Musterdepots: Was die Fußball-EM für die Börse bedeutet

Musterdepots: Was die Fußball-EM für die Börse bedeutet

, aktualisiert 10. Juni 2016, 06:20 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Musterdepotstratege Alexander Kovalenko baut den Anteil an Rohstoffaktien aus und setzte dabei auf die Aktie von BHP Billiton. Die deutlichen Verluste der Minenaktien seien eine gute Einstiegsmöglichkeit.

FrankfurtDie Rendite deutscher Bundesanleihen hat Mitte der Woche ein neues Rekordtief erreicht und liegt nunmehr bei nur noch knapp über null Prozent. In unserem Depot konnten wir von diesem Zinstrend profitieren, denn auch die Rendite von Unternehmensanleihen ist kräftig gesunken.

Mit dem GAM Star Credit Opportunities haben wir im März dieses Jahres einen Investmentfonds erworben, der überwiegend in nachrangige Unternehmensanleihen von Emittenten mit guter Bonität investiert. Der Fonds hat dieses Jahr eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich.

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So lag der Fonds von Jahresanfang bis Mitte Februar bereits über 5 Prozent im Minus, kehrte dann aber den Abwärtstrend um. Mittlerweile liegt der Fonds seit Jahresanfang gut 1,5 Prozent im Plus. Wir haben den Fonds im März erworben und damit ein gutes Händchen gehabt. Das Plus in unserem Depot liegt aktuell bei knapp über vier Prozent.

Der GAM Star Credit Opportunities weist derzeit eine durchschnittliche Rendite der im Fonds befindlichen Anleihen von knapp sechs Prozent und eine Duration von 6,8 auf. Diese Zahlen unterstreichen das höhere Risikopotenzial des Fonds im Vergleich zu Fonds, die in normale Unternehmensanleihen investieren.

Unseres Erachtens sollte sich das Segment der Nachranganleihen weiter gut entwickeln, da Investoren auf der Suche nach Rendite immer häufiger bereit sind, in risikoreichere Anlagen zu investieren. Anleger müssen sich allerdings in diesem Segment auf eine höhere Volatilität einstellen.


Extrem günstige Minenaktien

Gestern haben wir durch einen Kauf von der BHP Billiton Aktie das Rohstoffexposure beim Musterdepot leicht ausgebaut. BHP Billiton ist 2001 durch eine Fusion der australischen BHP (Broken Hill Proprietary) mit der britischen Billiton entstanden und gehört zum Kreis der größten Rohstoffkonzerne der Welt.

Zu den wichtigsten Geschäftsbereichen zählen Kupfer, Eisenerz, Kohle, Düngemittel und Öl. Durch eine breite Produktpalette ist das Geschäftsmodell relativ gut diversifiziert. Das Unternehmen bleibt jedoch natürlich von der Weltkonjunktur und der Nachfrage nach den Rohstoffen stark abhängig.

Bei den Minenaktien war die Stimmung in den letzten Jahren miserabel, was zu den massiven Kursabstürzen geführt hat. Dies mussten wir schmerzlich bei unserer Anglo American Position miterleben. Gleichzeitig haben wir mehrmals darauf hingewiesen, dass derartige Kursverluste aus unserer Sicht übertrieben sind und dies eine gute Opportunität für die Zukunft darstellt.

Momentan befinden wir uns in einer Situation, wo die Minenaktien extrem günstig im Vergleich zum breiten Markt sowie sehr oft zu ihrer eigenen Bewertungshistorie sind und gleichzeitig eine Relative Stärke bei der Aktienkursentwicklung der letzten Wochen verzeichnen. So ist die aktuelle Lage auch bei der BHP Billiton Aktie. Da die Konjunkturrisiken intakt bleiben, bauen wir jedoch die neue Position erst mit 50 Prozent der neutralen Gewichtung auf. 


Millionenumsätze durch die Fußball-EM

Mit der am Freitagabend startenden Fußball-Europameisterschaft in Frankreich rücken Aktien möglicher Profiteure des Turniers in den Blick vieler Anleger, die auf der Suche nach schneller Rendite sind. Hintergrund: Fachleute der Großbank Société Générale erwarten beispielsweise bis zum Finale am 10. Juli alleine vor Ort zusätzliche Konsumausgaben in Höhe von einer Milliarde Euro.

Dazu kommen weitere Millionenumsätze, die außerhalb des Gastgeberlandes in die Kassen von Sponsoren und anderen potenziellen Umsatzgewinnern gespült werden – etwa bei Getränkeproduzenten, Medienfirmen, Wettanbietern und vor allem Sport- und Fanartikelherstellern wie Adidas.

Für das Handelsblatt-Musterdepot kommt die Spekulation auf kurzfristige Kurssteigerungen solcher vermeintlicher Profiteure nicht in Frage. Erstens weil Investitionen in Einzelaktien grundsätzlich nicht zu meiner auf Verlustvermeidung ausgerichteten Strategie passen.

Zweitens bin ich davon überzeugt, dass in der Regel keine „unterbewerteten“ Titel an der Börse zu haben sind. Sämtliche verfügbaren Informationen über den Wert und die Ertragsaussichten eines börsengehandelten Unternehmens verdichten sich im Normalfall in seinem Aktienkurs. Das trifft selbstverständlich auch auf mögliche Zusatzerlöse durch sportliche Großereignisse zu, die tendenziell frühzeitig prognostiziert und eingepreist werden.

Im Extremfall können daher solche vermeintlich sicheren Spekulationen sogar nach hinten losgehen. Das zeigt etwa ein Blick auf die vergangene Weltmeisterschaft. Im damaligen Turnierjahr 2014 entwickelten sich beispielsweise die Anteilscheine der Ausrüster Nike und Adidas deutlich schlechter als der Weltaktienindex MSCI World – Letztgenannte sogar trotz des Siegs der deutschen Nationalmannschaft, die traditionell vom Herzogenauracher Dax-Konzern ausgestattet wird.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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