Nach Minister-Rauswurf: Ratingagenturen stufen Südafrika auf Ramschniveau herab

Nach Minister-Rauswurf: Ratingagenturen stufen Südafrika auf Ramschniveau herab

, aktualisiert 07. April 2017, 17:11 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Nachdem vor einigen Tagen Südafrikas Finanzminister entlassen wurde, haben einige Ratingagenturen das Land nun auf Ramschstatus herabgesetzt. Damit droht Südafrika aus globalen Anleihen-Indizes herauszufallen.

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Fitch Ratings hat ihren Sitz in New York und gehört zu den großen Ratingagenturen.

JohannesburgSüdafrikas Bonität ist nach dem Rauswurf des international angesehenen Finanzministers Pravin Gordhan angeschlagen. Mit Fitch stufte am Freitag nach S&P eine zweite große Rating-Agentur das Schwellenland auf Ramschstatus herab. Die Bewertung wurde auf „BB+“ von „BBB-“ nach unten gesetzt. Fitch nannte es wahrscheinlich, dass Südafrika wirtschaftlich einen anderen Kurs einschlagen werde. Der Bankenverband warnte, die Anziehungskraft des Landes für ausländische Investoren werde darunter leiden.

Durch den von zwei Agenturen bescheinigten Ramschstatus droht Südafrika aus vielen globalen Anleihen-Indizes herauszufallen. Dadurch könnten internationale Fonds wegen spezieller Bestimmungen zum Umgang mit riskanten Anlagen gezwungen sein, die Papiere des südafrikanischen Staats abzustoßen.

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Zugleich muss sich Südafrika auf steigende Kosten bei der Refinanzierung am Kapitalmarkt einstellen. Präsident Jacob Zuma hatte Finanzminister Gordhan jüngst entlassen. Dieser galt bei Investoren als Stabilitätsgarant in dem Schwellenland, das unter einer stagnierenden Konjunktur leidet.

Gordhans Nachfolger Malusi Gigaba hat Bereitschaft zu einer Umverteilung des Wohlstands im Land an die dunkelhäutige Bevölkerungsmehrheit signalisiert. Der Reichtum befinde in der Hand eines kleines Teils der Bevölkerung. Dies müsse sich ändern. Seine Äußerungen stehen in Einklang mit Ankündigungen von Präsident Zuma. Dieser will für eine Verfassungsänderung eintreten, die die Enteignung weißer Farmer ohne Entschädigung ermöglichen soll.

Quelle:  Handelsblatt Online
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