Nach Kurssturz: Deutsche Bank beteuert Zahlungsfähigkeit

Nach Kurssturz: Deutsche Bank beteuert Zahlungsfähigkeit

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Der Absturz der Aktie zu Beginn der Woche hat die Deutsche Bank viel Vertrauen gekostet.

Der dramatische Kurssturz zu Beginn der Woche hat das Vertrauen in die Deutsche Bank erschüttert. Nun versucht das Geldhaus, Anleger und Investoren zu beruhigen. Es sei ausreichend Liquidität vorhanden.

Nach dem dramatischen Vertrauensverlust an der Börse bemüht sich die Deutsche Bank um eine Beruhigung der Anleger. Deutschlands größtes Geldhaus bekräftigte am Montagabend, dass es genug Geld habe, um neuartige Anleihen (Contingent Convertible Bonds, "CoCos") zu bedienen, die erst 2014 im Volumen von rund fünf Milliarden Euro ausgegeben wurden. Dieses Jahr steht eine Zinszahlung von rund 350 Millionen Euro an - und nach Konzernangaben steckt etwa eine Milliarde Euro in der Kasse dafür. 2017 liegen die geschätzten Reserven dank erwarteter Sondererlöse demnach sogar bei 4,3 Milliarden Euro - das operative Ergebnis des laufenden Jahres noch gar nicht eingerechnet.

Derartige Bekenntnisse zur Zahlungsfähigkeit sind ungewöhnlich. Bei der Deutschen Bank liegen offenbar die Nerven blank: Die Aktie war zu Wochenbeginn - im Zuge eines allgemeinen Ausverkaufs bei Finanztiteln - regelrecht abgestürzt und hatte zeitweise fast zwölf Prozent verloren. Am Ende schloss sie 9,5 Prozent tiefer bei 13,82 Euro - so schwach hat das Papier einen Börsentag noch nie beendet. "Die Investoren haben komplett den Glauben an die Bank verloren", fasste es ein Großaktionär des Instituts zusammen.

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Denn die Anleger können sich längst nicht mehr darauf verlassen, dass die Deutsche Bank Gewinne schreibt. Im vergangenen Jahr stand unter dem neuen Chef John Cryan vor und nach Steuern ein Verlust zu Buche. Unter dem Strich belief sich das Minus auf fast sieben Milliarden Euro - ein neuer Rekord. Denn die andauernden Rechtstreitigkeiten und der erneute Konzernumbau belasten die Bilanz. Und auch 2016 ist ein Verlust nicht ausgeschlossen, wie der Vorstand auf der Bilanzpressekonferenz Ende Januar einräumen musste. Die Dividende ist bereits für mindestens zwei Jahre gestrichen. Zuletzt machte sich deshalb auch Unruhe unter den Anleihe-Investoren breit, obwohl die Deutsche Bank gleich mehrfach betont hat, insbesondere die neuen "CoCo"-Bonds als wichtiges Refinanzierungsinstrument auf keinen Fall beschädigen zu wollen.

Ein teures Vergnügen

"CoCos" sind eine Antwort auf die neuen Anforderungen der Aufseher, die den Steuerzahler bei künftigen Bankenrettungen schonen wollen. Fällt die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank im Krisenfall unter 5,125 Prozent, dann bekommen die Investoren dieser Zwangswandelanleihen aber keine Aktien der Bank. Stattdessen werden sie an den Verlusten beteiligt, indem die Papiere einfach abgeschrieben werden. Die "CoCos" werden wertlos, die Anleger verlieren ihren Einsatz. Doch kann die Bank das Geld zurückzahlen, wenn es ihr besser geht.

Von einer solchen Notlage ist die Deutsche Bank weit entfernt. Die Krux liegt woanders: Die Anleger - in der Regel sind das Profi-Investoren - bekommen das höhere Risiko mit einer deutlich höheren Rendite vergütet. Ein Schnäppchen sind "CoCos" für die Geldhäuser deshalb nicht. Die Deutsche Bank zahlt nach früheren Angaben beispielsweise für eine US-Dollar-Tranche einen Zinskupon von 7,5 Prozent.

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Dafür müssen nun eben die Reserven her. Das Geldhaus hat auch noch andere, ältere Nachranganleihen im Umlauf, insgesamt geht es hier um ein Volumen von sieben Milliarden Euro. Auch diese Bonds sollen Finanzkreisen zufolge bedient werden. Mit Blick allein auf die "CoCos" rechnete die Bank vor, dass sich die Anleger für 2017 erst recht keine Sorgen zu machen brauchten. So werde unter anderem der bereits angekündigte Verkauf der knapp 20-prozentigen Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank einen positiven Effekt von rund 1,6 Milliarden Euro haben. Zudem stünden etwa 1,9 Milliarden an Reserven zur Verfügung, um gegebenenfalls auftretende Verluste zu kompensieren.

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