Nahrungsmittel-Geschäfte: Deutsche Bank prüft Ausstieg

Nahrungsmittel-Geschäfte: Deutsche Bank prüft Ausstieg

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Unser täglich Brot

Die Vorwürfe sind nicht neu: Spekulationen treiben Lebensmittelpreise - und steigern den Welthunger. Die Deutsche Bank prüft jetzt den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrung. Die US-Börsenaufsicht will den Handel regulieren.

Spekulanten, die mit Warentermingeschäften - sogenannten Futures - ihr Geld verdienen, müssen sich schon lange den Vorwurf gefallen lassen, künstlich die Preise zu treiben. Die Konsequenz: Länder, in denen Menschen 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrung ausgeben, bekommen Hungerkatastrophen statt Brot.

Am 19. Oktober erreichte die Verbraucherorganisation foodwatch ein Schreiben von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Nach der vorangegangenen Kritik durch foodwatch versprach er, den Ausstieg aus den Lebensmittel-Spekulationsgeschäften zu prüfen. Zuvor hatten mehrere Zehntausende eine Protest-E-Mail an den Deutsche-Bank-Chef unterschrieben und den Stopp der Spekulation gefordert.

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Foodwatch fordert Regulierung

Das Thema ist brisant: Beim G20-Gipfel in Cannes sollen Transparenz und Aufsicht über den Future-Handel mit Rohstoffen auf der Tagesordnung stehen. Erst kürzlich meldete sich die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch zu Wort. Foodwatch-Chef Thilo Bode sagte: „Man kann im Kasino wetten, da schädigt man im schlechtesten Falle nur sich selbst. Aber die Börsen sind kein geschlossenes Kasino.“ Wetten auf Lebensmittel an den Börsen sollten grundsätzlich verboten werden, so Bode. Denn die Preissteigerungen bei Rohstoffen - also auch bei Nahrung - seien zu einem wesentlichen Teil auf Spekulationen zurückzuführen. Er fordert, dass die Europäische Union den Handel an den Rohstoffbörsen streng reguliert.

Auch in den USA rührt sich etwas: Die zuständige amerikanische Börsenaufsicht CFTC will dem nun einen Riegel vorschieben und die Warentermingeschäfte auf Rohstoffe stark reglementieren. Die Branche ist strikt dagegen - Banken und Rohstoffhändler fürchten um Investoren und Geschäftszweige - aber CFTC-Chef Gary Gensler will hart bleiben: Er hofft, die Märkte zu beruhigen, in dem er die Zahl der Kontrakte, die ein Händler hält, begrenzt. Dadurch sollen Preisrallys wie bei Öl oder Weizen vermieden werden. „Wir haben die Verantwortung und müssen sicherstellen, dass der Ölpreis nicht länger von denselben Spekulanten nach oben getrieben wird, die die verheerende Rezession ausgelöst haben“, pflichtete ihm beispielsweise der demokratische Senator Bernie Sanders bei.

Die Hungermacher

Harald Schumann, Autor und Redakteur beim Berliner Tagesspiegel hat sich in seinem Bericht "die Hungermacher" mit dem Thema auseinandergesetzt. "Allein im Jahr 2010 stiegen die Nahrungsmittelpreise um ein Drittel und nur dadurch wurden mehr als 40 Millionen Menschen zusätzlich in absolute Armut gestürzt. Es gab aber auch einen anderen Rekord: Bis Ende März 2011 haben Kapitalanleger wie Versicherungen und Pensionsfonds 600 Milliarden Dollar in die von den Investmentbanken und Hedgefonds aufgelegten Papiere für Wetten mit Rohstoffen, darunter Mais und Weizen, investiert." heißt es im Vorwort seines Berichts.

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