Nach Börsen-Panik in China: Dax knackt wieder die 10.000-Punkte-Marke

Nach Börsen-Panik in China: Dax knackt wieder die 10.000-Punkte-Marke

, aktualisiert 08. Januar 2016, 10:11 Uhr
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Händler sitzen in Frankfurt.

Chinas Notenbank hat den Yuan nach der Börsen-Panik überraschend leicht aufgewertet. Händler bewerten zudem die Aussetzung der "Notbremse" positiv. Der Dax hat sich beruhigt.

Die Lage am deutschen Aktienmarkt hat sich am Ende einer turbulenten Woche beruhigt. Zuvor hatten Chinas Börsen ihre Talfahrt gestoppt. Der Dax stieg am Freitag im frühen Handel um 0,22 Prozent auf 10.001,99 Punkte. Für die erste Handelswoche zeichnet sich damit im Dax dennoch Minus von rund sieben Prozent ab.

Sorgen über eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft und Kurseinbrüche an den Börsen des Landes hatten weltweit für Börsenbeben gesorgt. In China erholten sich die Kurse zum Wochenschluss, nachdem die Regierung einen erst zum Jahresbeginn eingeführten, umstrittenen Schutzmechanismus zur Unterbrechung des Handels bei großen Schwankungen wieder abgeschafft hatte. Die europäischen Börsen hatten darauf bereits am Donnerstag reagiert und ihre Verluste ein Stück weit eingedämmt.

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Stichwort: Die schwärzesten Tage für den Dax seit 1987

  • Hintergrund

    Frankfurt, 24. Aug (Reuters) - Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China hat die Aktienmärkte am Montag auf Talfahrt geschickt. Der Frankfurter Leitindex Dax rutschte erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke von 10.000 Punkten, zeitweise fiel er um bis 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

    Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet.

    Im folgenden eine Übersicht über die prozentual höchsten Verluste des Dax seither:

    DIE 1990er JAHRE UND DIE ANSCHLÄGE VON 9/11

  • 16. Oktober 1989

    Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

  • 19. August 1991

    Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

  • 20. Oktober 1997

    Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

  • 1. Oktober 1998

    Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

  • 11. September 2001

    Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

  • Finanzkrise 2008

    Sie hinterlässt tiefe Spuren im Dax.

  • 21. Januar 2008

    Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6790 Punkte ins Minus. Bei der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September kommt er aber glimpflich davon und verliert nur moderate 2,7 Prozent.

  • 6. Oktober 2008

    Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

  • 8. Oktober 2008

    Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

  • 10. Oktober 2008

    Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

  • 24. Oktober 2008

    Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

  • 8. August 2011

    Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

  • 5. September 2011

    Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

  • 1. November 2011

    Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

  • 29. Juni 2015

    Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitag 0,24 Prozent auf 19.584,82 Punkte, während es für der Technologiewerte-Index TecDax um 0,14 Prozent auf 1742,98 Zähler nach unten ging. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat auf der Stelle.

Nach dem Börsen-Beben hat China zudem seine Währung nicht mehr weiter abgewertet und damit für steigende Kurse an den Märkten in Fernost gesorgt.

"Der Markt ist jetzt wieder im Normalzustand", sagte Analyst Tian Weidong vom Handelshaus Kaiyuan Securities. "Die Investoren können kaufen und verkaufen wie sie wollen. Die Notbremse hatte den Markt erstickt."

China-Beben und Dax-Rutsch Wer hat Angst vor China?

Die Unsicherheit über Chinas labile Konjunktur hat den Börsen erneut schmerzhafte Kursstürze zugefügt. Solange die Zweifel am Zustand von Chinas Wirtschaft bestehen bleiben, dürften die Märkte immer wieder beben.

Das China-Beben ist in die zweite Runde gegangen. Quelle: REUTERS

Nachdem die chinesische Notenbank (PBOC) den Yuan acht Tage in Folge abgewertet und damit Sorgen vor einem Handelskrieg ausgelöst hatte, gab sie am Freitag überraschend eine minimale Aufwertung bekannt. Sie legte den Mittelwert des Yuan zum Dollar auf 6,5636 Yuan nach 6,5646 am Vortag fest.

An der Börse in Tokio stiegen die Kurse danach kräftig an. Hatte der Nikkei-Index vor der Mitteilung noch fast 1,5 Prozent im Minus gelegen, stieg er binnen Minuten zunächst mehr als 450 Punkte und pendelte sich dann bei 17.840 Zählern ein - ein Plus von 0,4 Prozent. Auch der breiter gefasste Topix-Index legte 0,4 Prozent zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 2,2 Prozent.

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1 Kommentar zu Nach Börsen-Panik in China: Dax knackt wieder die 10.000-Punkte-Marke

  • Dax knackt 10.000 - Punkte - Marke
    Wo liegt denn das 52 Wochentief? Waren das 9.300 Punkte? Wie viel fehlen dazu noch? Gut 5 Prozent oder noch eine Woche wie die vergangene. Viel Erfolg!

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