Musterdepots: Ruhige Hände vor dem Brexit-Votum

Musterdepots: Ruhige Hände vor dem Brexit-Votum

, aktualisiert 22. Juni 2016, 20:00 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Die Entscheidung der Briten nähert sich. Die Verwalter der Handelsblatt-Musterdepots lässt das kalt. Sie bleiben investiert – und wagen den Blick nach Japan.

Die jüngst veröffentlichten Daten zum japanischen Wachstum im ersten Quartal 2016 sind signifikant besser ausgefallen als erwartet. Im Vergleich zum Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt immerhin um 0,5 Prozent, die Jahresrate lag bei 1,9 Prozent.

Nicht wenige hatten im Quartalsvergleich sogar mit einem Rückgang gerechnet. Auch die für das Wachstum entscheidende Komponente, der private Verbrauch, wurde zuvor eher kritisch gesehen. Jetzt zeigt sich, dass die gestiegenen Realeinkommen offenbar doch Wirkung entfalten.

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Die Steigerung war mit 0,6 Prozent zwar nicht wirklich stark, da sich die Preissteigerungsrate jedoch gefährlich nahe der Nulllinie aufhält war diese Steigerung augenscheinlich ausreichend. Noch im vierten Quartal 2015 war die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent gesunken und die Gefahr einer technischen Rezession hing wie ein Damoklesschwert über dem Land der aufgehenden Sonne.

Darüber hinaus kann die aktuelle japanische Regierung bei aller begründeten Kritik an ausbleibenden Reformen auch eine deutliche Belebung der Industrieproduktion und eine klare Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen auf der Habenseite verbuchen. Insbesondere die Gewinne der exportorientierten Firmen haben sich spürbar erhöht und die Margen verbessert.


Brexit lässt langfristige Investoren kalt

Das Münchener ifo-Institut hat eine Umfrage in Bezug auf das Brexit-Referendum unter den deutschen Industrieunternehmen durchgeführt. Etwa 61 Prozent erwarten keine negativen Folgen für ihr Geschäft, sollten die Briten für das Austreten aus der EU stimmen. Ein Prozent der befragten Firmen rechnet mit einer positiven Auswirkung. Der Rest erwartet dagegen teils erhebliche Belastungen.

Logischerweise befürchten vor allem die exportorientierten Unternehmen die negativen Folgen nach einem möglichen „No“ der Briten. Bei der Sektorenbetrachtung sind in erster Linie Vertreter der Elektro- und Metallindustrieindustrie, die Autohersteller sowie die Maschinenbauer überdurchschnittlich pessimistisch.

Die Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich, wie zum Beispiel Nahrungsmittel, Getränke und Tabak sowie Textilien und Bekleidung, betrachten die Situation relativ gelassen.

Wie bereits mehrmals betont, ist unser Musterdepot langfristig ausgerichtet und in der Regel voll investiert. Dementsprechend hat das bevorstehende Referendum keinen Einfluss auf unseren Investmentprozess und die aktuelle Portfolioaufstellung gehabt.


Fluch und Segen der Kurspflege

Der Rückkauf eigener Aktien durch börsennotierte Unternehmen zahlt sich für ihre Anteilseigner in barer Münze aus. Diese vor allem in den USA seit Jahren zu beobachtende Gesetzmäßigkeit scheint dort aber nicht mehr zu gelten. Zwar belegen Langfriststudien in der Vergangenheit eine deutliche Outperformance der Aktienkursentwicklung gegenüber dem Gesamtmarkt während eines Rückkaufprogramms – doch zuletzt war das Gegenteil zu beobachten.

Während etwa der US-Leitindex S&P 500 seit zwölf Monaten auf der Stelle tritt, haben die Aktien mit den größten Rückkaufprogrammen im Schnitt rund sieben Prozent an Wert eingebüßt. Das ist ein Alarmzeichen für die Wall Street – galten doch die rekordhohen Aktienkäufe bisher als entscheidende Kurstreiber und -Stützen während der Spätphase des aktuellen Hausse-Zyklus.

Der Rückkauf-Trend könnte seinen Höhepunkt mittlerweile überschritten haben. Darauf deuten auch Zahlen der US-Analysefirma Trimtabs Investment Research. Demnach habe das Volumen der für 2016 angekündigten Rückkaufprogramme bis Mitte Mai 261,5 Milliarden US-Dollar betragen – ein scharfer Einbruch um knapp ein Drittel verglichen mit den rund 400 Milliarden Dollar, die in derselben Vorjahresperiode für 2015 registriert worden waren.

Für Anleger kommt diese Entwicklung zur Unzeit. Sollte die Fed ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten weiter straffen, würden mit dem Auslaufen des Rückkauf-Booms gleich zwei maßgebliche Stützen für die Märkte wegbrechen. Das zeigt: Selbst nach einem positiven Brexit-Votum, bleibt die Lage an den Aktienmärkten kritisch. Auch deswegen ist das Musterdepot derzeit auf eine Fortsetzung der Probleme an den Börsen ausgerichtet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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