Musterdepots: Trügerische Ruhe

Musterdepots: Trügerische Ruhe

, aktualisiert 19. Januar 2017, 19:15 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Anleger scheinen derzeit ziemlich sorglos zu sein. Der VDax, der anzeigt, wie stark die Märkte schwanken, notiert so tief wie seit Jahren nicht mehr. Warum Georgios Kokologiannis gerade jetzt empfiehlt, sich abzusichern.

Mit den steigenden Börsenkursen nimmt auch die Sorglosigkeit der Investoren zu. So signalisiert der VDax, der als Gradmesser für die Schwankungsstärke und damit Nervosität am Markt gilt, derzeit tiefste Entspannung: Er notiert mit nur noch etwa 14,6 Punkten so tief wie zuletzt vor mehr als 28 Monaten.

Chancen bietet dies Anlegern, die dem allgegenwärtigen Optimismus nicht ganz trauen: Mit Hilfe von Optionsscheinen können sie ihr Depot momentan besonders günstig gegen Börsenunfälle schützen. Denn je niedriger die Volatilität ist, desto preiswerter sind die Produkte in der Regel zu haben.

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Eine neunzigprozentige Absicherung einer Dax-Position mit Put-Optionsscheinen bis Mitte des Jahres kostet momentan beispielsweise knapp anderthalb Prozent der Anlagesumme. Gerade für vorsichtige Anleger, kann sich diese Versicherungsprämie durchaus lohnen.

Hintergrund: 9.752 Dax-Punkte. So lautet im Schnitt die Prognose von 23 Banken für den tiefsten Stand, auf den der deutsche Aktienindex bis Ende dieses Jahres mindestens einmal zurückfallen wird. Einzelne Institute rechnen sogar mit einem Sturz auf bis zu 9.000 Punkte.

Da aber Analysten aktuellen Erhebungen zufolge seit mindestens 15 Jahren im Schnitt meist zu positive Jahresprognosen veröffentlichen, könnten auch 2017 die Aktienkurse tiefer nach unten ausschlagen als es sogar die Pessimisten erwarten.


Das Zepter in der Hand

Im Vorfeld der Beschlüsse der EZB haben die Aktienmärkte sich kaum bewegt. Die EZB hält an ihrer Geldpolitik fest. Herr Draghi sieht noch nicht den Zeitpunkt gekommen, dass ein Tapering diskutiert werden müsste. Auch den Anstieg der Inflation sieht er gelassen.

Die Lethargie der globalen Börsen dürfte sich auch am Freitag fortsetzen. Denn es gibt fast nur noch ein Thema und das heißt Donald Trump. Der designierte US-Präsident wird am Freitag das Zepter von Barack Obama übernehmen und sich erstmals als Präsident äußern.
Nach den klaren Vorschusslorbeeren an den Aktienmärkten geht immer mehr die Sorge um, Donald Trump könnte nicht halten, was sich die Börsen erhofft haben.

Während sich an den Aktienmärkten wenig tut, verteidigt der Dollar seine jüngsten Gewinne nach den Aussagen von US-Notenbankchefin Yellen. Während der designierte Präsident Donald Trump zuletzt einen schwächeren US-Dollar forderte, bekräftigte Yellen die Ansicht, dass die US-Wirtschaft auf Kurs ist und höhere US-Zinsen angezeigt sind.
An unserer Allokation im Portfolio verändern wir aktuell nichts, denn wir fühlen uns mit einer Aktienquote in Höhe von 39,5 Prozent, Renten mit 36,7% Prozent, 4,1 Prozent in der nicht-traditionellen Asset-Klasse und 19,7 Prozent Liquidität wohl.


Schwierige Zeiten für Sparer

In unserem gestrigen Kommentar haben wir über die Wiederkehr der Inflation in den USA geschrieben. In Anbetracht der Tatsache, dass die USA derzeit ein gesundes Wirtschaftswachstum sowie eine Vollbeschäftigung aufweisen, hat die US-Notenbank Fed am Mittwoch ein aggressiveres Vorgehen beim Zinserhöhungsprozess angekündigt. In Deutschland ist die Situation ganz anders. Die Inflationsrate ist zwar im Dezember ebenfalls auf 1,7 Prozent angesprungen, die Zinsen werden aber in absehbarer Zukunft hochwahrscheinlich sehr niedrig bleiben.

Dies stellt die klassischen Sparer beziehungsweise konservative Anleger vor noch mehr Herausforderungen, als es ohnehin in den letzten Jahren der Fall war. Noch nie war in den letzten 30 Jahren der Unterschied zwischen dem Inflationsniveau in Deutschland und der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe größer als momentan. Spätestens ab jetzt verliert man Geld beziehungsweise Kaufkraft, wenn man größere Beträge auf Sparbüchern hat. Man darf nicht vergessen, dass der Zinszinseffekt nicht nur in die positive, sondern auch in die negative Richtung funktioniert, was langfristig eine gravierende Erosion des Vermögens verursachen kann.

Spätestens jetzt müssten die deutschen Anleger ihre teilweise irrationale Angst vor den Aktien überwinden und anfangen, vom aus langfristiger Sicht vorteilhaften Chance-Risiko-Profil der Dividendenpapiere zu profitieren. Mit unserem Musterdepot beziehungsweise unserem „VSAK - Value Europa“-Wikifolio zeigen wir ein Beispiel einer transaktionsarmen, wertorientierten Aktienstrategie mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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