Musterdepots : „Kaufen und liegen lassen“ ist vorbei

Musterdepots : „Kaufen und liegen lassen“ ist vorbei

, aktualisiert 27. Dezember 2016, 17:04 Uhr
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Sönke Niefünd

Quelle:Handelsblatt Online

Das kommende Aktienjahr dürfte Anleger vor Probleme stellen. Behalten Experten Recht, werden die europäischen Aktienindizes Ende 2017 kaum höher als derzeit notieren. Wie Investoren dennoch Rendite erzielen können.

FrankfurtAngesichts des ruhigeren Handels zwischen Weihnachten und Neujahr stellen wir Aktie Valeo vor, welche wir seit Juni 2015 im Depot haben. Valeo ist ein börsennotierter französischer Automobilzulieferer mit Sitz in Paris, das weltweit als Erstausrüster der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie tätig ist.

Das Unternehmen beschäftigt 74.800 Mitarbeiter in 29 Ländern der Welt an 123 Produktionsstandorten, 55 Forschungs- und Entwicklungszentren sowie 12 Vertriebsstützpunkten. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2015 betrug 14,5 Milliarden Euro.

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Der Automobilzulieferer, der unter anderem Komponenten für Fahrerassistenz-Systeme anbietet, steigerte im dritten Quartal den Quartalsumsatz um 16 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro. Getrieben wurde das Wachstum hauptsächlich durch das Erstausrüstergeschäft.

Im Dezember nahm das neue Gemeinschaftsunternehmen "Valeo Siemens eAutomotive" von Valeo und Siemens seinen Betrieb auf. Valeo Siemens eAutomotive strebt an, ein weltweit führender Anbieter auf dem wachsenden Elektromobilitätsmarkt zu werden.

Während der letzten zwölf Monate pendelte der Aktienkurs zwischen 55,76 Euro und 34,86 Euro. Der aktuelle Aktienkurs von 54,95 Euro liegt nahe dem All-time-High. Für die kommenden zwölf Monate wird eine Dividendenrendite in Höhe von 2,5 Prozent erwartet, für deren Ausschüttung Vale nur 27,8 Prozent des Gewinns verwenden muss. Die Dividende ist damit, auch aus dem Blickwinkel der Dividendenkontinuität, für uns hinreichend gedeckt.

Valeo ist ein gutes Beispiel, wie sich ein Unternehmen im Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten verändern kann. Das Unternehmen war bis 2007 stark an der Herstellung von asbesthaltigen Komponenten beteiligt gewesen (überwiegend in Kupplungssystemen und Bremsbelägen). Seither hat Valeo strenge Vorschriften zur Vermeidung und Behebung von Asbestrisiken für Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter eingeführt.

Diese Vorschrift wurde in einer Vereinbarung mit dem französischen Umweltministerium 2009 ratifiziert. Valeo hat heutzutage im ESG-Bereich folgende Werte: Environment (E) = 94,12, Social (S) = 93,59 und Governance (G) = 87,60 und ergibt einen aktuellen Gesamt-ESG-Wert von 91,77.


Deutliche Fortschritte in Spanien

Zu unserem Exposure in Spanien gehören die Aktien des Versorgers Iberdrola und des Baukonzerns ACS. Bei diesen Unternehmen gefällt uns die Kombination aus dem Heimatmarkt Spanien, welcher aus volkswirtschaftlicher Sicht deutliche Fortschritte aufweist, und der internationalen Aufstellung der beiden Konzerne.

Iberdrola gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien und ist sehr stark auf den US-amerikanischen und britischen Märkten vertreten. Der Baukonzern ACS ist die Muttergesellschaft der deutschen Hochtief und dadurch auch an der australischen Leighton Holdings beteiligt.

Zu potentiellen Katalysatoren gehören unseres Erachtens die Wiederbelebung der Baubranche in Spanien sowie die Erfolge der ausländischen Tochterunternehmen. Beide Unternehmen schütteln an ihre Aktionäre überdurchschnittlich gute Dividende. Trotz einer positiven Kursentwicklung seit der Aufnahme ins Musterdepot sind Aktien von Iberdrola und ACS laut unserer Analyse nach wie vor unterbewertet.


Rendite mit Derivaten

Ein wichtiger Grund, warum ich weiterhin auf Derivate setzen werde: Wer an den europäischen Aktienmärkten 2017 Geld verdienen möchte, wird sein Portfolio aktiv managen müssen. Mit der Strategie „Kaufen und liegen lassen“ dürfte sich keine nachhaltige Rendite erzielen lassen.

Das erwarten die meisten Experten für das neunte Jahr der zweitlängsten Börsenhausse aller Zeiten.  Laut der jüngsten Befragung des Informationsdienstes Reuters rechnen Analysten im Schnitt damit, dass der Leitindex Euro Stoxx 50 bis Ende Dezember 2017 nur bei 3.255 Punkten notieren wird – das entspricht genau dem aktuellen Stand.

Haben die Experten Recht, lässt sich nur auf zwei Arten noch eine Rendite erzielen. Die eine: Anleger investieren bei niedrigen Kursen verstärkt in Aktien und reduzieren ihr Investment bei höheren Notierungen.  Die andere Art: Über den Kauf von Derivaten können Anleger nicht nur von steigenden, sondern auch von fallenden Kursen profitieren. Ich bleibe bei der zweiten Weise. Denn mit Bonus- oder auch Discountzertifikaten, mit denen ich mein Musterdepot bestücke, profitiere ich auch dann, wenn die Kurse nur seitwärts tendieren.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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