Musterdepots: Ja zu Anleihen

Musterdepots: Ja zu Anleihen

, aktualisiert 07. Juli 2016, 16:50 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Musterdepotstratege Daniel Hupfer hat seine Zinsprognose für das Jahresende gesenkt. Dennoch hätten Anleihen mit einem guten Rating auch in der aktuellen Niedrigzinsphase ihre Berechtigung im Portfolio. Die Musterdepots.

FrankfurtAufgrund der durch den Brexit gestiegenen Unsicherheit an den Kapitalmärkten, den nur sehr moderaten Wachstumsaussichten sowohl in der Eurozone als auch weltweit und der anhaltend expansiven Geldpolitik der Notenbanken haben wir unsere Zinsprognosen für zehnjährige Bundesanleihen für das Jahresende 2016 um 40 Basispunkte auf 0,1 Prozent gesenkt.

Für zehnjährige US-Treasuries erwarten wir zum Jahresende ebenfalls niedrigere Renditen. Hier haben wir unsere Prognose um 60 Basispunkte auf 1,6 Prozent gesenkt. Auch der Blick über das Jahresende hinaus verheißt nur wenig Änderung am Zinsniveau.

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Sowohl in den USA als auch in Kerneuropa erwarten wir für die ersten Monate in 2017 nur einen sehr moderaten Zinsanstieg, der sich in der Bandbreite zwischen 0 und 20 Basispunkten bewegen sollte. Und dies auch nur, wenn sich die konjunkturelle Entwicklung dies- und jenseits des Atlantiks nicht weiter abschwächt.

Natürlich flammen jetzt wieder die Diskussionen auf, ob gut geratete Anleihen ihre Berechtigung in der Portfoliostruktur haben. Auf Basis der aktuellen Rahmenbedingungen beantworten wir dies eindeutig mit Ja. Wir sprechen uns im Portfoliokontext aktuell weiterhin dafür aus, Anleihen mit gutem Rating und längerer Duration beizumischen.

Die starke Aktienmarktvolatilität in den vergangenen Tagen und Wochen wurde im Portfoliokontext durch solche Beimischungen deutlich abgemildert. Aktuell halten wir unter anderem Anleihen von Bayer, BNP, Deutsche Lufthansa und Otto sowie über ETFs Anleihen vom Staat Italien sowie aus dem europäischen Hochzinsanleihesektor.


Ära der Niedrigzinspolitik besteht lange weiter

Die letzte Zinssitzung der US-Notenbank FED hat Mitte Juni etwa eine Woche vor dem „Brexit“-Referendum stattgefunden. Aus dem nun veröffentlichen Protokoll geht hervor, dass das Ergebnis der Abstimmung der Briten für die FED-Verantwortlichen bezüglich der zukünftigen Zinsentscheidungen eine wesentliche Rolle spielt.

Die Notenbanker haben klar signalisiert, dass sie die Klarheit über die Folgen der Abstimmung bräuchten, bevor die nächste Zinserhöhung unternommen werden kann. Somit wäre der nächste Zinsschritt eher erst gegen Ende des Jahres plausibel bzw. vorstellbar.

Bis dahin sollte das politische Schicksal Großbritanniens geklärt sein. Das Referendum ist faktisch zum nächsten Faktor geworden, welcher den Zinserhöhungsprozess in den USA in die Länge zieht. Wie bereits mehrmals geschrieben, waren wir von Anfang an sehr skeptisch in Bezug auf den ursprünglichen Zeitplan der Zinserhöhungen.

Im März 2015 haben die Mitglieder des FOMC-Komitees, die letztendlich die Zinsentscheidungen treffen, den Leitzins Ende 2016 im Durschnitt noch bei 1,75 Prozent und Ende 2017 bei 3,25 Prozent gesehen. Die Realität gibt uns bisher Recht. Bis dato hat der ganze Prozess einen nur symbolischen Charakter. Dies deutet darauf hin, dass die Ära der Niedrigzinspolitik, vor allem in Europa aber auch in den USA, noch lange weiterbestehen wird. 


Rendite mit Reversezertifikaten

Dass sich das Musterportfolio deutlich stabiler entwickelt als Europas Aktienbörsen liegt auch an den Reverse-Bonuszertifikaten. Diese Anlageinstrumente federn in Abwärtsphasen Verluste anderer Depotpositionen ab. Ein Teil dieser Reverse-Zertifikate, die sich auf den Dax beziehen, erreicht nächsten Freitag sein Laufzeitende und wird eine Woche später durch die Emissionsbank zurückgezahlt (WKN: PS77MY).

Gegen den Markttrend wurde damit seit November vergangenen Jahres eine zweistellige Rendite generiert: Während der deutsche Leitindex seitdem um mehr als 1  500 Punkte eingebrochen ist, gewannen die Zertifikate 16 Prozent.  Investiert hatte ich rund ein Zehntel des Depotkapitals in diese Absicherungsinstrumente, weil ich anders als die meisten Experten Dax-Stände oberhalb von 11 000 Punkten für nicht gerechtfertigt hielt.

Eine weitere Position an Dax-Reverse-Bonuszertifikaten, hatte ich unmittelbar vor dem Brexit-Crash Ende Juni aufgebaut (WKN: DL05MU). Auch diese Papiere notieren inzwischen bereits deutlich im Plus – mit einem Wertzuwachs von über 14 Prozent seit dem Kauf.

 Diese Derivate können maximal ein Plus von knapp 20 Prozent erreichen - und zwar selbst dann, wenn der deutsche Aktienmarkt bis zum Laufzeitende im kommenden März abstürzt oder nur noch seitwärts läuft. Einzige Bedingung: Der Dax darf bis dahin nie an der Marke von 11800 Zählern kratzen, andernfalls drohen hier Verluste.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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