Musterdepots: Keine nachhaltige Rally

Musterdepots: Keine nachhaltige Rally

, aktualisiert 07. November 2016, 10:09 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Selbst wenn Hillary Clinton das Rennen um das Präsidentenamt in den USA gewinnen sollte, erwartet Depostratege Georgios Kokologiannis keine nachhaltige Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt. Die Musterdepots.

Die Angst der Investoren vor einem möglichen Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen sorgt an der Wall Street für steigende Unruhe: Der S&P 500 Index gab zuletzt an neun Tagen hintereinander nach. Das ist die längste Verlustserie des Börsenbarometers seit mehr als 36 Jahren.

Selbst wenn Hillary Clinton am Dienstag das Rennen für sich entscheiden sollte, erwarte ich nach einer kurzen Erleichterungsrally am Aktienmarkt keine nachhaltige Aufwärtsbewegung – stattdessen eine Entwicklung analog zum Vorjahr, falls die dortige Zentralbank weiterhin signalisiert, im Dezember tatsächlich die Leitzinsen anzuheben. Also statt der von vielen Investoren vermuteten saisonalen Rally ein prozentual zweistelliges Abbröckeln der Indizes bis ins nächste Jahr hinein.

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Hintergrund: Fundamental spricht nichts für nachhaltig steigende Börsen. Im Gegenteil: Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass die zweitlängste Aktienhausse aller Zeiten allmählich ihrem Ende zuneigt. So dürfte in den USA beispielsweise die Arbeitslosenquote nach Einschätzung von Ökonomen inzwischen ihren Boden erreicht haben – in der Vergangenheit war das einer der verlässlichsten Signalgeber für eine anstehende Wende im Börsenzyklus.

Seitdem die US-Notenbank Fed ihre Anleihekäufe („QE3-Programm“) vor zwei Jahren vollständig auslaufen ließ, kommen die Aktienkurse an der Wall Street ohnehin kaum noch von der Stelle. Der Leitindex S&P 500 bewegt sich seit Oktober 2014 innerhalb einer Spanne von insgesamt nicht einmal 20 Prozentpunkten um sein damaliges Kursniveau.

Ohne erneute geldpolitische Unterstützung wird den hochbewerteten US-Börsen auch künftig kein nachhaltiger Ausbruch auf der Oberseite mehr gelingen. Dazu ist das Gewinnwachstum der Unternehmen schlicht zu schwach. Und ohne Rückenwind von der weltweit taktgebenden Wall Street wird auch den Aktienmärkten hierzulande keine nennenswerte Fortsetzung der mehr als siebenjährigen Aufwärtsbewegung gelingen.


Wenn Aktien enttäuschen

Die Portfoliomanager unserer Ziel-Wikifolios haben in den letzten Tagen einige Transaktionen durchgeführt. Gleich zwei Manager beschäftigten sich mit der IVU-Traffic Aktie. Der Softwarespezialist für Lösungen im öffentlichen und Güterverkehr hat eine Gewinnwarnung beim Nettoergebnis veröffentlicht und somit viele Investoren enttäuscht.

Holger Degener und Dirk Hagemann haben bei „Dividende und Eigenkapital Deutschland“- beziehungsweise „Aktien? yeah!“-Wikifolios die jeweiligen IVU-Traffic Positionen reduziert. Dirk Hagemann äußerte sich außerdem bei seinem Kommentar sehr enttäuscht in Bezug auf die Kommunikationspolitik des Berliner Unternehmens.

Beim „SR wisdom capital spekulativ“-Wikifolio hat der Portfoliomanager Sebastian Reese im Rahmen seiner aktiven Strategie sowohl einige Käufe als auch Verkäufe unternommen. Zu den letzten aufgebauten Positionen gehören die  unter Druck geratenen Aktien des Maschinenbauers GEA sowie des 3D-Technoligie Spezialisten SLM Solutions. Verkauft wurden dagegen mit etwa sechs Prozent Gewinn Aktien des Biotechnologieunternehmens Brain AG.


Gelassen bleiben

Menschen setzen sich eine Maske auf und erschrecken ihre Umwelt – diese, aus Amerika kommende, Unsitte ist seit einiger Zeit auch bei uns zu beobachten. In der vergangenen Woche konnten wir Parallelen an den Börsen weltweit beobachten,
etwas verspätet nach Halloween hielt das Schreckgespenst eines Trump-Sieges bei den US-Präsidentschaftswahlen Einzug und sorgte für fallende Aktienkurse.

Noch sehen aktuelle Umfragen Hillary Clinton vorn im Rennen um den Einzug ins Weiße Haus, aber der Vorsprung ist knapper als noch vor einigen Wochen. Diese neue Unsicherheit verstimmt und sorgt für weitere Zurückhaltung bei Wertpapierkäufen. Wir bleiben gelassen und fühlen uns in der Depotbewertung mit der Cash-Position in Höhe von etwa 25 Prozent des Gesamtvermögens und der Absicherung durch Xetra-Gold sehr wohl.

Die letzten Tage waren zudem geprägt durch eine Vielzahl von Unternehmensergebnissen zum jeweils dritten Quartal, welche positiv (Royal Dutch), weniger negativ als von Analysten erwartet (Commerzbank) oder schwächer (Sony, Hugo Boss) ausfielen. Die dann folgenden Kursreaktionen an der Börse korrelierten nicht immer mit dem publizierten Unternehmenserfolg – bis zum 8. November scheint es jedoch ohnehin nur noch ein Thema zu geben, auf das alle wie gebannt warten.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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