Musterdepots: Vorsicht Risiko!

Musterdepots: Vorsicht Risiko!

, aktualisiert 14. Februar 2017, 17:14 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Noch spiegelt sie sich nicht in den Aktienkursen wider, doch die Gefahr eines Richtungswechsels an der weltweit taktgebenden Wall Street steigt. Davon ist Handelsblatt Depotstratege Georgios Kokologiannis überzeugt.

FrankfurtDie Gefahr einer Korrektur an den Aktienbörsen nimmt zu. Darauf deuten jetzt auch Indikatoren der Beratungsfirma Sentix hin, die Daten zum Anlegerverhalten analysiert und daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten zieht.

Demnach sinke das Grundvertrauen der Investoren sowohl für die Wall Street als auch den europäischen Markt seit Jahresanfang. Und einem fallenden, sogenannten „strategischen Bias“ folge in der Regel eine steigende Verkaufsbereitschaft. Bisher jedoch lasse sich nach Einschätzung der Experten diese veränderte Haltung an den Notierungen noch nicht ablesen.

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Das Abwärtsrisiko an den Aktienmärkten steige, je größer das Missverhältnis zwischen den aktuellen Kursen und dem Grundvertrauen werde. Skeptisch stimmt die Sentix-Fachleute darüber hinaus, dass die Investoren derzeit offensichtlich nicht zwischen den Börsen in den USA und hierzulande unterscheiden.

Trotz der zu erwartenden Wirkung der absehbaren US-Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten auf den Wechselkurs zeigten Anleger keine differenzierte Wirtschaftsmeinung. Der strategische Meinungsgleichlauf könne daher nicht von Dauer sein.

Ich teile diese Auffassung und gehe erstens davon aus, dass ein aufwertender Dollar die US-Rally mittelfristig ausbremsen wird. Und zweitens, dass sich Dax & Co. einem Richtungswechsel an der weltweit taktgebenden Wall Street nicht werden entziehen können – trotz der im Vergleich dazu geringeren fundamentalen Überbewertungen.


Passen Opel und Peugeot Citroen zusammen?

Laut Informationen des Nachrichtendienstes Reuters befinden sich der französische Peugeot Citroen Konzern (PSA) und General Motors (GM) aus den USA in einem fortgeschrittenem Stadium der Verhandlungen über einen möglichen Verkauf der deutschen GM-Tochter Opel an PSA. Ein Abschluss könne in wenigen Tagen verkündet werden. Der französische und deutsche Autobauer arbeiten bereits zusammen, die Kooperation hat sich allerdings bisher auf die gemeinsame Entwicklung und Produktion von einzelnen Modellen beschränkt.

Nun wollen die Franzosen Opel in ihre Konzernstruktur integrieren. Die GM- und PSA-Sprecher haben die Verhandlungen bereits bestätigt. Ohne den Kaufpreis und die konkreten Pläne von Peugeot zu kennen, ist es momentan schwierig die potenzielle Transaktion objektiv einzuschätzen. PSA kann durch den Erwerb von Opel sicherlich den Umsatz steigern und Marktanteile gewinnen.

Die Frage mit der Profitabilität ist schwieriger. Opel kämpft seit Jahren mit den roten Zahlen. Die Franzosen haben dagegen in den letzten Jahren ein beeindruckendes Restrukturierungsprogramm absolviert. Diese Erfahrung könnte auch bei Opel gebraucht werden. Die PSA-Aktie, die sich auch in unserem Musterdepot befindet und zu den bisher erfolgreichsten Positionen zählt, legte im Tageshandel rund vier Prozent zu.


US-Zinspolitik und Konjunkturdaten bewegen die Märkte

Nach einem viertägigen Höhenflug mit täglichen Rekordhochs scheint die Wall Street eine Pause einzulegen. Vor der Anhörung von US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des US-Senats verläuft das Geschäft an den europäischen Aktien- und Rentenmärkten in ruhigen Bahnen. In Amerika dürften ihre Aussagen, inwieweit sich die kurzfristige Geldpolitik der Fed wegen der Politik von US-Präsident Donald Trump geändert habe, die Märkte bewegen.

Zudem interessiert es uns, ob sie eine Zinserhöhung im März andeuten wird. Sollte dies sein, so dürfte der Rentenmarkt unter Druck geratenen. Mit einer echten Überraschung bei der Yellen-Befragung rechnet gleichwohl kaum ein Markteilnehmer. Der Zinsterminmarkt preist die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung im März mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 13,3 Prozent ein.

Unterschiedliche Signale kommen aus der Konjunktur. Auf der einen Seite fällt der ZEW-Index im Februar stärker als erwartet. Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Februar deutlicher verschlechtert, als Experten dies befürchtet hatten. Der von Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen fiel auf 10,4 Punkte von 16,6 im Januar 2017. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten hingegen lediglich einen Rückgang auf 15,0 Punkte vorausgesagt.

Die Wirtschaft des Euro-Raums ist im vierten Quartal 2016 solide gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstum Ende 2016 voraussichtlich mehr als verdoppelt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte zwischen Oktober und Dezember um 0,5 Prozent zugelegt haben, sagen 47 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen im Schnitt voraus. Im Sommer hatte es nur zu einem Plus von 0,2 Prozent gereicht.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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