Neue Internet-Aktien: Countdown für Börsenstart von Zalando und Rocket Internet

Neue Internet-Aktien: Countdown für Börsenstart von Zalando und Rocket Internet

, aktualisiert 24. September 2014, 11:37 Uhr
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Der Online-Modehändler Zalando strebt an die Frankfurter Börse. Am 1. Oktober sollen die Aktien erstmals an der Börse gehandelt werden.

von Andreas Toller

Alibabas fulminantes Börsendebüt hat den Weg für weitere Börsenneulinge bereitet - auch für deutsche Kandidaten wie Zalando und Rocket Internet. Für beide sind nun die Eckdaten auf dem Tisch.

Eine Zeit lang sah es ganz nach einem holprigen Start für den Mega-Börsengang des chinesischen Internetriesen Alibaba aus. Zweieinhalb Stunden mussten sich Händler und Gäste an der New York Stock Exchange gedulden, bis der erste Kurs für die Alibaba-Aktie über die Monitore flimmerte. Solange benötigten die Handelssysteme, bis sie den ersten Börsenkurs berechneten.

Dann aber große Erleichterung, ja sogar Euphorie: Alibaba erreichte bei der Erstnotiz einen Kurs von 92,70 Dollar – ein sattes Plus von 36 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 68 Dollar. Innerhalb einer halben Stunde liebäugelte der Kurs sogar mit der 100-Dollar-Marke.

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Der Börsengang von Alibaba ist eine Erfolgsgeschichte. Das eingenommene Volumen ist mit 25 Milliarden Dollar das größte aller Zeiten – weltweit. Möglich wurde der Rekord durch die Mehrzuteilungsoption, den sogenannten Greenshoe. Diese Option wird genutzt, um weitere neue Aktien zuzuteilen, wenn die Nachfrage besonders groß ist.

Bei Alibaba war sie so groß, dass der Konzern erst die Preisspanne erhöhen konnte und nach dem Börsendebüt zusätzlich zu den fest geplanten 320 Millionen Aktien nochmals 48 Millionen Aktien auf den Markt warf. Dem Börsenkurs hat es offensichtlich nicht geschadet. Ebenso wenig wie die ungewöhnliche Erlaubnis für die Altaktionäre, schon direkt nach dem Börsenstart Aktien aus ihrem Altbestand verkaufen zu dürfen.

Was Sie über die Börsenkandidaten wissen sollten

  • Zalando

    ZALANDO (Online-Versand von Schuhen und Bekleidung)

    Börse: Frankfurt (Prime Standard)

    Erstnotiz: 1. Oktober

    Zuteilungspreis: 21,50 Euro

    Eigentümer: Kinnevik (36,5 Prozent), European Founders Fund/Gebrüder Samwer (17 Prozent), Bestseller/Anders Holch Povlsen (10 Prozent), Tengelmann (5 Prozent), Holtzbrinck Ventures (8 Prozent), OTPP (2 Prozent)

    Bewertung: bis zu 5,34 Milliarden Euro

    Platzierungsvolumen: 526 Mio. Euro (605 Mio. Euro inkl. Mehrzuteilung)

    Streubesitz: 11,3 Prozent

    Banken: Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs

    Umsatz und Ebit:

    2011: 510 Mio. Euro Umsatz, Ebit¹: -57 Mio. Euro

    2012: 1159 Mio. Euro, Ebit¹: -77 Mio. Euro

    2013: 1762 Mio. Euro, Ebit¹: -99 Mio. Euro

    2014: 2235 Mio. Euro², Ebit¹: 52 Mio. Euro

    2015: 2784 Mio. Euro², Ebit¹: 136 Mio. Euro

    2016: 3399 Mio. Euro², Ebit¹: 207 Mio. Euro

    ¹Gewinn vor Zinsen und Steuern, Nettogewinn ist weiter negativ

    ²Prognose der Deutschen Bank

  • Rocket Internet

    ROCKET INTERNET (Holding von jungen Internet-Unternehmen)

    Börse: Frankfurt (Entry Standard)

    Erstnotiz / Handelsstart: 2. Oktober

    Zeichnungsfrist: 24. September bis 1. Oktober

    Preisspanne: 35,50 bis 42,50 Euro

    Platzierung: 33 bis 38 Millionen Aktien

    Volumen: 1,477 Millionen Euro

    erwarteter Börsenwert des Unternehmens: 6,2 bis 6,7 Milliarden Euro

    Eigentümer: Brüder Samwer (52,3 Prozent), Kinnevik (18,1 Prozent), United Internet (10,4 Prozent, Access Industries (Len Blavatnik, 8,3 Prozent), Philippine Long Distance Telephone (PLDT, 8,4 Prozent), Holtzbrinck Ventures (2,5 Prozent)

    Banken: JPMorgan, Morgan Stanley, Berenberg

  • Tele Columbus

    TELE COLUMBUS (Kabelnetzbetreiber)

    Zeitpunkt: Herbst 2014

    Eigentümer: mehrere Hedgefonds

    Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

    Volumen: rund 300 Millionen Euro

    Banken: JPMorgan, Goldman Sachs

  • TLG Immobilien

    TLG IMMOBILIEN (Gewerbeimmobilien in Ostdeutschland)

    Zeitpunkt: Herbst 2014

    Eigentümer: Lone Star

    Bewertung: 1,5 Milliarden Euro (inklusive Schulden)

    Volumen: rund 500 Millionen Euro

    Banken: UBS, JPMorgan

  • Steinhoff

    STEINHOFF (Möbelproduktion und -handel)

    Zeitpunkt: nach dem 9. September

    Eigentümer: börsennotiert, Gründer Bruno Steinhoff größter Aktionär

    Bewertung: knapp 9 Milliarden Euro (Börsenwert)

    Volumen: Wechsel von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, Kapitalerhöhung im Juli durchgeführt, möglicherweise weitere Platzierung im Zuge des Wechsels des Börsenplatzes.

    Banken: Kapitalerhöhung begleitet von Barclays, BNP Paribas, Citigroup, HSBC und Commerzbank

  • Hella

    HELLA (Autoscheinwerfer-Hersteller)

    Zeitpunkt: Herbst 2014 möglich

    Eigentümer: Familie

    Bewertung: rund 3,5 Milliarden Euro

    Volumen: offen

    Banken: Citi, Bankhaus Lampe

  • Armacell

    ARMACELL (Dämmstoff-Hersteller)

    Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

    Eigentümer: Charterhouse Capital Partners

    Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

    Volumen: rund 300 Millionen Euro

    Banken: Deutsche Bank, Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas

  • Scout24

    SCOUT24 (Betreiber von Online-Marktplätzen)

    Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

    Eigentümer: Hellman & Friedman (49 Prozent), Blackstone (21 Prozent), Deutsche Telekom (30 Prozent)

    Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

    Volumen: rund 400 Millionen Euro (für 20 Prozent der Anteile)

    Banken: Goldman Sachs, Credit Suisse als Koordinatoren (erwartet)

  • Siemens Audiologische Technik

    SIEMENS AUDIOLOGISCHE TECHNIK (Hörgeräte)

    Zeitpunkt: frühestens Ende 2014

    Eigentümer: Siemens AG

    Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

    Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Siemens-Aktionäre

    Banken: Auswahl in Kürze erwartet

  • Axel Springer Digital Classifieds

    AXEL SPRINGER DIGITAL CLASSIFIEDS (Online-Anzeigenbörse)

    Zeitpunkt: Anfang 2015

    Eigentümer: Axel Springer SE (70 Prozent), General Atlantic (30 Prozent)

    Bewertung: rund drei Milliarden Euro

    Volumen: offen

    Banken: noch nicht ausgewählt

  • Douglas

    DOUGLAS (Parfümerie, Einzelhandel)

    Zeitpunkt: Frühjahr 2015

    Eigentümer: Advent International und Familie Kreke

    Bewertung: rund zwei Milliarden Euro

    Volumen: offen

    Banken: noch nicht ausgewählt

  • Hapag-Lloyd

    HAPAG-LLOYD (Reederei)

    Zeitpunkt: Herbst 2015

    Eigentümer: (vor Vollzug der Fusion mit CSAV ) Stadt Hamburg (37 Prozent), Kühne Maritime (28 Prozent), TUI (22 Prozent), Signal Iduna (5 Prozent), HSH Nordbank (3 Prozent), M.M. Warburg & Co (2,9 Prozent) und HanseMerkur (1,8 Prozent), CSAV erhält zunächst 30, später 34 Prozent.

Der Traumstart von Alibaba ist für andere Unternehmen, die den Sprung an die Börse wagen, ein gutes Omen. Denn offensichtlich gibt ein großes Interesse nach neuen Aktien: Der Markt ist aufnahmefähig, die Stimmung gegenüber Neuemissionen von Aktien positiv. Börsenumfeld und Alibabas Erfolg signalisieren den Unternehmen, dass die Zeit für einen Börsengang günstig ist – auch und vor allem für Internet-Unternehmen.

Zalando und Rocket Internet starten im Oktober

Die Pipeline der Börsenkandidaten ist auch hierzulande so voll wie seit vielen Jahren nicht, etliche Unternehmen planen den Börsengang. Kein Wunder, dass zwei weitere schillernde Internet-Firmen gleich nach dem Erfolg von Alibaba ihren eigenen Börsengang vorantreiben. Besonders zwei deutsche Unternehmen stehen jetzt im Fokus: Zalando und Rocket Internet. Beide haben in den vergangenen Tagen ihre Börsenpläne konkretisiert.

Zalando-Aktien werden bereits seit dem 18. September zur Zeichnung angeboten. Der Handelsstart an der Frankfurter Börse ist für den 1. Oktober geplant. Der Online-Modehändler hofft durch den Börsengang, bis zu 633 Millionen Euro einzunehmen. Damit läge die Börsenbewertung von Zalando am oberen Ende der Preisspanne bei bis zu 5,6 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Die Dax-Unternehmen Lanxess und K+S bewertet die Börse derzeit mit etwas mehr als vier Milliarden Euro. Im Vergleich zu Alibaba, der Aktien derzeit um 90 Dollar notieren, ist das geradezu bodenständig. Derzeit schreibt die Börse Alibaba einen Wert von mehr knapp 170 Milliarden Euro zu. Damit ist Alibaba das viertwertvollste Tech-Unternehmen nach Apple, Google und Microsoft – und noch vor Facebook.

Rocket Internet sammelt viel mehr Geld ein

Auch die Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet hat nun wichtige Details zum Börsengang veröffentlicht. Und offenbar soll es nach dem Alibaba-Debüt jetzt schnell gehen . Denn der Handelsstart an der Frankfurter Börse ist für 9. Oktober geplant. Der Börsenprospekt, der mit den Details aufwartet, ist nun über die Internetseite zum Börsengang abrufbar.

Überraschend: Das geplante Platzierungsvolumen fällt mit knapp 1,5 Milliarden Euro fast doppelt so hoch aus wie erwartet. Die Internet-Rakete der Samwer-Brüder könnte so einen Börsenwert von bis zu 6,7 Milliarden Euro erreichen. Bisher war eine Bewertung von rund fünf Milliarden Euro erwartet worden. Die Zielvorgabe wurde erhöht nachdem Investoren wie Baillie Gifford & Co. und JP Morgan sich verpflichteten, Aktien im Wert von insgesamt 582,5 Mio. Euro zu erwerben.

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