Mysteriöse Kursstürze: Wann der Goldpreis seine Talfahrt beenden könnte

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Mysteriöse Kursstürze: Wann der Goldpreis seine Talfahrt beenden könnte

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Die Preisschwankungen des Edelmetalls lassen bei Goldliebhabern Zweifel aufkommen

Seit Mitte April gab es an Terminbörsen und beim weltgrößten Goldfonds schon zum zweiten Mal verdächtige Verkäufe. Einige wittern den Versuch, das Edelmetall in Verruf zu bringen. Drohen weitere mysteriöse Kursstürze?

Aktien den Freunden, Gold den Feinden“, so das Fazit eines besonders überheblichen Marktstrategen angesichts der Entwicklung dieser beiden Märkte. Als Aktienliebhaber stand er in letzter Zeit natürlich auf der Sonnenseite. Die Aktienkurse in den USA und vielen anderen Märkten klettern auf ständig neue Höchstwerte; der japanische Markt steigt raketenmäßig, angetrieben von dem vielen Geld, das die Zentralbanken weltweit drucken lassen.

Freunde des gelben Edelmetalls freilich müssen nicht nur in den letzten Wochen, sondern schon seit eineinhalb Jahren ziemlich heftig Prügel einstecken. Dabei würde man nach all den quantitativen Lockerungen – wie man die Gelddruckmanie der Zentralbanken in vornehmer Gesellschaft nennt – eigentlich denken, dass Gold wieder auf etwas mehr Gegenliebe stoßen sollte: Denn nicht nur die Aktienindizes klettern auf ständig neue Rekordmarken, sondern der Höhenflug hat inzwischen auch die Preise für Vermögenswerte aller Art erfasst. Bei Christie’s in New York eröffneten die Kunstauktionen kürzlich eine „neue Ära“ am Kunstmarkt, wie ein Sprecher des Auktionshauses erklärte. Werke des 20. Jahrhunderts für fast eine halbe Milliarde Dollar wechselten den Besitzer, ersteigert von Sammlern, die sich nicht nur für die Kunstwerke, sondern ebenso sehr für die Werthaltigkeit der Objekte begeistern. Wie anders ließe sich erklären, dass das Gemälde „Nummer 19“ des US-Künstlers Jackson Pollock nach einem spannenden Wettbieten für stolze 58,3 Millionen Dollar oder rund das Doppelte des Schätzwerts (25 bis 35 Millionen Dollar) an einen unbekannten Käufer ging?

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Rennen um die teuersten Trophäen

Auch am Wohnimmobilienmarkt liefern sich die Superreichen ein Rennen um die teuersten Trophäen: Russische Oligarchen versuchen, ihr Geld außer Landes zu bringen, und investieren in Luxuswohnungen in Manhattan, südamerikanische Neureiche strömen nach Florida und kaufen Liegenschaften zu Dumpingpreisen, noch dazu begünstigt vom abgewerteten Dollar. Der US-Radiomoderator Howard Stern will angeblich satte 52 Millionen Dollar für eine Villa in Palm Beach hinlegen.

Aber warum wird Gold einfach links liegen gelassen, wenn so viel Geld fast schon wahllos in Vermögenswerte aller Art gesteckt wird? Aus für vermutlich tief im menschlichen Genom verborgenen Gründen war das edle Metall doch für Tausende von Jahren das bevorzugte Schmuckmaterial und, viel bedeutender noch, immer schon die wichtigste Wertanlage. Durch die beispiellose Talfahrt börsengehandelter Goldfonds, sogenannter Gold-ETFs, speziell des SPDR Gold Trust, aber hat der Wert von Gold in jüngster Zeit erheblich gelitten. Die Flucht aus „Papiergold“, wie die Gold-ETFs, -Futures und -Optionskontrakte auch genannt werden, ließ den Wert des edlen Metalls nur so dahinschmelzen – nach dem letzten Hoch bei 1800 Dollar im Oktober 2012 auf 1700 Dollar zu Jahresende 2012 und 1600 Dollar Ende März 2013. Mitte April gab es dann innerhalb von nur zwei Handelstagen einen großen Absturz um mehr als 200 Dollar pro Unze. An dem Grund für den Absturz rätselt die Welt seither.

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