Musterdepots: „Zahl der Arbeitslosen steigt unausweichlich“

Musterdepots: „Zahl der Arbeitslosen steigt unausweichlich“

, aktualisiert 28. August 2016, 20:31 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Für den Musterdepotstrategen Alexander Kovalenko ist die Konjunktur robuster als erwartet. Und Georgios Kokologiannis listet die Risiken von Zertifikaten auf. Die Handelsblatt-Musterdepots im Überblick.

FrankfurtDurch den Einsatz von defensiven Anlagezertifikaten können Investoren in ihrem Depot die Wertschwankungen im Vergleich zu einem Direktengagement am Aktienmarkt zwar verringern. Im Gegenzug verzichten sie aber zum einen auf besonders hohe Erträge, wenn die Börsen unerwartet deutlich und lange haussieren.

Zum anderen beinhalten Anlagezertifikate ein Ausfallrisiko: Geht die Bank pleite, die das Produkt emittiert hat, dürfte der das Anlegergeld in der Regel verloren sein. Dieses Emittentenrisiko halte ich derzeit allerdings zumindest für taktische – also  kurz- bis mittelfristige Investitionen - für vernachlässigbar.

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Darauf deuten auch wichtige Marktbarometer, an denen man sich zur Abschätzung des Ausfallrisikos von Banken orientieren kann. So geben etwa die so genannten „Credit Default Swaps“ Aufschluss darüber, wie die Bonität eines Emittenten am Markt bewertet wird. Die Prämien von CDS für Banken, die in Deutschland Zertifikate anbieten, sind nach der Eskalation der Finanzkrise ab 2008 im Laufe der Zeit sehr stark gesunken.

 Die Werte für 5-Jahres-CDS liegen derzeit beispielsweise im Schnitt um die Marke von 90 Basispunkten. Das heißt, dass Profi-Investoren derzeit im Schnitt 90 Euro zahlen müssen, um 10.000 Euro an Kreditvolumen einer Bank für fünf Jahre vollständig gegen eine Pleite abzusichern.

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Krise notierten die Werte im höheren dreistelligen Bereich und signalisierten zeitweise ein im Mittel über viermal höheres Emittenterisiko. Die aktuellen CDS-Werte sind auf den Seiten des Deutschen Derivate Verbandes einsehbar: http://www.derivateverband.de/DEU/Transparenz/CreditSpreads

Was Anleger bei Ihren Abwägungen pro und kontra Zertifikate ebenfalls bedenken müssen: Sollte hierzulande in unmittelbarer Zukunft tatsächlich irgendwann selbst die Pleite einer bedeutenden Großbank wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank nicht mehr zu verhindern sein, dann würden mit Sicherheit auch Aktien- und Fondsanleger schlagartig den Großteil ihres Einsatzes verlieren. Die Kursbeben an den Börsen wären in diesem Szenario verheerend.


Konjunktur ist robuster als erwartet

Die vergangene Woche war reich an diversen Konjunkturnachrichten. Neben dem Einkaufsmanagerindex und dem ifo-Geschäftsklimaindex wurde am Freitag das Konsumbarometer des Nürnberger Forschungsinstituts Gfk veröffentlicht. Wie auch bei den anderen Indikatoren zuvor ist das Ergebnis anders ausgefallen, als von den Volkswirten erwartet.

Trotz diverser negativer Faktoren, wie zum Beispiel der Brexit oder die Nervosität aufgrund der Terrorgefahr, zeigen sich die deutschen Verbraucher bisher sehr zuversichtlich. Der entsprechende Index ist weiter gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2001, welcher im Juni letzten Jahres widerholt wurde. Der robuste Arbeitsmarkt ist der entscheidende Faktor für die gute Konsumlaune. Eine niedrige Arbeitslosenquote, steigende Realeinkommen sowie die Inflation nahe null stimmen die Verbraucher zuversichtlich und bewegen sie dazu auch größere Anschaffungen zu machen.

Neben der boomenden Bauwirtschaft bleibt somit der Binnenkonsum die tragende Säule des Wirtschaftswachstums in Deutschland. Es ist jedoch fraglich, ob der aktuell gute Stand des Arbeitsmarktes lange zu halten ist. Aufgrund der hohen Zahlen an anerkannten Flüchtlingen wird die Zahl der Arbeitslosen unausweichlich steigen.

Die englischen Verbraucher haben wohl den ersten Schock des Brexit-Referendums überwunden und im August nach einem Einbruch im Vormonat an Vertrauen wieder stark gewonnen. Für die Konjunktur Großbritanniens spielt der Binnenkonsum in den letzten Jahren genauso wie in Deutschland eine extrem wichtige Rolle.

 


CVS-Aktie verkauft

Am Freitag haben wir vor der Rede der US-Notenbank-Chefin Janet Yellen die Aktienposition CVS Health Corporation mit 83,61 Euro verkauft. Die Aktie ist seit September 2014 im Depot und nun realisieren wir einen Kursgewinn von über 37 Prozent. Unsere Trailing-Stop-Loss Marke wurde aufgrund der jüngsten Kursrückgänge in der vergangenen Woche (minus 3,9 Prozent berührt und es erfolgte unsere Gewinnabsicherung mittels Verkauf.

Die Aktie der CVS Health weist im ESG-Bereich solide Werte auf. Im Bereich Environment (E) = 89,8, Social (S) = 79,2 und Governance (G) = 90,9 und somit einen Gesamt-ESG-Wert von 86,6 Punkten.

Die US-amerikanische Pharmazie- und Drogeriehandelskette CVS Health hat eine große Aufmerksamkeit bei den Finanzanalysten, publizieren doch pro Quartal durchschnittlich 21 Häuser Gewinnprognosen für das Unternehmen bis ins Jahr 2018. Zur Zeit revidieren diese Analysten ihre Gewinnprognosen nach unten. Ihre Schätzungen liegen bei minus 1,1 Prozent, also unter den Vergleichswerten vor sieben Wochen. Dieser Abwärtstrend bei den Gewinnaussichten besteht seit Mitte Mai 2016, als der Kurs der Aktie bei 106,1 Euro lag. Er drückt somit zusätzlich auf die negative technische Tendenz.

Ein Risiko-Indikator bei der Betrachtung der Aktien im Portfolio ist die Volatilität für uns. Sie misst die Stärke der Kursbewegungen während eines Zeitraumes. Aktien mit hoher Volatilität werden als eher riskant betrachtet. Während des letzten Monats betrug die annualisierte Volatilität von CVS Health 21,9 Prozent, jene des S&P500 5,6 Prozent und die der Branche Einzel- & Großhandel weltweit 7,5 Prozent.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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