Notenbank-Aktion: Banken pumpen sich Milliarden von der EZB

Notenbank-Aktion: Banken pumpen sich Milliarden von der EZB

, aktualisiert 07. Dezember 2011, 12:59 Uhr
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Die EZB teilt 50 Milliarden Dollar zu.

Quelle:Handelsblatt Online

Es war eine großzügige Einladung - die Banken nehmen dankbar an. Nachdem die Notenbanken erklärt haben, unbegrenzt Dollar zur Verfügung zu stellen, wollen europäische Geldhäuser jede Menge davon haben. Kein gutes Zeichen.

FrankfurtBeim ersten Dollar-Tender der Europäische Zentralbank (EZB) nach der konzertierten Notenbank-Aktion der Vorwoche haben sich europäische Geldhäuser mehr US-Dollar geborgt als von Analysten erwartet. Das Volumen der Zuteilung lag mit mehr als 50 Milliarden Dollar um ein Vielfaches über der durchschnittlichen Prognose von zehn Milliarden Dollar.

„Diese Vorhersagen waren viel zu niedrig angesetzt“, sagte ein Disponent. Schließlich hätten sich die Konditionen für die Banken, sich mit Dollar einzudecken, stark verbessert. Ein anderer Börsianer betonte, auch für ihn sei der Ausgang der Auktion keine Überraschung. „Das Misstrauen der Banken untereinander ist immer noch hoch. Der Liquiditätstransfer funktioniert nicht.“

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Die großen Notenbanken der Welt hatten sich in der Vorwoche darauf verständigt, Kreditinstituten bis 2013 unbegrenzt Dollar zu Verfügung zu stellen und damit den Dollar-Notstand vor allem europäischer Banken zu lindern. Damit soll es europäischen Banken erleichtert werden, an US-Dollars zur Abwicklung von Geschäften zu kommen. Unter anderem aufgrund des Misstrauens gegenüber der Eurozone in den USA hatte sich ein Engpass abgezeichnet, der sich auch auf die Unternehmen in Europa hätte auswirken können. Forderungen nach einer aktiveren Rolle der EZB in der Schuldenkrise wurden lauter.

Die gemeinsame Aktion der Notenbanken hatte gemischte Reaktionen hervorgerufen. „Wenn so viel Liquidität zusätzlich in Umlauf gesetzt wird, dann wird zwar nicht in den nächsten ein, zwei Jahren Inflation ausbrechen, aber danach muss man deutlich damit rechnen“, sagte Wim Kösters, Vorstand beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, im Deutschlandfunk. Das Geld der Zentralbanken sei „eine weitere Eskalation der Krise“. Positiver sah es der frühere Wirtschaftsweise Bert Rürup „Der Schritt war richtig und wichtig, um das Misstrauen im Finanzsektor abzubauen“, sagte Rürup der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Den Regierungen würde so mehr Zeit zur Lösung ihrer Probleme im Zusammenhang mit der Eurokrise verschafft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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