Bild: dpaSunways
Das Amtsgericht Konstanz hat am 7. Mai ein Insolvenzverfahren über die Solarfirma eröffnet. Antragstellerin ist die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank). Laut Unternehmensangaben läuft das Verfahren über das Vermögen der Sunways AG sowie ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, der Sunways Production GmbH. Der vorläufige Insolvenzverwalter Thorsten Schleich hat nun drei Monate Zeit, um über die Zukunft von Sunways zu entscheiden. Die BW-Bank zählt zu jenen Banken, die Sunways vor wenigen Wochen Kredite über insgesamt 6,6 Millionen Euro gekündigt hatten. Damals zeigte man sich in Konstanz noch zuversichtlich und wollte weiter verhandeln. Am Dienstagabend erklärte ein Sprecher, der Insolvenzantrag der BW-Bank habe das Unternehmen überrascht.
Das Sunways-Betriebsergebnis (Ebit) hatte Ende September bei minus 24,5 Millionen Euro (2011: minus 21,6 Mio Euro) gelegen. Nach der Kredit-Kündigung hatte Sunways die für Ende April geplante Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf unbestimmte Zeit verschoben. Ende 2012 beschäftigte der Konzern 265 Mitarbeiter. Sunways-Hauptaktionär ist die chinesische LDK Solar. Ob sie für das Unternehmen einspringen werde, war zunächst unklar.
Bild: ScreenshotAlfasolar
Der norddeutsche Modulhersteller hat am 24. April die vorläufige Insolvenz beantragt. Alfasolar ist seit zwanzig Jahren am Markt und beschäftigt rund100 Mitarbeiter. Die Produktionsanlage in Hannover hat eine Gesamtkapazität von 40 Megawatt - damit zählt das Unternehmen zu den kleinen Modulherstellern. Der Mittelständler kann wie viele andere Unternehmen der Branche dem Preisverfall nicht länger standhalten. Produktion und Geschäftsbetrieb laufen jedoch vorläufig weiter. Manuel Sack aus der Kanzlei Brinkmann & Partner in Hannover wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Bild: dpaSolarworld
Der Bonner Solarmodulproduzent steckt tief in den roten Zahlen. 2012 machte der Betrieb rund 550 Millionen Euro Verlust. Mitte April gab Chef Frank Asbeck in einer Ad hoc-Mitteilung bekannt, dass das Kapital der Aktionäre restlos aufgebraucht sei, die Bonner hängen am Tropf ihrer Gläubiger. Doch das kann einen Asbeck nicht schrecken. Obwohl sein Unternehmen ums Überleben kämpft, denkt er darüber nach, Teile der Bosch-Produktion zu kaufen. Er sei "insbesondere an der Solarzellen-Fertigung" interessiert, sagte er dem Handelsblatt. Bosch hatte vor kurzem den Ausstieg aus dem Solargeschäft beschlossen und will den Bereich, zu dem die börsennotierte Tochter Aleo Solar gehört, verkaufen.
Hier lesen Sie mehr über den Fall des Sonnenkönigs.
Bild: APBosch Solarsparte
Alle Standorte des Solargeschäfts werden dicht gemacht, 3000 Bosch-Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Damit zieht Bosch-Chef Volkmar Denner den endgültigen Schlussstrich unter das Solar-Abenteuer. 2,4 Milliarden Euro verbrannten der Stuttgarter Technologiekonzern seit dem Einstieg ins Photovoltaik-Geschäft im Jahr 2008. Der weltweit größte Automobilzulieferer bot die gesamte Palette von Modulen für private Hausbesitzer bis hin zu Solar-Kraftwerken an. Schon 2011 gab es wegen der Preiseinbrüche Abschreibungen von rund 500 Millionen Euro. 2012 kam es noch dicker: Bosch machte mit seiner Sonnenenergiesparte gut eine Milliarde Euro Verlust. Das in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehende Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro ein (2011: 2,7 Milliarden Euro).
Bild: REUTERSSuntech
Der chinesische Solarzellen-Hersteller Suntech hat Konkurs angemeldet, heißt es von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Gläubigerbanken des früheren Marktführers hätten bei Gericht einen Antrag auf Sanierung im Insolvenzverfahren eingereicht, meldete die Agentur am Mittwoch. Suntech lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Die auch in Deutschland gelisteten Aktien von Suntech stürzten nach der Mitteilung um 50 Prozent auf ein Rekordtief von 0,24 Euro. Der ehemals größte Solarzellen-Hersteller der Welt hatte am Montag mitgeteilt, Ende der Woche fällige Anleihen im Volumen von 541 Millionen Dollar nicht bedienen zu können. Der Aktienkurs des Unternehmens war schon länger in den Keller gesackt. Die Insolvenz ist nach Ansicht von Experten ein Zeichen, dass die Konsolidierung in der Solarindustrie in Europa und den USA jetzt auch China erreicht hat.
Bild: dpaNordex
2012 hat der Windturbinenbauer Nordex herbe Verluste wegstecken müssen. Ihm machte vor allem das schwache Asien- und US-Geschäft zu schaffen. Das Unternehmen mit Stammsitz in Rostock musste 2011 einen Verlust von nahezu 50 Millionen Euro verbuchen - im vergangenen Jahr hätte Nordex bereits wieder 14 Millionen Euro operativen Gewinn erzielt, wären da nicht die Einmalkosten von 75 Millionen Euro, die zur Anpassung der Kostenstruktur der nicht ausgelasteten Gesellschaften verwendet wurden. 2013 soll es weiter aufwärts gehen, Nordex plant wieder mit Gewinn und strebt eine Ebit-Marge von 2 bis 3 Prozent an. Die Auftragsbücher sind schon gut gefüllt.
Bild: dpaDer Ausflug in die Solarenergie-Technik kommt Siemens teuer zu stehen. Der Konzern müsse mit dem Ausstieg aus dem Geschäft erneut Belastungen von brutto mehr als 250 Millionen Euro verbuchen, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Siemens-Kreise. Diese würden sich aus Firmenwertabschreibungen, operativen Verlusten sowie Abschreibungen auf bereits begonnene Solaranlagen zusammensetzen. Insgesamt habe die Münchener das 2009 gestartete Experiment mit Sonnenstrom einen Betrag in der Größenordnung von 800 Millionen Euro gekostet. Siemens war am Sonntagabend auf Anfrage zunächst nicht zu erreichen.
Siemens hatte angekündigt, das Solarthermie- und Photovoltaikgeschäft zu verkaufen. Von den Plänen sind weltweit 680 Mitarbeiter betroffen. Elektrotechnische Komponenten wie Generatoren und Netztechnik soll es aber weiterhin geben. Der Konzern hatte vor allem auf Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenhitze gesetzt und dafür eigens die israelische Solel für 418 Millionen Dollar gekauft. Die Strategie zahlte sich jedoch nicht aus. Solel machte mehr Verlust als Umsatz.
Bild: dpaSolarwatt
Der mittelständische Hersteller von kristallinen Solarmodulen hat den Sprung aus der Insolvenz heraus geschafft. Im August hatte Solarwatt einen Antrag auf Restrukturierung im Eigenverwaltung gestellt und bewilligt bekommen. Das Unternehmen aus Dresden startet nun mit 337 der ehemals 435 Mitarbeitern neu durch. BMW-Großaktionär Stefan Quandt ist Ankeraktionär. Solarwatt richtet sich strategisch neu aus. Statt der Produktion von Modulen stehen nun Systeme im Fokus, mit denen Hausbesitzer ihren Energiebedarf größtenteils durch selbsterzeugten Strom decken können und ihren Energieverbrauch deutlich reduzieren können sollen.
Bild: dapdDer angeschlagene Solarkonzern Conergy steckt mitten auf seinem Sanierungsweg wieder in tiefer Finanznot. Zum zweiten Mal binnen nicht einmal zwei Jahren ist das Grundkapital der Gesellschaft von knapp 160 Millionen Euro um mehr als die Hälfte aufgebraucht, wie Conergy am Montagabend in Hamburg mitteilte.
Bild: dpaDer insolvente Solzellenhersteller Sovello stoppt die Produktion und kündigt allen 1000 Mitarbeitern. „Die finanzielle Lage des Unternehmens macht diesen Schritt leider erforderlich“, sagte Insolvenzverwalter Luca F. Flöther. Das Unternehmen das zum "Solar Valley" in Bitterfeld-Wolfen zählte, hatte im Mai Insolvenz angemeldet. Die geplante Sanierung in Eigenverwaltung platzte Ende Juli. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Sovello noch 200 Millionen Euro Umsatz. Der Solarbetrieb ist aus einem Gemeinschaftsunternehmen der Branchenfirmen Evergreen Solar, Q-Cells und REC ASA hervorgegangen und gehört seit 2010 dem Beteiligungsfonds Ventizz Capital.
Sunways
Das Amtsgericht Konstanz hat am 7. Mai ein Insolvenzverfahren über die Solarfirma eröffnet. Antragstellerin ist die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank). Laut Unternehmensangaben läuft das Verfahren über das Vermögen der Sunways AG sowie ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, der Sunways Production GmbH. Der vorläufige Insolvenzverwalter Thorsten Schleich hat nun drei Monate Zeit, um über die Zukunft von Sunways zu entscheiden. Die BW-Bank zählt zu jenen Banken, die Sunways vor wenigen Wochen Kredite über insgesamt 6,6 Millionen Euro gekündigt hatten. Damals zeigte man sich in Konstanz noch zuversichtlich und wollte weiter verhandeln. Am Dienstagabend erklärte ein Sprecher, der Insolvenzantrag der BW-Bank habe das Unternehmen überrascht.
Das Sunways-Betriebsergebnis (Ebit) hatte Ende September bei minus 24,5 Millionen Euro (2011: minus 21,6 Mio Euro) gelegen. Nach der Kredit-Kündigung hatte Sunways die für Ende April geplante Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf unbestimmte Zeit verschoben. Ende 2012 beschäftigte der Konzern 265 Mitarbeiter. Sunways-Hauptaktionär ist die chinesische LDK Solar. Ob sie für das Unternehmen einspringen werde, war zunächst unklar.
Anleger sind Herdentiere. Kaum hatte Anlageguru Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway Anfang Januar über zwei Milliarden Dollar in kalifornische Solarkraftwerke investiert, schossen die Kurse der Solaraktien in die Höhe. Anleger glaubten, dass auch die deutschen Solarunternehmen vom Kauf des „Orakels aus Omaha“ profitieren müssten.
Zunächst sah alles danach aus. Seit Jahresbeginn legte die Aktie von SMA Solar um rund 17 Prozent zu, kurz nach dem Buffett-Deal waren es sogar fast 21 Prozent. Selbst die Papiere der kriselnden Bonner Solarworld legten in der Spitze um mehr als 63 Prozent zu. Denn nicht nur der Buffett-Kauf hatte die Kurse beflügelt, der Markt profitierte auch von guten Inflationszahlen. Vieles deutet darauf hin, dass deutsche Verbraucher trotz sinkender Förderung weiterhin Solaranlagen auf ihre Dächer bauen. Denn seit April 2012 werden die Fördersätze für Photovoltaik jeden Monat reduziert, die jeweilige Vergütung für den Haushalt richtet sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage.
Davon profitieren allerdings längst nicht alle Solaraktien. „Die Euphorie an den Märkten wird früher oder später wieder verfliegen“, sagt deshalb Stefan Freudenreich, Analyst bei Equinet. Einen ähnlichen Effekt hätte es bereits vor einem Jahr nach Bekanntgabe des hohen Photovoltaik-Zubaus des Jahres 2011 gegeben. Bereits in den letzten Tagen rutschten die Aktien schnell wieder in den Buffett-Blues, bei Solarworld belasteten zusätzlich Nachrichten über Kurzarbeit die Kurse.
Es war also eher ein Strohfeuer als eine Renaissance, die Besitzer von Solaraktien in der vergangenen Woche erlebten. Die entsprechenden Gewinnmitnahmen deuten darauf hin, dass dort vor allem Spekulanten am Werk waren. Kein Wunder, schließlich haben Solar-Anleger an den Börsen bereits viel Geld verloren – allein die Pleite des ehemaligen Marktführers Q-Cells aus dem sächsischen Thalheim kostete Anleger mehr als 20 Milliarden Euro an der Börse.
Lohnt der Blick auf Solar trotzdem?
Dennoch gibt es auch optimistische Einschätzungen für die angeschlagene Branche. Analysten der Deutschen Bank sagen eine rosige Zukunft voraus. Laut einer Mitteilung an Investoren rechnen sie für 2013 mit einem Wachstum des globalen Solarmarktes von satten 22 Prozent. Wachstumstreiber sind vor allem die asiatischen Märkte sowie die USA. Demnach wird der chinesische Markt um mehr als das Doppelte von bisher vier Gigawatt installierter Leistung 2012 auf dann zehn Gigawatt wachsen, so die Analysten. Zum Vergleich: Die weltweit installierte Solarstrom-Leistung durchbrach zum Ende des vergangenen Jahres erstmalig die 100-Gigawatt-Marke.
Noch besser als in China sieht es in Indien aus, hier wird sich das Solar-Volumen demnach sogar mehr als verdreifachen. Buffetts Investment lässt es erahnen, die Analysten erwarten es: Auch die USA werden 2013 auf dem Solarmarkt mitmischen. Den Experten zufolge dürfte die installierte Leistung um 29 Prozent auf immerhin 4,5 Gigawatt steigen. Eitel Sonnenschein in der Solarwelt?
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