Musterdepots: Keine Zeit für Jubelstürme

Musterdepots: Keine Zeit für Jubelstürme

, aktualisiert 19. Februar 2017, 19:43 Uhr
Bild vergrößern

Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Donald Trump tönt, doch er wird nicht konkret. Georgios Kokologiannis warnt vor einem erneuten Jubellauf. Im Depot von Alexander Kovalenko gibt es leichte Anpassungstendenzen. Die Musterdepots im Überblick.

Obwohl Donald Trump auch rund einen Monat nach seinem Amtsantritt wenig Konkretes zu seinen wichtigsten wirtschaftspolitischen Vorhaben liefert, erscheint das Vertrauen der Anleger in den US-Präsidenten unerschütterlich: Seit Trumps Wahlsieg hat sich der US-Aktienmarkt um 2,2 Billionen Dollar verteuert.

Maßgeblich auch wegen seiner in Aussicht gestellten „phänomenalen“ Steuerreform, die Experten zufolge etwa die Unternehmensgewinne je Aktie im S&P 500 Leitindexindex bis Ende 2018 um rund acht Prozent erhöhen könnte. Die angedachte Reform sieht unter anderem eine mögliche Senkung der Unternehmensbesteuerung von derzeit 35 Prozent auf 20 Prozent vor.

Anzeige

Fachleute weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass es sich als schwierig erweisen dürfte, grundlegende gesetzliche Veränderungen umzusetzen. Denn Trump leite eine Koalition von Politikern mit sehr unterschiedlichen Auffassungen. Zudem verfüge seine Partei im Senat über eine nur geringe Mehrheit.

Zu den größten Skeptikern gehört etwa David Stockman, ein ehemaliger Wirtschaftsberater unter Ronald Reagan. Der Experte geht davon aus, dass es in den kommenden Monaten überhaupt keine Steuerreform geben dürfte. Anleger sollten sich seiner Einschätzung nach von der aktuellen Jubelstimmung an der Wall Street nicht mitreißen lassen.


Order von Allianz-Aktien

Wir kaufen die Aktien des Versicherungskonzerns Allianz, welche nach ESG-Kriterien das nachhaltigste börsennotierte Unternehmen Deutschlands für uns ist. In Deutschland ist die Allianz SE das nachhaltigste Unternehmen. Kein anderes der von uns analysierten Unternehmen hierzulande setzt die Philosophie langfristigen Werterhalts und gesellschaftlicher Verantwortung so konsequent um. Dies zeigt der von uns ermittelte ESG-Wert von 93,20. Von den von uns betrachteten 104 deutschen Unternehmen weisen 42 Prozent auf einer Skala von Null bis 100 einen Wert von 65 und besser auf.

Neben den guten Nachhaltigkeitskriterien verkündete nun der Vorstandsvorsitzende der Allianz Oliver Bäte gute Unternehmenszahlen, eine Dividendenerhöhung und ein Aktienrückkaufprogramm. Alles Gründe für uns eine Investition von drei Prozent des Portfolios in Allianz-Aktien zu tätigen.

Das operative Ergebnis der Allianz Gruppe stieg in 2016 um vier Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. Das liegt nahe dem oberen Ende der Prognosespanne und markiert den fünften jährlichen Anstieg in Folge. Der Allianz-CEO Oliver Bäte sieht für das operatives Ergebnis 2017 eine ähnliche Steigerung, sofern keine unvorhergesehener Ereignisse, Krisen oder Naturkatastrophen eintreten.


Im letzten Jahr wurde eine Sonderdividende in Aussicht gestellt, welche sich nun in ein Aktienrückkaufprogramm manifestiert hat. Grundlage ist die 2014 ausgegebene Dividendenpolitik des Konzerns. Darin ist vorgesehen, dass alle drei Jahre geprüft wird, ob ein eigentlich für externes Wachstum vorgesehener Etatposten an die Aktionäre fließt. Das Rückkaufprogramm soll am 17. Februar 2017 starten und nicht länger als 12 Monate andauern. Dies dürfte der Aktie langfristig weiterhin Auftrieb geben.


Kingfisher und BHP Hilton im Fokus

Am vergangenen Freitag haben wir ein leichtes Rebalancing des Portfolios durchgeführt. Dabei wurden nur diejenigen Positionen angepasst, die mehr als zehn Prozent von einer jeweiligen neutralen Gewichtung abwichen.

Beim Aktienkernportfolio wurden dementsprechend die Outperformer der vergangenen Monate – UPM Kymmene, Peugeot, Voestalpine und OMV – etwas abgebaut. Nachgekauft wurden dagegen Energias de Portugal, Iberdrola und Telecom Italia. Zwei Positionen – Kingfisher und BHP Billiton – bleiben etwas stärker untergewichtet.

Bei BHP Billiton liegt der Grund darin, dass der Titel laut unserem Modell bewertungstechnisch knapp außerhalb des „Kaufbereiches“ liegt und momentan eher eine Halte-Position ist. Die Kingfisher Aktie haben wir nicht nachgekauft, weil der aktuelle Handelsspread beim für das Musterdepot verfügbaren Broker bei sage und schreibe 2,5 Prozent liegt. Wir können den Titel leider nicht direkt in London kaufen, wo der Spread nur 0,03 Prozent beträgt.

Bei den Ziel-wikifolios haben wir ein Zertifikat auf der Basis des „SR wisdom capital spekulativ“ von Sebastian Reese leicht aufgestockt. Da die anderen sich im Musterdepot befindlichen wikifolio-Zertifikate im Rahmen einer zehnprozentigen Abweichung von der neutralen Gewichtung liegen, wurden bei ihnen keine zusätzlichen Transaktionen unternommen.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%