Musterdepots: Unberechenbare Volksrepublik

Musterdepots: Unberechenbare Volksrepublik

, aktualisiert 31. Mai 2016, 18:59 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Die Bedeutung chinesischer Titel am weltweiten Aktienhandel nimmt zu. Dennoch macht Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis mit seinem Depot einen Bogen um diesen hochriskanten Markt.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Aufnahme chinesischer Aktien im Juni in das vielbeachtete globale Aktienbarometer des Indexanbieters MSCI ist laut der US-Bank Goldman Sachs zuletzt auf 70 Prozent nach oben geschnellt. Das ist mit ein Grund dafür, dass am Dienstag die Kurse chinesischer Dividendenpapiere so stark nach oben sprangen wie zuletzt vor drei Monaten. Der Shanghai Composite Leitindex verteuerte sich um mehr als drei Prozent.

Doch trotz der Aussicht auf mehr Bedeutung chinesischer Titel am weltweiten Aktienhandel lasse ich weiterhin die Finger von diesem hochriskanten Markt, der sich höchstens als rein spekulative Depotbeimischung eignet. Das auf Verlustvermeidung ausgerichtete Handelsblatt-Musterdepot konzentriert sich weiterhin auf die Aktienbörsen in Europa und den USA.

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Grund für die gestiegenen Chancen auf eine Indexaufnahme in den MSCI World seien laut Goldman Sachs die Bemühungen der Regierung, Handelsaussetzungen zu beschränken und mehr Klarheit bei Eigentumsrechten zu schaffen. Diese Bestrebungen zielten auf zwei von insgesamt fünf nötige Maßnahmen, die MSCI im April in Bezug auf die Aufnahme von sogenannten A-Aktien herausgestellt hatte. Bei A-Aktien handelt es sich um in der Landeswährung Yuan notierten chinesischen Festlandsaktien

Doch das Hauptproblem von Börsenengagements im Reich der Mitte bleibt meines Erachtens die zweifelhafte Glaubwürdigkeit offiziell gemeldeter Konjunktur- und Unternehmenszahlen. Und an diesem systemimmanenten Problem einer Planwirtschaft wird sich so schnell nichts ändern. Wegen der damit verbundenen dauerhaften Unsicherheit bleibt die Entwicklung an den Börsen der Volksrepublik letztlich unberechenbar.


Hohes Wirtschaftswachstum im Inland

Die deutsche Wirtschaft brummt. Mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal haben sich die zu Jahresbeginn befürchteten konjunkturellen Abwärtsrisiken nicht eingestellt. Hätte man sich auf den Aktienmarkt als Prognostiker des Wirtschaftswachstums verlassen, müsste die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 eigentlich geschrumpft sein.

Stattdessen wurde das stärkste Wachstum seit zwei Jahren und die höchste Zuwachsrate aller G7-Länder verzeichnet. Blickt man auf die jüngsten Frühindikatoren, stellt man zudem fest, dass sich diese mehrheitlich positiv entwickeln. Deutschland geht es gut. Doch trotz dieser positiven Ergebnisse kommt bei den meisten Ökonomen und Marktbeobachtern keine große Begeisterung auf. Schließlich sei das starke erste Quartal ohnehin nur ein Ausreißer, das Wachstum werde sich schon bald wieder abschwächen.

Fakt ist dennoch, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal deutlich besser ausgefallen ist, als von fast allen erwartet wurde, auch wenn in der Tat einige Sonderfaktoren das gute Ergebnis begünstigt haben. Vor allem der Faktor Wetter hatte einen größeren als sonst üblichen Einfluss. Er ließ das Wachstum im ersten Quartal etwa 0,2 Prozentpunkte höher ausfallen. Aber selbst unter Berücksichtigung dieses Effektes ist die Konjunkturdynamik zu Jahresbeginn stärker gewesen, als es viele vermutet hatten.

Wir erwarten für das Gesamtjahr 2016 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Im Vergleich zu den Jahren 2014 und 2015 ist das eine nur marginale Abschwächung, die sich bei einem nur etwas stärkeren Wachstum in Q2 sogar komplett verflüchtigen könnte.

Wir finden, dass dies ein Ergebnis ist, über das man sich freuen kann. Zumal man auch nicht vergessen sollte, dass die deutsche Wirtschaft nur über ein Wachstumspotenzial von ein bis 1,25 Prozent verfügt. Im Unterschied zu früher wird das deutsche Wirtschaftswachstum mittlerweile viel stärker von der gesamten Binnennachfrage getragen. Und das dürfte auch so bleiben.


Gute Zahlen vom Arbeitsmarkt

Zu den wichtigsten aktuellen Daten für Deutschland gehörten am am Dienstag die Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist die niedrigste seit der Wiedervereinigung. Die von der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Zahlen für den Monat Mai sind erneut besser ausgefallen als erwartet. 

Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosenzahl um 11.000 verringert. Und damit nahezu doppelt so stark wie erwartet. Ohne Saisonbereinigung verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen gar um 80.000. Aber es sinkt nicht nur die Zahl der Arbeitslosen, gleichzeitig wächst auch das Angebot an Stellen.

Die Zahl der offenen Stellen beläuft sich mittlerweile auf rund 655.000. Damit ist der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin solide. Wir können schon fast wieder von Vollbeschäftigung reden. Das ist eine Situation, die viele nicht für möglich gehalten hätten. Darauf sollten wir uns allerdings nicht ausruhen. Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt ist vermutlich die wichtigste Arbeit in den nächsten Jahren, wenn nicht Jahrzehnten.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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