Neues Rekordhoch: Dax klettert über 12.000 Punkte

Neues Rekordhoch: Dax klettert über 12.000 Punkte

, aktualisiert 16. März 2015, 13:42 Uhr

Der deutsche Aktienmarkt scheint in diesem Jahr nur eine Richtung zu kennen: aufwärts. Fast täglich stellt der Dax einen Rekord auf. Die bange Frage ist: Kann das noch lange gut gehen?

Die Geldflut der Notenbanken hat den Dax erstmals über die Marke von 12.000 Punkten getrieben. Der deutsche Leitindex erreichte den Rekordwert am Montag nach einer mehr als neun Wochen anhaltenden Gewinnserie. Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmen hatte zuletzt wiederholt Höchststände erreicht.

Er legte in der Spitze um 0,8 Prozent auf 12.001,98 Punkte zu. Erst Mitte Februar hatte der deutsche Leitindex die 11.000er Hürde geknackt. Investoren suchen ihr Heil zunehmend an den Aktienmärkten, weil Anleihen aufgrund der EZB-Staatsanleihekäufe kaum noch Rendite abwerfen. Zudem hilft der Verfall des Euro: Die Gemeinschaftswährung ist kurz davor, mit dem US-Dollar vom Wert her gleichzuziehen. Das hilft der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden.

Anzeige

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Die EZB und die Notenbanken der einzelnen Euro-Länder wollen bis voraussichtlich September 2016 Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von monatlich rund 60 Milliarden Euro erwerben. Auf diese Weise soll die Konjunktur in der Euro-Zone angekurbelt und die zuletzt niedrige Inflation wieder in Richtung der Zielmarke von knapp unter zwei Prozent getrieben werden.

Allerdings wurden zuletzt auch die mahnenden Stimmen lauter, die einen Rückschlag auf dem Aktienmarkt fürchten. Zu Jahresbeginn hatte der Dax erst bei rund 9800 Punkten gestanden - seitdem hat er weit mehr als 20 Prozent zugelegt. Ein derart starker Anstieg ist ungewöhnlich.

Analyst Christian Kahler von der DZ Bank warnte in der vergangenen Woche vor einer Blasenbildung. „Die Kursrally am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund“, schrieb er in einer Studie. Nichtsdestotrotz geht Kahler davon aus, dass die Kurse mittelfristig weiter steigen. Er traut dem Dax bis zum Jahresende 12.500 Punkte zu.

Dax Eine Kurs-Korrektur wäre gut

Der Absturz des Euro zeigt deutlich: Die Angst vor steigenden Renditen verunsichert US-Anleger – und dürfte auch den Dax bremsen.

Nicht mehr weit zur Parität: Der Euro notiert derzeit am tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Quelle: dpa

Viel wird nun auch davon abhängen, wie sich die wirtschaftlichen und politischen Krisen in Griechenland und der Ukraine weiter entwickeln. Diese hatten die Anleger in der Vergangenheit immer wieder verschreckt. Zudem schauen die Investoren auf die Entwicklung in den USA: Experten gehen davon aus, dass die Notenbank Fed zum ersten Mal seit der Finanzkrise die Leitzinsen anhebt - damit würde der Treibstoff teurer, der die Börsen rund um den Globus seit Jahren befeuert.

Anleger profitieren nicht alle von der Rekordjag

Allerdings bringt der Anstieg längst nicht jedem Investor am Aktienmarkt das große Geld. Es gibt sogar eine ganze Reihe von Verlierern. Vor allem Spekulanten, die etwas zu gierig waren, stehen jetzt mit Verlusten da.

Wenig Freude haben etwa Anleger, die auf die deutschen Versorger gesetzt hatten. Denn Deutschlands größte Energiekonzerne verlieren in der Energiewende Milliarden - die Stromriesen fahren scharfe Sparprogramme, kürzen Jobs und suchen dringend nach alternativen Geschäftsideen. Das spiegelt sich im Kurs wider: Die Eon-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 6 Prozent verloren, bei RWE sind es sogar rund 10 Prozent.

Auch Anleger, die auf die Deutsche Lufthansa gesetzt haben, schauen in die Röhre. Der Kursverlust liegt seit Jahresbeginn ebenfalls bei 6 Prozent. Die Streiks der eigenen Piloten und die harte Konkurrenz der Fluggesellschaften aus der Golf-Region machen den Frankfurtern zu schaffen.

Zugegebenermaßen sind Eon, RWE und Lufthansa die Ausnahmen unter den 30 im Dax vertretenen Unternehmen. Die 27 restlichen Konzerne haben beim Aktienkurs zwischen 40 Prozent (Düngemittel-Hersteller K+S) und 8 Prozent (Deutsche Post) zugelegt. Gerade dieser steile Anstieg kann so manchem Investor zum Verhängnis werden: Denn wer nicht auf steigende, sondern auf fallende Kurse gewettet hatte, muss jetzt hohe Verluste verdauen.

Von diesen Anlegern gibt es im Dax momentan eine ganze Menge, wie die Daten des Dienstleisters Sungard Financial Systems zeigen. Demnach haben professionelle Investoren unter anderem beim Autobauer BMW, der Deutschen Telekom und beim Halbleiter-Hersteller Infineon gehofft, dass schlechte Nachrichten deren Aktien unter Druck setzten werden. Doch es ging weiter aufwärts.

Weitere Artikel

Ein Paradebeispiel für eine missglückte Spekulation liefert der Fall Daimler: Sungard zufolge hatten im Februar besonders viele Anleger auf Kursrückschläge gewettet, nachdem die Stuttgarter in den USA knapp 150.000 Autos wegen eines technischen Problems zurückrufen mussten. Doch es kam anders: Der Kurs stieg kräftig, weil der schwache Euro die Autoexporte beflügelt. Mit einem Kursplus von 37 Prozent seit Jahresbeginn zählen Daimler-Aktien sogar zu den Spitzenreitern im Dax.

Die Talfahrt des Euro stellt US-Investoren, die Aktien deutscher Konzerne gekauft haben, noch vor ein ganz anderes Problem: Ihnen gehen beim Geldwechseln hohe Summen flöten, wenn sie ihre Wertpapiere verkaufen und die Euro anschließend in Dollar umtauschen. Im vergangenen Jahr bekamen sie für einen Euro im Schnitt 1,33 Dollar, zuletzt waren es gerade noch 1,05 Dollar.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%