Nach dem Buffett-Hoch: Renaissance der Solaraktien ist nur von kurzer Dauer

Nach dem Buffett-Hoch: Renaissance der Solaraktien ist nur von kurzer Dauer

von Saskia Littmann, Hauke Reimer, Martin Gerth und Niklas Hoyer

In der vergangenen Woche erlebten Anleger mal wieder ein leichtes Aufflackern von Solaraktien. Die Branchenkrise ist damit aber noch lange nicht beendet. Anleger müssen genau hinschauen, um sich die Rosinen rauszupicken.

Anleger sind Herdentiere. Kaum hatte Anlageguru Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway Anfang Januar über zwei Milliarden Dollar in kalifornische Solarkraftwerke investiert, schossen die Kurse der Solaraktien in die Höhe. Anleger glaubten, dass auch die deutschen Solarunternehmen vom Kauf des „Orakels aus Omaha“ profitieren müssten.

Zunächst sah alles danach aus. Seit Jahresbeginn legte die Aktie von SMA Solar um rund 17 Prozent zu, kurz nach dem Buffett-Deal waren es sogar fast 21 Prozent. Selbst die Papiere der kriselnden Bonner Solarworld legten in der Spitze um mehr als 63 Prozent zu. Denn nicht nur der Buffett-Kauf hatte die Kurse beflügelt, der Markt profitierte auch von guten Inflationszahlen. Vieles deutet darauf hin, dass deutsche Verbraucher trotz sinkender Förderung weiterhin Solaranlagen auf ihre Dächer bauen. Denn seit April 2012 werden die Fördersätze für Photovoltaik jeden Monat reduziert, die jeweilige Vergütung für den Haushalt richtet sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage.

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Davon profitieren allerdings längst nicht alle Solaraktien. „Die Euphorie an den Märkten wird früher oder später wieder verfliegen“, sagt deshalb Stefan Freudenreich, Analyst bei Equinet. Einen ähnlichen Effekt hätte es bereits vor einem Jahr nach Bekanntgabe des hohen Photovoltaik-Zubaus des Jahres 2011 gegeben. Bereits in den letzten Tagen rutschten die Aktien schnell wieder in den Buffett-Blues, bei Solarworld belasteten zusätzlich Nachrichten über Kurzarbeit die Kurse.  

Solar-Strafzölle Yingli-Solar-Chef warnt vor Handelskrieg

Mit einem Handelskrieg rechnet der Vorstandschef des chinesischen Solarmodul-Herstellers Yingli Solar, Miao Liansheng.

Yingli Quelle: dapd

 

Es war also eher ein Strohfeuer als eine Renaissance, die Besitzer von Solaraktien in der vergangenen Woche erlebten. Die entsprechenden Gewinnmitnahmen deuten darauf hin, dass dort vor allem Spekulanten am Werk waren. Kein Wunder, schließlich haben Solar-Anleger an den Börsen bereits viel Geld verloren – allein die Pleite des ehemaligen Marktführers Q-Cells aus dem sächsischen Thalheim kostete Anleger mehr als 20 Milliarden Euro an der Börse.

Lohnt der Blick auf Solar trotzdem?

Dennoch gibt es auch optimistische Einschätzungen für die angeschlagene Branche. Analysten der Deutschen Bank sagen eine rosige Zukunft voraus. Laut einer Mitteilung an Investoren rechnen sie für 2013 mit einem Wachstum des globalen Solarmarktes von satten 22 Prozent. Wachstumstreiber sind vor allem die asiatischen Märkte sowie die USA. Demnach wird der chinesische Markt um mehr als das Doppelte von bisher vier Gigawatt installierter Leistung 2012 auf dann zehn Gigawatt wachsen, so die Analysten. Zum Vergleich: Die weltweit installierte Solarstrom-Leistung durchbrach zum Ende des vergangenen Jahres erstmalig die 100-Gigawatt-Marke.

Noch besser als in China sieht es in Indien aus, hier wird sich das Solar-Volumen demnach sogar mehr als verdreifachen. Buffetts Investment lässt es erahnen, die Analysten erwarten es: Auch die USA werden 2013 auf dem Solarmarkt mitmischen. Den Experten zufolge dürfte die installierte Leistung um 29 Prozent auf immerhin 4,5 Gigawatt steigen. Eitel Sonnenschein in der Solarwelt?

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