Nach dem Brexit: Experten sehen Frankfurts Stunde kommen

Nach dem Brexit: Experten sehen Frankfurts Stunde kommen

, aktualisiert 21. Juli 2016, 12:23 Uhr
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Die Mainmetropole darf sich nach dem Brexit Hoffnungen machen.

Quelle:Handelsblatt Online

Geht es nach deutschen Bankern und Börsianern wird der Finanzplatz Frankfurt der größte Profiteur des EU-Ausstiegs der Briten sein. Unter allen Städten sehen sie dort die größten Chancen auf das Erbe Londons.

Deutsche Banker, Börsianer und Anwälte sehen Frankfurt schon jetzt als den großen Gewinner eines Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). 95 Prozent der 400 befragten Unternehmen und Dienstleister aus der deutschen Finanzbranche glauben, dass die deutsche Bankenmetropole von dem Brexit profitieren wird, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) an der Universität Frankfurt hervorgeht. Chancen sehen sie auch für Paris, das für 69 Prozent Nutznießer eines Bedeutungsverlusts Londons wäre. Alle anderen Städte rangieren unter ferner liefen.
„Wir werden alles daran setzen, diese Jahrhundertchance für Frankfurt zu nutzen“, sagte Hubertus Väth, Geschäftsführer der Standortinitiative Frankfurt Main Finance. „Für uns ist klar, dass London der zentrale Finanzplatz bleibt. Daher wollen wir, dass Frankfurt die Brücke für London in die Eurozone wird.“ CFS-Geschäftsführer Volker Brühl rechnet aber mit einem scharfen Standortwettbewerb.

Die größten Chancen für Frankfurt sehen die Befragten im Handel mit Wertpapieren und in deren Abwicklung. 78 Prozent gehen davon aus, dass Frankfurt hierbei an Bedeutung gewinnen werde. Nach einem Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der Londoner LSE wäre zu erwarten, dass große Teile des Euro-Clearings von London nach Frankfurt wandern dürften - ohne den Zusammenschluss dagegen voraussichtlich nach Paris. Für jeweils die Hälfte der befragten Finanzexperten wird Frankfurt nach dem Brexit auch für das Firmenkundengeschäft (Corporate Banking) und die Vermögensverwaltung wichtiger.

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57 Prozent gehen davon aus, dass die EU-Bankenregulierungsbehörde EBA, die dann aus London wegziehen muss, in Frankfurt angesiedelt wird. Dort ist die Bankenaufsicht für die Euro-Zone unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) beheimatet.

Sonderrechte für die Londoner Banken und Vermögensverwalter lehnen die deutschen Finanzprofis ab. Die EU solle Großbritannien nach dem Austritt keinen uneingeschränkten Zugang zum Binnenmarkt gewähren, finden 68 Prozent der Befragten. Bisher profitieren viele ausländischen Banken vom „EU-Pass“, der ihnen mit einer Lizenz in Großbritannien Finanzgeschäfte in ganz Europa ermöglicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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