MyBucks: Afrikanisches FinTech-Unternehmen sagt Börsengang ab

MyBucks: Afrikanisches FinTech-Unternehmen sagt Börsengang ab

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MyBucks hat den geplanten Börsengang in Frankfurt abgesagt.

von Mark Fehr

MyBucks hat seinen Börsengang in letzter Minute abgesagt. Der Rückzug von den Börsenplänen ist keine schlechte Nachricht für Anleger. Zu viele Fragezeichen stehen hinter der Wachstumsstrategie.

Die Erstnotiz auf dem Frankfurter Parkett war für diesen Freitag geplant, doch das afrikanische FinTech-Unternehmen MyBucks hat seinen Börsengang in letzter Minute abgesagt. Rund 38 Millionen Euro hätte die Smartphonebank mit Fokus auf kurzfristige Kleinkredite für finanzschwache Privatpersonen einsammeln wollen, doch das Interesse der Investoren war wohl nicht stark genug.

Das Unternehmen begründet die Absage des IPO mit einem schwachen Marktumfeld. Damit könnte der jüngste Börsenabsturz der US-Kreditplattform Lending Club gemeint sein, die so manchem Investor den Appetit auf FinTech-Aktien verdorben haben dürfte. Die Großwetterlage an der Frankfurter Börse hat sich allerdings zwischen Ankündigung des MyBucks-IPO und der Absage nicht tiefgreifend geändert.

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Der Rückzug des Unternehmens von seinen Börsenplänen hat daher wohl auch mit den Fragezeichen zu tun, die hinter der Wachstumsstrategie von MyBucks stehen. Mit dem Geld der Anleger hätte das Unternehmen seine internationale Expansion vorantreiben wollen, doch in Europa herrscht bereits starke Konkurrenz im Mikrofinanzgeschäft.

So hat sich hier bereits das finnische Unternehmen Ferratum ausgebreitet, das schon seit Februar 2015 erfolgreich an der Frankfurter Börse notiert. Die Finnen streichen mit ihren Mini-Kurzzeitkrediten für kurzfristig klamme Verbraucher mehr als zehn Prozent Zinsen ein und drücken sogar 99 Euro Gebühr für sofortige Kreditzusagen bei den Kunden durch.

Der Angreifer MyBucks hätte deutlich günstigere Konditionen bieten müssen, um Marktanteile zu gewinnen. Mit niedrigeren Zinsen und Gebühren dürfte es aber schwierig werden, die im Kleinkreditsegment üblichen hohen Ausfallraten von rund acht Prozent zu schultern.

Ein wirksamer Bonitätcheck der Kreditkandidaten ist überlebenswichtig für das riskante Verleihgeschäft. Doch ausgerechnet im MyBucks Kernmarkt Südafrika hat die Finanzaufsicht Zweifel am Bonitätsprüfungsverfahren von MyBucks und prüft das System daher auf Mängel. Es drohen Strafzahlungen und schlimmstenfalls Lizenzentzug.

Aus Sicht privater Anleger ist die Absage des IPO daher keine schlechte Nachricht. MyBucks will das Marktumfeld aber auch künftig auf Möglichkeiten eines Börsengangs bewerten. Wann der kommt und ob die Aktien dann auch wieder in Frankfurt angeboten werden, darauf legt sich das Unternehmen noch nicht fest. Wie auch immer, sollte das Management die Zeit nutzen, seine Wachstumsstrategie zu überarbeiten und offene Fragen mit den heimischen Finanzaufsehern zu lösen.

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