Musterdepots: Euphorie an den US-Märkten

Musterdepots: Euphorie an den US-Märkten

, aktualisiert 15. November 2016, 16:37 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Sönke Niefünd hat in diesen turbulenten Zeiten sich eine neue Aktie ins Depot gelegt. Dabei handelt sich um einen internationalen Pharmakonzern mit positiven Nachhaltigkeitswerten und hoher Dividendenrendite.

FrankfurtAm weltweit richtungsweisenden US-Aktienmarkt drohen nach der jüngsten Rally kurzfristig fallende Notierungen. Darauf deuten Indikatoren des Analysehauses Sentix, das Daten zur Gemütslage der Anleger untersucht und daraus Prognosen für den weiteren Verlauf an den Kapitalmärkten ableitet.

Demnach sei die Stimmung der Investoren an der Wall Street nach dem Wahlsieg Donald Trumps so euphorisch wie seit 2010 nicht mehr. Und in der Vergangenheit sei ein ähnliches Ausmaß an Optimismus ein Signal für eine Konsolidierung innerhalb der folgenden zwei Wochen gewesen, warnen die Sentix-Experten.

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Die gute Nachricht für Börsianer: Trotz des erwarteten Rücksetzers dürfte sich der Einschätzung der Fachleute der langfristige Aufwärtstrend fortsetzen. Denn zum einen steige parallel zur kurzfristigen Stimmungslage – dem sogenannten "Sentiment" – auch die strategische Grundüberzeugung der Anleger. Zum anderen hätten sich ausreichend viele Anleger noch nicht positioniert.

Die Schlussfolgerung der Analysespezialisten decken sich nur zum Teil mit meinen eigenen Einschätzungen, da ich inzwischen auch langfristig skeptisch gegenüber dem US-Aktienmarkt eingestellt bin. Alarmierend finde ich etwa, dass die Börsianer derzeit in ihrer Kaufpanik so agieren, als sei es ausgemachte Sache, dass Trumps geplante wirtschaftspolitische Experimente einen nachhaltigen Konjunkturboom auslösen.

Auch das aller Voraussicht nach demnächst weiter anziehende Zinsniveau in der bedeutendsten Volkswirtschaft der Welt scheint momentan niemanden mehr zu stören - und wird offensichtlich völlig ausgeblendet. Dabei waren es die praktisch kostenlose Notenbankliquidität und die extrem niedrigen langfristigen Zinsen, die seit knapp acht Jahren die zweitlängste Börsenhausse aller Zeiten befeuert haben.

Sollte sich der jüngste Renditesprung am Anleihemarkt fortsetzen, hätten defensive Anleger sehr wohl wieder eine zinstragende Alternative zu Aktieninvestments: Mittlerweile rentieren etwa zehnjährige US-Staatsanleihen wieder bei deutlich über zwei Prozent – Tendenz weiter anziehend. Für langfristig orientierte Neueinsteiger ist damit ein Engagement am Bondmarkt schon jetzt nicht uninteressant.


Solider Dividendenwert Roche

Wir kaufen für etwa 5 Prozent des Portfoliowertes den Schweizer Pharmakonzern Roche Holding zu 216,05 Euro. Die jüngste kleine Erholungsbewegung bei den Pharma-Aktien dürfte den Nachrichten aus den USA geschuldet sein. Der designierte US-Präsident Donald Trump gilt, anders als die Mitbewerberin Hillary Clinton, nicht als ein Befürworter niedriger Medikamentenpreise.

Roche ist ein weltweit agierendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Entwickelt werden Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Ophthalmologie und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Hinzu kommen die Bereiche der In-vitro-Diagnostik, gewebebasierte Krebstests und Diabetesmanagement.

Die Roche weist mit 3,8 Prozent eine solide Dividendenrendite, eine hohe operative Gewinnmarge sowie gute ESG-Werte auf. In den Bereichen Environment (E) = 95,14, Social (S) = 77,01 und Governance (G) = 83,95 dies ergibt einen Gesamt-ESG-Wert von 85,37.

Mit einer Marktkapitalisierung von 205,12 Milliarden US Dollar ist Roche weltweit auf dem zweiten Platz ihrer Branche. Die geschätzte Dividendenrendite für die nächsten zwölf Monate beträgt 3,8 Prozent, während der Durchschnittswert Pharmabranche mit drei Prozent tiefer liegt.

Der Langfrist-Chart bei Roche war in den vergangenen Jahrzehnten geprägt von längeren Auf- und Seitwärtsphasen. Am 4. November 2016 markierte die Roche ihr Jahrestief bei 204,8 Euro.

Der Schweizer Pharmakonzern hat für die ersten neun Monate ein Umsatzplus von wechselkursbereinigt vier Prozent auf 37,505 Milliarden Franken gemeldet. Zudem wurden die Ziele für das Gesamtjahr 2016 bekräftigt.

Die operative Gewinnmarge (EBIT) Roche ist mit 27% im Branchenvergleich überdurchschnittlich. Die Mitbewerber erzielten im Mittel nur eine EBIT Marge von 13%. Ein Grund dafür ist, dass auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 29 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente stehen.

In unserem ESG-Ansatz kann ein Einzeltitel innerhalb der vier Säulen Umwelt, Soziales, Unternehmensführung und Wirtschaftliches einen Score 0 bis 100 Punkte erhalten. Damit ein Einzeltitel für uns investierbar ist, muss dieser in jeder Säule einen Score von mindestens 65 Punkten aufweisen. Die Roche hat im ESG-Bereich folgende Werte: Environment (E) = 95,14, Social (S) = 77,01 und Governance (G) = 83,95 und ergibt einen Gesamt-ESG-Wert von 85,37.


Keine Bankaktien im Depot

In unserem Aktienkernportfolio befinden sich derzeit 15 Einzeltitel, welche auf Basis fundamentaler Kriterien selektiert werden. Mit dem schweizerischen Versicherer Baloise haben wir nur einen Vertreter der Finanzbranche im Portfolio.

Die Bankenaktien wurden von uns von Anfang an aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Dies hängt nicht mit den aktuellen Problemen der deutschen oder italienischen Institute zusammen, sondern mit der allgemeinen Undurchsichtigkeit der Bankbilanzen. Unseres Erachtens ist der Bewertungsspielraum der Bilanzkomponenten bei den Banken deutlich größer als bei den Unternehmen aus dem „realen“ Sektor.

Neben dieser Grundeinstellung gibt es aktuell einige Faktoren, welche die Profitabilität der Finanzinstitute mittelfristig weiterhin stark unter Druck setzen können. Dazu gehört in erster Linie ein dauerhaftes Niedrig- bzw. Nullzinsenumfeld, welches eine existenzbedrohende Herausforderung darstellt. Theoretisch könnten die Banken mit einer signifikanten Erhöhung der Gebühren bzw. der Einführung einer Negativverzinsung auf Girokonten kontern, was zum Teil bereits passiert.

Solange jedoch das Bargeld nicht abgeschafft wird, und dazu wird es hoffentlich in der nahen Zukunft nicht kommen, wird diese Strategie nicht unbegrenzt funktionieren. Außerdem gibt es bei den Banken ein Kostenreduktionspotential in Richtung Digitalisierung. Dies ist allerdings mit erheblichen sozialen Kosten verbunden und kann nicht kurzfristig realisiert werden.

Die Profitabilität der Banken wird unseres Erachtens solange unter Druck bleiben, bis das Null Zinsen – Wenig Wachstum – Null Inflation Umfeld zur Vergangenheit gehört. Da es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, könnten die nächsten Jahre für die Finanzinstitute schwierig werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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