Nach dem Euro-Crash: Schweizer Notenbank treibt Broker in die Pleite

Nach dem Euro-Crash: Schweizer Notenbank treibt Broker in die Pleite

Die Verluste auf den Kundenkonten waren zu groß. Mehrere Broker mussten ihr Geschäft einstellen, nachdem die Schweizer Notenbank SNB den Euro auf Talfahrt schickte.

Die Schweizer Notenbank hat die Finanzmärkte in einen Schock versetzt - mit bitteren Konsequenzen für einige Teilnehmer. Denn mittlerweile mussten die ersten Finanzhäuser aufgrund des Crash ihr Geschäft einstellen. Einer ist der britische Broker Alpari, der unter anderem auch in Deutschland am Markt aktiv war. Auch beim Devisenhändler Global Brokers NZ aus Neuseeland geht nichts mehr, die Verluste waren zu groß.

Global Brokers NZ teilte mit, Verluste bei Kunden mit Franken-Positionen hätten das Kapital der Bank so vermindert, dass sie die Eigenkapitalanforderungen nicht mehr erfüllen könne. Die hohen Verluste überstiegen bei vielen Kunden des Brokers das Depotvolumen. Wenn ein Kunde seine Verluste nicht mehr decken könne, müsse der Broker einspringen, teilten die Neuseeländer mit.

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Die Schweizerische Nationalbank, SNB, in Bern. Quelle: dpa

Die Aufsichtsbehörde, Financial Market Authority (FMA), prüfe nun ob die Einlagen der Kunden bei Global Brokers noch sicher seien, sagte ein FMA-Sprecher.

Auch Alpari teilte mit, dass die Verluste der Kunden das Eigenkapital aufgezehrt hätten, der Broker musste daher Insolvenz anmelden. Andere Broker berichten ebenfalls von hohen Verlusten. In den Depots der auf kleinere Kunden ausgerichteten Devisenhandelsfirma FXCM haben sich Verluste von umgerechnet insgesamt 225 Millionen Dollar angesammelt. Die Schweizer Online-Bank Swissquote musste aufgrund der Einbußen ihrer Kunden eine Rückstellung von 25 Millionen Franken aktivieren, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. "Viele Kunden folgten der von der SNB regelmäßig bestätigten Strategie und haben auf eine Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro gesetzt", erklärte die auf den Online-Handel für kleinere Kunden spezialisierte Brokerbank.

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Die Rückstellung werde sich im Abschluss des ersten Halbjahres niederschlagen, ohne jedoch die Profitabilität und die Solidität der Bank infrage zu stellen. Für 2104 rechnet Swissquote bei einem Rekordumsatz von 145 Millionen Franken mit einem Vorsteuergewinn von etwa 28 Millionen Franken. An der deutlich schwächeren Schweizer Börse fiel die Swissquote-Aktie um 7,5 Prozent.

Das Broker die Verluste ihrer Kunden aus eigenen Mitteln decken müssen ist normal. In der Regel sichern sie sich aber für solche Fälle ab. Der abrupte Absturz des Euro um knapp 30 Prozent binnen weniger Minuten war aber so nicht vorherzusehen und damit wohl auch nicht abzusichern. Mit einer Situation, bei der alle nur noch aus der Währung rauswollen, war nicht zu rechnen.

Nicht nur Broker, auch Hedgefonds und einige Banken trifft der Crash hart. Insbesondere Geldinstituten, die viele Kredite in Franken ausgegeben haben, drohen hohe Abschreibungen.

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