Nach den Alcoa-Zahlen: Trübe Aussicht auf die Berichtssaison

Nach den Alcoa-Zahlen: Trübe Aussicht auf die Berichtssaison

von Stefan Hajek

Alcoa machte - wie immer - den Auftakt zur Berichtssaison; die Zahlen des weltgrößten Aluminiumherstellers haben der Börse wie erwartet nicht gut geschmeckt. Sie sind eine Warnung für die gesamte Berichtssaison.

Nach einem satten Gewinn von 172 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum 2011 hat Alcoa im dritten Quartal 2012 herbe Verluste eingefahren. Auch, wenn der größte Posten aus Rückstellungen für einen Rechtsstreit resultierte - unter dem Strich machte Alcoa 143 Millionen Dollar Minus, was aber von den meisten Marktbeobachtern schon erwartet worden war.

Weil Aluminium ein Vorprodukt in vielen Industriebereichen ist - vom Möbel über den Hausbau bis zu Autos und Flugzeugen - sind die schlechten Alcoa-Zahlen durchaus als Warnung für die ganze Berichtssaison zu sehen. Die erste wirklich negative Überraschung lieferte jedoch heute der Öl- und Gaskonzern Chevron, der die Anleger mit einer Gewinnwarnung schockte. Ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum weltweit benötigt weniger Rohstoffe, Öl und Gas.

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Dazu passt der neue Konjunkturausblick des Internationalen Währungsfonds, IWF. Dieser warnt vor einer stark nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik weltweit. Für Europa rechnet der IWF 2013 sogar mit Nullwachstum.
Analysten in Europa haben ihre Erwartungen an die Gewinne für das laufende vierte Quartal schon deutlich nach unten korrigiert. In den USA sind die meisten davon noch weit entfernt; nach einer Wachstumsdelle im dritten rechnen sie für das vierte Quartal schon wieder mit einem durchschnittlichen Gewinnplus von 15 Prozent - überaus ambitioniert. Vor diesem Hintergrund sind weitere Enttäuschungen an der Börse nicht unwahrscheinlich.

Interessant sind vor allem die Ausblicke auf 2013. Die meisten, erst recht konjunktursensible - Unternehmen halten sich hierbei, wie zu erwarten, deutlich zurück. Alcoa-Chef Kleinfeld will vorerst an seinen optimistischen Prognosen festhalten. Bei den meisten Dax-Werten etwa rechnen Analysten für 2013 nur noch mit einem deutlich nachlassenden Gewinnwachstum; bei Bayer etwa statt mit plus 7,9 Prozent 2011 auf 2012 nur noch mit plus 3,9.

Deshalb richtet sich das Augenmerk der Anleger auf die Dynamik des globalen Wirtschaftswachstums. Da steht für die kommenden Wochen oder vielleicht Monate zunächst nichts Gutes zu erwarten. Chinas Wachstum schwächt sich weiter ab; auch die anderen Schwellenländer, allen voran Indien, schwächeln. Das Kurs-Potenzial der BRIC-Story scheint vorerst ausgereizt.

Hinzu kommt: Die Sparprogramme vieler Länder (Kürzung der Investitionen der Öffentlichen Hand, Rentenkürzungen, Abbau von Sozialleistungen etc.) werden das Wirtschaftswachstum vieler großer Volkswirtschaften über viele Monate begrenzen. "Die erhoffte Belebung der globalen Konjunktur dürfte zum einen schwächer als erwartet ausfallen, zum anderen mit einer Zeitverzögerung von einigen Monaten erfolgen", sagt Peter Reichel, Leiter private Vermögensverwaltung der Hamburger Berenberg Bank.

Aber es gibt auch Positives: Gerade aus den USA erreichen die Börse hoffnungsvolle Nachrichten. Die Arbeitslosenzahlen sanken im vergangenen September überraschend deutlich unter die kritische Marke von 8,0 Prozent (auf 7,8, den niedrigsten Wert seit 2009); 114.000 neue US-Jobs entstanden im September, auch die zunächst enttäuschenden Schätzungen für die Monate Juli und August mussten nach oben korrigiert werden. Auch die Immobilienpreise stabilisieren sich, in einzelnen Regionen wie New York oder San Francisco steigen sie bereits wieder deutlich. Das dürfte die Bankbilanzen mittelfristig entlasten und zumindest den Abschreibungsdruck auf Kredit-Portfolios mildern.

Dazu passend rechnet der IWF für die USA mit einem ordentlichen Wachstum von rund 2,1 Prozent sowohl heuer als auch 2013. Hinzu kommen fallende Gaspreise durch neue Fördertechniken, welche die US-Industrie einigen Schätzungen zufolge derart entlasten, dass ein zusätzliches BIP-Wachstum von 0,2- bis 0,4 Prozent-Punkten in den kommenden Jahren herausspringen könnte.

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