Musterdepots: Positive Einschätzung für Gold

Musterdepots: Positive Einschätzung für Gold

, aktualisiert 14. August 2016, 18:21 Uhr
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Sönke Niefünd

Quelle:Handelsblatt Online

Die Stimmung ist unverändert gut unter den Börsianern. Positive Impulse kommen von den Ölpreisen und von der Konjunkturseite. Allerdings hat sich an den Börsen ein enormes Korrekturpotenzial aufgebaut.

FrankfurtNach einer sehr starken Woche für Europas Börsen zeichneten sich zum Wochenausklang Gewinnmitnahmen ab. Die Stimmung ist unverändert gut unter den Börsianern, zumal Dow Jones-, S&P- wie auch Nasdaq-Index am Donnerstag neue Rekordstände erreicht haben. Der Dax hatte am Donnerstag immerhin ein neues Jahreshoch bei 10.743 markiert, während es der MDax auf ein Rekordhoch schaffte. Außerdem kommen positive Impulse von den Ölpreisen. Sie legen nach der Rally vom Vortag noch etwas weiter zu.

Positive Nachrichten kamen von der Konjunkturseite. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal 2016 mit einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal klar über der Prognose von plus 0,2 Prozent ausgefallen. Zugleich wurde das Jahres-BIP-Wachstum für das erste Quartal auf 1,9 Prozent von zuvor 1,6 Prozent nach oben revidiert.

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In dem Maße, wie sich Aktien erholen konnten, konsolidierte der Goldpreis. Grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass ein Goldanteil in Höhe von fünf bis zehn Prozent im Portfolio durchaus sinnvoll ist, um extreme Kursschwankungen abzufedern und die Portfoliorendite insgesamt zu erhöhen. Unsere derzeitige Einschätzung für Gold und Goldaktien ist positiver als in den letzten Jahren. Nach der schweren Baissephase von 2011 bis 2015 ist durch eine Kombination aus Marktbedingungen, Konjunkturausblick und politischen Ereignissen ein außergewöhnlich förderliches Umfeld für die neue Gold-Hausse entstanden.

Sollten die Zinsen extrem niedrig bleiben, so werden vermutlich auch die Notenbanken Gold als Währungsreserve kaufen, allen voran die russische und chinesische Notenbank. Momentan fehlt der Schlüsselreiz für nachhaltig steigende Preise für Gold und Silber nach einer „20 Prozent-Rallye“, zumal viele Analysten extrem bullisch sind.

Sofern die Dynamik bei den Aktien nach lässt, dürften bei einem Goldpreis in der Bandbreite von 1.220 bis 1.250 US-Dollar Chancen für Zu- bzw. Neukäufe bestehen. Wir halten es für gut möglich, dass 2016 noch ein Kurs um 1.500 US-Dollar erreicht wird; die guten Gründe für den Golderwerb sind eher mehr als weniger geworden.


Solider Beitrag für moderates Wachstum

Am vergangenen Freitag wurde die aktuelle Statistik zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) veröffentlicht. Mit 0,4 Prozent ist die deutsche Wirtschaft doppelt so stark gewachsen, wie von den meisten Ökonomen erwartet. Erwartungsgemäß bildeten die Konsumenten und der Staat eine tragende Säule des Wachstums.

Eine positive Überraschung stellte das gute Abschneiden des Exportgeschäftes dar, welches wichtige Wachstumsimpulse lieferte. Vor allem die Ausfuhren in die anderen EU-Länder sind gut gelaufen, während die Lieferungen nach Übersee schwächelten. Besorgniserregend ist außerdem eine lahme Investitionstätigkeit der deutschen Unternehmen: Bei den Ausgaben für die neue Ausrüstung und Bauten halten sie sich deutlich zurück.

Dabei sind die Investitionsausgaben nicht nur für das kurzfristige Wirtschaftswachstum wichtig, sie spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit jeder Volkswirtschaft. Unter dem Strich kann man jedoch sagen, dass sich der Pessimismus vieler Fachleute in Bezug auf das zweite Quartal nicht bestätigt hat.

Das erzielte Ergebnis stellt zwar keine Meisterleistung dar, liefert aber einen soliden Beitrag, um am Ende des Jahres ein moderates Wachstum von 1,7-1,8 Prozent erreichen zu können.


Wachsendes Korrekturpotenzial

Mehr als 1500 Punkte ist der Dax in den vergangenen sechs Wochen nach oben getrieben worden. Fundamental untermauert ist diese übertriebene Rally nicht, die den Marktwert der 30 Unternehmen im deutschen Leitindex seit Ende Juni um insgesamt mehr als einhundert Milliarden Euro aufgeblasen hat.

Das belegt nun auch ein Blick in die vorgelegten neusten Quartalsbilanzen: Der operative Gewinn der Dax-Konzerne brach im zweiten Vierteljahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 6,6 Prozent ein auf 29,8 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Ernst & Young (EY) hervor. Die Rahmenbedingungen seien „zurzeit alles andere als ideal“, urteilen die Experten des Beratungsunternehmens.

Wegen ungünstiger Währungseffekte und einer weiterhin schwachen Weltkonjunktur schrumpften von April bis Ende Juni auch die Umsätze der wichtigsten börsengelisteten deutschen Firmen – um 1,1 Prozent auf 326 Milliarden Euro. Insgesamt setzten dreizehn Dax-Mitglieder – also knapp jedes zweite – weniger um als im zweiten Quartal des Vorjahres.

Damit verschärft sich das Problem, dass die tatsächliche operative Wertschöpfung der Dax-Unternehmen und ihre Börsenbewertung im Schnitt immer weiter auseinanderklaffen. Bereits seit 2010 gelingt es den Konzernen insgesamt nicht mehr, ihr Ertragswachstum nachhaltig zu steigern.

Trotzdem hat der Dax seitdem in der Spitze um mehr als 75 Prozent zugelegt, denn damals notierte der Leitindex noch bei unter 7000 Punkten. Sollte der Glaube der Anleger an die Allmacht der Notenbanken anfangen zu bröckeln, und den Blick wieder auf fundamentale Daten lenken, hat sich enormes Korrekturpotenzial an der Börse aufgebaut.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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