Musterdepots: Warten auf Italien

Musterdepots: Warten auf Italien

, aktualisiert 29. November 2016, 17:30 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

An den Märkten gibt es momentan kaum ein anderes Thema als das anstehende Referendum in Italien. Auch auf die Handelsblatt-Musterdepots haben die Sorgen vor einer Regierungskrise in dem Land Auswirkungen.

Umfragen deuten auf einen wahrscheinlich negativen Ausgang des Referendums in Italien am Sonntag. Hintergrund: Experten zufolge dürften die Wähler diese eigentlich innenpolitische Abstimmung für ein Misstrauensvotum gegen den europafreundlichen Kurs der aktuellen Regierung von Premierminister Matteo Renzi nutzen.

Das könnte die Europäische Union in eine neue Krise stürzen - und an den Börsen am Montag ein Beben auslösen. Mittlerweile warnt sogar die Europäische Zentralbank (EZB) vor Marktturbulenzen, sollte ein „Nein“ zum Sturz der Regierung Renzi führen. Wegen der defensiven Ausrichtung des Musterdepots sehe ich der Volksbefragung dennoch gelassen entgegen.

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Unmittelbar vor dem Verfassungsreferendum wächst dagegen unter Investoren sogar die Sorge vor einem Ausscheiden des Stiefelstaates aus der Eurozone. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der Investmentberatung Sentix hervor: Demnach werde die Austrittswahrscheinlichkeit auf mehr als 19 Prozent beziffert. Solch ein hoher Wert ist nach Auskunft von Sentix nie zuvor gemessen worden.


Alexander Kovalenko

Das bevorstehende Referendum in Italien ist diese Woche das dominierende Thema an den europäischen Börsen. Etwas in den Hintergrund ist dagegen die Problematik der faulen Kredite bei den italienischen Banken geraten, welche unseres Erachtens mehr Gefahrenpotential birgt.

Die neuesten Daten von der Europäischen Zentralbank bestätigen, wie ernst die Lage ist. Wenn man die europäischen Großinstitute betrachtet, macht der italienische Anteil fast 30 Prozent von den notleidenden Darlehen der Euro-Zone aus. In absoluten Zahlen tragen die 14 wichtigsten Banken Italiens eine Last von 271 Milliarden Euro. Mehr als 16 Prozent aller Kredite der italienischen Finanzhäuser sind ausfallgefährdet. In Deutschland liegt dieses Ratio bei etwa 2,5 Prozent.

Obwohl die Problematik schon lange bekannt ist und die EZB den Banken etwas Zeit zur Problemlösung eingeräumt hat, würden wir nicht besonders überrascht sein, wenn sich in den nächsten Jahren das Ausmaß der Schwierigkeiten größer als bisher angenommen erweisen wird. Bei unserem Musterdepot halten wir keine Bankentitel. Die Aktie des schweizerischen Versicherers Baloise ist der einzige Vertreter der Finanzbranche.


Sönke Niefünd

Nach dem Ausbleiben einer stärkeren Aktienkorrektur im November ist Gold unter 1.200 US-Dollar gefallen. Wir sehen Gold grundsätzlich als ein beruhigendes Element an und mit geringer Korrelation zu den anderen Assetklassen. Unsere Erwartung im Goldpreis ist, dass dieser uns gegen unvorhersehbare Ereignisse absichert und eine mittelfristige Entwicklung im Bereich 1.350 bis 1.500 Dollar liegen dürfte.

Bei den volatilen Ölpreisen haben wir eine negative Abwärtsbewegung gesehen. Sollten sich die Opec-Staaten nicht auf eine Drosselung einigen, erwarten wir Ölpreise von unter 40 US-Dollar. Mittelfristig erwarten wir einen Öl-Preis bei 45 bis 50 US-Dollar.

Die Wirtschaft in Europa wird unseres Erachtens in den kommenden sechs bis zwölf Monaten vom stagnierenden Ölpreis und dem schwachen Euro profitieren, was sich stets mit Verzögerung in den Geschäftszahlen niederschlagen dürfte.

Die von den internationalen Notenbanken herbeigesehnte Inflation scheint zurückzukehren. Im November erreichte sie in der Eurozone mit 0,5 Prozent den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Insbesondere der sogenannte Basispreiseffekt beim Öl wird ab 2017 einen weiteren Schub für die Inflationsrate liefern. Von seinem Tief bei rund 26,00 US-Dollar je Barrel erholte sich der Preis um fast 80 Prozent und wird so mit seinem Vergleichswert vom letzten Jahr einen wesentlichen Beitrag zur steigenden Inflation liefern.

Wir empfehlen eine Multi-Asset-Strategie sowie den Blick auf langfristige Entwicklungen. Eine klassische Asset-Allokation aus Anleihen und Aktien ist nicht flexibel genug, um in volatilen Zeiten auf Schocks zu reagieren und gleichzeitig Stabilität zu erzeugen. Unsere Multi-Asset-Strategie fußt darauf, dass wir das Fundament des Portfolios auf mehreren Asset-Klassen aufbauen. Somit erhalten wir unterschiedliche Ertragsquellen.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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