auch wenn absehbar ist, dass ein Teil meiner Reverse-Bonuszertifikate nicht weiter an Wert zulegen wird, halte ich einige Tage an dieser Position fest (WKN: PS77MY). Damit habe ich seit November darauf gesetzt, dass der Dax bis diesen Freitag nicht die Marke von 12.800 Punkten erreicht – und seitdem mehr als 16 Prozent Rendite generiert. Da es praktisch ausgeschlossen ist, dass die Wette noch verloren geht, notieren die Zertifikate bereits zu, Maximalwert.

Statt jetzt zu verkaufen, warte ich jedoch bis Ende kommender Woche. Dann erfolgt die planmäßige Ausbuchung und Rückzahlung durch den Emittenten: Das spart Transaktionsgebühren – bei den Musterportfolios betragen die immerhin ein Viertel Prozent der Anlagesumme.

 

Diese Absicherungsinstrumente haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das Musterportfolio deutlich stabiler entwickelt als Europas Aktienbörsen. Solche Zertifikate federn in Abwärtsphasen Verluste anderer Depotpositionen ab. Eine weitere Position an Dax-Reverse-Bonuszertifikaten hatte ich unmittelbar vor dem Brexit-Crash Ende Juni aufgebaut (WKN: DL05MU).

Auch diese Papiere notieren inzwischen bereits deutlich im Plus - mit einem Wertzuwachs von über 14 Prozent seit dem Kauf. Diese Derivate können maximal ein Plus von knapp 20 Prozent erreichen - und zwar selbst dann, wenn der deutsche Aktienmarkt bis zum Laufzeitende im kommenden März abstürzt oder nur noch seitwärts läuft. Einzige Bedingung: Der Dax darf bis dahin nie an der Marke von 11.800 Zählern kratzen, andernfalls drohen hier Verluste. 

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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