Bild: REUTERSDie Rettung der Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) dürfte sich für die japanische Regierung auszahlen. Beim Comeback an der Börse will JAL sieben Milliarden Euro einsammeln. Es ist der weltweit zweitgrößte IPO in diesem Jahr nach Facebook. Ein japanischer Staatsfonds hatte dem Unternehmen nach der Insolvenz 2010 mit rund 3,5 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen und im Gegenzug Anteile übernommen. Diese wären bei dem von JAL nun veranschlagten Preis je Aktie von 3790 Yen rund sieben Milliarden Euro und damit doppelt so viel wert. Der Fonds hat bereits angekündigt, die gesamte Beteiligung bei dem Börsengang verkaufen zu wollen.
Von den Top Ten der größten IPOs aller Zeiten ist der Konzern damit allerdings noch weit entfernt, wie die folgenden Bilder zeigen:
Bild: dapdPlatz 10
Die Deutsche Telekom AG konnte bei ihrem Börsenstart 1996 13 Milliarden Dollar einnehmen. Der Konzern mit Sitz in Bonn ist das größte Telekommunikationsunternehmen Europas. Weltweit beschäftigt die Deutsche Telekom 246.777 Mitarbeiter, davon 121.564 in Deutschland.
Bild: APPlatz 9
Japans Telekommunikations-Riese Nippon Tel ging bereits 1987 an die Börse und nahm 15,3 Milliarden Dollar ein. 1999 wurde der Konzern umstrukturiert und ging in der NTT Communications Corp auf. Im Bild NTT-Präsident Masanobu Suzuki.
Bild: dpaPlatz 8
Der US-amerikanische Automobilkonzern General Motors legte 2010 einen starken Börsenstart hin: 15,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen beschäftigt rund 200.000 Mitarbeiter.
Bild: dpaPlatz 7
Das soziale Netzwerk Facebook schrieb mit seinem Börsengang im Mai 2012 Geschichte. 16 Milliarden Dollar konnte das Internet-Unternehmen einsammeln. Die Aktie ist allerdings im Sinkflug. Anleger, die beim Börsengang noch 38 Dollar pro Papier gezahlt hatten, haben bis Anfang August fast die Hälfte ihres Einsatzes verloren. Die Aktie sackte zwischenzeitlich auf 20 Dollar ab. Facebook hat weltweit 955 Millionen Nutzer.
Bild: REUTERSPlatz 6
Der italienische Energieversorger Enel SpA beschäftigt über 58.000 Mitarbeiter. Bei seinem Börsengang im Jahr 1999 konnte der Konzern 16,5 Milliarden Dollar einsammeln.
Bild: REUTERSPlatz 5
Ein Blick auf den AIA-Turm in Hong Kong. Die asiatische Sparte des US-Versicherers AIG nahm bei seinem Börsengang im Oktober 2010 17,8 Milliarden Dollar ein.
Bild: dapdPlatz 4
Der Kreditkartenanbieter Visa wagte im Frühstadium der Finanzkrise im März 2007 seinen Börsenstart und erzielte mit knapp 17,9 Milliarden US-Dollar das bislang vierthöchste Volumen. Das Unternehmen hat 6800 Mitarbeiter und ist international tätig.
Bild: REUTERSPlatz 3
Kaoru Kato (im Bild) ist der Präsident und CEO von Japans größtem Mobilfunkanbieter NTT Docomo Inc. Der Konzern ging bereits 1998 an die Börse. Das Volumen ist bis heute das drittgrößte überhaupt: 18,1 Milliarden US-Dollar.
Bild: dpaPlatz 2
Vor dem Börsengang der ABC hatte die Notierung der Industrial and Commerce Bank of China (ICBC) mit 11,19 Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 den Rekord als größter Börsengang der Welt gehalten. Die Bank hat weltweit rund 16.000 Filialen, davon aber nur etwa 200 außerhalb Asiens, und beschäftigt knapp 400.000 Mitarbeiter.
Die Rettung der Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) dürfte sich für die japanische Regierung auszahlen. Beim Comeback an der Börse will JAL sieben Milliarden Euro einsammeln. Es ist der weltweit zweitgrößte IPO in diesem Jahr nach Facebook. Ein japanischer Staatsfonds hatte dem Unternehmen nach der Insolvenz 2010 mit rund 3,5 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen und im Gegenzug Anteile übernommen. Diese wären bei dem von JAL nun veranschlagten Preis je Aktie von 3790 Yen rund sieben Milliarden Euro und damit doppelt so viel wert. Der Fonds hat bereits angekündigt, die gesamte Beteiligung bei dem Börsengang verkaufen zu wollen.
Von den Top Ten der größten IPOs aller Zeiten ist der Konzern damit allerdings noch weit entfernt, wie die folgenden Bilder zeigen:
Eine Schwemme frisch handelbarer Facebook-Aktien hat den Kurs des weltgrößten Online-Netzwerks tief ins Minus gedrückt. Am Donnerstag fiel das Papier im frühen New Yorker Handel um bis zu 6 Prozent. Am Morgen war eine erste Haltefrist ausgelaufen. Nach dem Börsengang im Mai dürfen nun zahlreiche Alteigentümer weitere Aktien unters Volk bringen.
Insgesamt könnten bis zu 271 Millionen zusätzliche Aktien auf den Markt drängen. Das ist eine beträchtliche Anzahl: Beim Börsengang selbst waren 421 Millionen Aktien zu 38 Dollar verkauft worden. Schon am zweiten Handelstag war der Kurs aber eingebrochen und markiert seitdem immer neue Tiefstände. Am Vortag hatte die Aktie vom niedrigen Niveau aus um vier Prozent zugelegt.
Kuriose Börsenpannen
Vertippt und verkauft
Ein Aktienhändler der UBS handelte durch Eingabe zu vieler Nullen im Januar 1999 innerhalb von zwei Minuten zehn Millionen Aktien der Pharmafirma Roche, von den aber überhaupt nur sieben Millionen Stück existierten. Das Handelsvolumen überstieg die Marktkapitalisierung von Roche um knapp die Hälfte. Den Verkauf versuchte er durch eigene Kauforders rückgängig zu machen. 2001 verkaufte ein Händler der Investmentbank Lehman Brothers aus Versehen immer hundertmal mehr Aktien als er wollte – vor allem von Schwergewichten wie AstraZeneca und BP – und vernichtete so zeitweise 30 Milliarden Pfund an Börsenwert.
100 Millionen für Verdreher
Im Dezember 2001 begleitete UBS Warburg den Verkauf neuer Aktien des japanischen Unternehmens Dentsu. Ein Händler vertippte sich und verkaufte statt 16 Dentsu-Aktien zu 600.000 Yen gleich 610.000 Aktien zu 6 Yen an. Schnell verkaufte die UBS so 64.915 Aktien, was etwa der Hälfte des Emissionsvolumens entspricht. Die UBS verlor so 100 Millionen Dollar, weil sie die Aktien selbst zum Marktpreis kaufen musste, um die Käufer mit den Papieren zu versorgen.
Milliarden statt Millionen
Ein Händler von Bear Stearns verkaufte im Oktober 2002 Aktien für vier Milliarden Dollar anstelle von vier Millionen. Bevor der Vertipper auffiel, gingen bereits Wertpapiere im Wert vom 600 Millionen Dollar an neue Besitzer. Der Leitindex Dow Jones sank dadurch um 2,3 Prozent.
Hochfrequenzhandel als Fallbeil der Börse
Der Hochfrequenzhandel war für den "Flash Crash" an der Wall Street verantwortlich, als sich im Mai 2010 durch einen blitzartigen Kurseinbruch aus heiterem Himmel binnen Minuten fast eine Billion Dollar Marktwert in Luft auflöste. Einige Aktien verloren in der kurzen Zeitspanne rund die Hälfte ihres Wertes. Schon davor hatte es Kritik gegeben an den immer schnelleren Börsengeschäften über Computersysteme. Beim sogenannten Hochfrequenzhandel werden tausende Transaktionen binnen Millisekunden durch Computer ausgelöst.
Fünf-Minuten-Chaos bei der Citigroup
Ende Juni 2010 fielen die Aktien der Citigroup nach Massenverkäufen durch elektronische Handelssysteme zeitweise um17 Prozent. Da die US-Börsenaufsicht SEC nach dem „Flash Crash im Mai zuvor beschlossen hatte, Aktien aus dem Index S&P 500 vom Handel auszusetzen, sofern diese innerhalb von fünf Minuten mehr als zehn Prozent fallen oder steigen, stoppte diese Sicherungssystem den Kursrutsch. Fünf Minuten stoppte der Handel, dann beruhigte sich die Lage. Den Handelstag beendete die Citigroup-Aktie sieben Prozent im Minus.
Börsenplattform BATS plattgemacht
Noch vor Facebook gab es einen weiteren verpatzten Börsengang: Die Erstnotiz der drittgrößten US-Börse BATS Global Markets Ende März 2012 endete mit einem Totalschaden. Die Aktien sollten auf der eigenen Handelsplattform ihr Börsendebüt feiern, aber die neuen BATS-Aktien sackten binnen Minuten von 16 Dollar auf unter einen Cent. Als Schuldige wurde eine neue Software ausgemacht. BATS musste falschen Transaktionen zurücknehmen - und nahm die eigenen Aktien nach dem peinlichen Vorfall gleich mit von der Börse.
Das Facebook-Desaster
Als das 900 Millionen Nutzer starke Social-Media-Portal im Mai 2012 den Sprung an die Börse wagte, bekam die Erfolgsstory deutliche Risse. Nach gravierenden Pannen im Handelssystem der Technologiebörse Nasdaq in New York stürzte der Kurs des Börsenneulings rapide in die Tiefe. Beteiligte Firmen erlitten hohe Millionen-Verluste, etliche fordern von der Nasdaq Schadenersatz. Die Schweizer Großbank UBS, die beim Facebook-Börsengang 349 Millionen Franken (290 Millionen Euro) verlor, drohte bereits mit einer Klage gegen die Börse.
Knight Capital sorgt für Börsenchaos
Am 31. Juli 2012 versetzte eine fehlerhafte Handelssoftware versetzte Wertpapierhändler und Anleger an der Wall Street in Aufruhr: In den ersten 45 Minuten des Handelstages verzeichneten rund 150 Aktientitel so hohe Umsätze wie sonst an einem ganzen Tag. Die Folge waren heftige Preisschwankungen, und fünf Aktien mussten sogar ganz aus dem Handel genommen werden. Das Börsenhandelshaus Knight Capital räumte ein, Probleme mit seinen computergestützten Systemen seien dafür verantwortlich. Ein neues Handelsprogramm hatte die Börse mit fehlerhaften Handelsaufträgen geflutet. Knight Capital verbuchte durch die viel zu teuer gekauften Aktien einen Verlust von rund 440 Millionen Dollar.
Computerfehler beflügelt Kraft-Aktie
Kurz nach dem Handelsstart an der Technologiebörse Nasdaq schossen die Aktien des Lebensmittelherstellers Kraft Foods binnen einer Minute um satte 30 Prozent nach oben, von 45 auf mehr als 58 Dollar. Die Nasdaq verneinte Probleme mit ihrer Handelsplattform und machte einen Börsenmakler als Verursacher aus. Laut "Financial Times" hatte ein Handelsprogramm irrtümlich versucht, 30.000 Kraft-Aktien binnen kürzester Zeit zu ordern. Die Nasdaq und andere betroffene Börsen erklärten nach einer Untersuchung der Kursbewegungen die fragwürdigen Transaktionen oberhalb eines Kurses von 47,82 Dollar für ungültig. Der Fehler ereignete sich nur einen Tag, nachdem Kraft Foods sich aufgespalten und sein Geschäft mit Snacks außerhalb der USA unter dem Namen Mondelez International als eigenständige Aktie an die Nasdaq gebracht hatte.
Interessant ist diese zweite Welle an Anteilsverkäufen vor allem deshalb, weil viele Alteigner im Verwaltungsrat von Facebook sitzen, dem höchsten Firmengremium. Sie haben damit Einblick in den Geschäftsverlauf und die Zukunftsplanungen des weltgrößten Sozialen Online-Netzwerks. Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg darf allerdings zunächst keine weiteren Aktien verkaufen.
Beinahe fünfzig Prozent Verlust
Am Donnerstag fiel das Papier unter die markante Marke von 20 Dollar und nahm zwischenzeitlich sogar Kurs auf das bisherige Allzeittief von 19,82 Dollar. Das bedeutet, dass Anleger, die das Papier zum Ausgabekurs gekauft hatten, inzwischen fast die Hälfte ihres Einsatzes verloren haben.
Zuletzt hatte sich vor allem als Problem erwiesen, dass immer mehr Nutzer mit ihren Smartphones auf Facebook zugreifen - auf den kleinen Bildschirmen lässt sich aber kaum Werbung unterbringen. Anzeigen sind die Haupteinnahmequelle von Facebook. Von den 955 Millionen Nutzern kommunizieren inzwischen 543 Millionen mobil mit ihren Freunden und Bekannten auf Facebook.






















