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Neuemissionen: Börsenneulinge zögern noch

von Anton Riedl

Noch zögern die Börsenkandidaten, ein starker Dax könnte sie aber schnell an den Aktienmarkt locken. Welche Börsengänge 2012 möglich wären.

Evonik

Das Unternehmen aus der Spezialchemiebranche wird schon länger als Trendsetter für den deutschen Markt gehandelt. Nach der Bilanzveröffentlichung im März bleibt ein möglicher Termin für eine Aktienemission allerdings weiter offen. Die Konzernspitze bezeichnete Evonik jedoch als startklar für den Börsengang. Allerdings müssen zunächst die Eigentümer, die RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC, grünes Licht geben. Danach, so Evonik-Chef Klaus Engel, sei man in acht bis 12 Wochen bereit für den Sprung an die Börse. Experten erwarten ein Emissionsvolumen von mehr als 4,5 Milliarden Euro. Es wäre der größte Börsengang in Deutschland seit Jahren.

Bild: AP

Am vorletzten Freitag im September sagten die Aufseher der RAG-Stiftung den Börsengang des Spezialchemikers Evonik ab. Schade eigentlich: Chemieaktien wie BASF oder Lanxess gewannen seither 20 Prozent. Bei einem Emissionsvolumen von 4,5 bis 5,0 Milliarden Euro ging potenziellen Anlegern damit eine Milliarde Euro durch die Lappen.

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2012 ist Wiedergutmachung angesagt. „Die Bewertungen sind günstig, und das Interesse von Investoren ist grundsätzlich vorhanden“, sagt Andreas Bernstorff, Leiter des deutschen Aktienemissionsgeschäfts bei der US-Bank Citi. Noch aber steckt den Unternehmen der Sommer-Crash in den Knochen, erst zögerlich wagen sie sich aus der Deckung. Vor April rechnet Bernstorff deshalb nicht mit Börsengängen.

Der Versicherer Talanx, Dauer-Kandidat seit 1996, hat nun einen japanischen Partner im Boot und will 2012 unbedingt den Kapitalmarkt anzapfen. Gerade für Finanzwerte kein leichtes Umfeld, doch Talanx beweist über die Tochter Hannover Rück (50,2 Prozent Anteil), dass man auch in schwierigen Zeiten gut verdienen und gute Dividenden zahlen kann.

Börsenprospekt ist in Arbeit

Noch eiliger hat es Wäscheproduzent Schiesser. Das 1875 gegründete Unternehmen hat seine Krisenjahre nach eigenem Bekunden überwunden und verdient Geld. Dass Star-Schneider Wolfgang Joop nicht mehr mit von der Partie ist, bremst nicht. Der Börsenprospekt ist in Arbeit.

Abgekehrt von Börsenplänen hat sich dagegen Rheinmetall. Eigentlich wollten die Düsseldorfer ihre Tochter Kolbenschmidt Pierburg schon 2011 versilbern, der scharfe Crash bremste jedoch. Jetzt soll der Autozulieferer als Gegengewicht zur Rüstung vorerst im Konzern bleiben.

Ähnlich hat auch Siemens mit seiner Lichttochter Osram reagiert, als die Kurse im Sommer massiv einbrachen. Ein Kandidat für einen schnellen Börsengang ist Osram nicht. Aber der Lichtspezialist wurde innerhalb des Konzerns auf eigene Füße gestellt. Siemens könnte bei guten Preisen jederzeit verkaufen – auch über die Börse.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.01.2012, 11:48 UhrSmartStrategie

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