Obama bleibt US-Präsident: Märkte erleichtert über schnelles Wahlergebnis

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Obama bleibt US-Präsident: Märkte erleichtert über schnelles Wahlergebnis

Die Unsicherheit über den Wahlausgang ist endlich vorbei, davon profitieren die Börsen. Trotzdem steht die nächste Bedrohung für die Märkte schon in Lauerstellung.

Die Märkte sind erleichtert. Das schnelle und eindeutige Wahlergebnis aus den USA dürfte die Börsen heute weltweit beflügeln. Denn auch wenn sich nicht alle Anleger einen Wahlsieger Obama gewünscht haben, sind alle froh, dass es keine Patt-Situation gibt wie im Jahr 2000 nach der Wiederwahl von George W. Bush. Nichts hassen Anleger mehr als anhaltende Unsicherheit.

"Der Wahlsieg von Barack Obama ist keine Überraschung", sagte ein Börsianer. "Aber wenigstens gibt es keine Hängepartie." Ähnlich urteilte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. "Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wahlausgang werden nun aus dem Markt weichen. Allerdings kann von Euphorie keine Rede sein. Denn die Republikaner haben ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten. Es muss damit gerechnet werden, dass der Kongress gespalten bleibt und die Blockaden der Vergangenheit auch in Zukunft zu erwarten sein werden."

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Das sagen die Analysten

  • Roger Peeter, MARKTANALYST DES BANKHAUSES CLOSE BROTHERS SEYDLER

    "Anleger werden ihre Aufmerksamkeit sofort auf die anstehenden Themen wie die sogenannte 'Fiskalklippe' richten. Die Wahl-Entscheidung selbst sollte keinen allzu großen Einfluss haben. Die Differenzen zwischen den beiden Kandidaten waren gering und beide standen vor denselben Problemen wie der hohen Verschuldung."

  • Fred Irwin, Präsident der AMERICAN CHAMBER OF COMMERCE IN DEUTSCHLAND

    "Ich hoffe sehr, dass Obama ab Anfang kommenden Jahres mit der EU über ein Freihandelsabkommen verhandelt. In seiner ersten Amtszeit hat er nur mit Panama, Kolumbien und Südkorea ein Freihandelsabkommen vereinbart. Das sind nicht gerade die führenden Wirtschaftsmächte der Welt. Kommt es zu einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU, würde dies das Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks binnen 18 Monaten um drei Prozent ankurbeln. Ich hoffe sehr, dass sich beide Seiten auf einheitliche wirtschaftliche Standards einigen werden. Sonst machen das die Chinesen."

  • Investement-Team der Societe Generale

    "Die Auswirkungen auf die Märkte sollten gering sein. Wenigstens kann nun die Jahresendrally beginnen, vor allem angesichts der stabilen Wirtschaftsdaten. An der Politik wird sich nicht viel ändern. Obama wird in seiner zweiten Amtszeit nur wenig Bewegungsspielraum haben."

  • Tobias Reichert, IG MARKETS

    "Die Entscheidung über das amerikanische Oberhaupt für die nächsten vier Jahre ist gefallen und die Kapitalmärkte scheinen mit dem neuen 'alten' US-Präsidenten Barack Obama zufrieden zu sein."

  • Folker Hellmeyer, Chefsvolkswirt BREMER LANDESBANK

    "Die erste 'Kuh' ist vom Eis. Der martialische Unterton und auch der Klientelansatz Romneys wären für die Weltwirtschaft und notwendige evolutionäre Anpassungen in den globalen Machtstrukturen riskant gewesen. Es ist zwingend erforderlich, dass die USA ihre offene Flanke in den öffentlichen Haushalten angehen, um die mittel- und langfristige Bedeutung und Potenz der USA zu erhalten. Die konsumtive Verschwendung mangels Reformpolitik hat in den letzten Jahren seit 2007 die Basis der USA merklich unterhöhlt."

  • Christian Schmidt, Anaylste der HELABA
  • Iaon Smith, Anlage-Stratege be KNIGHT CAPITAL

    "Die Aussichten für Investoren werden von denselben Themen bestimmt wie vor der Wahl: Die eigentliche Sorge ist, wie die Politik mit der Frage der 'Fiskalklippe' umgehen wird."

  • Lutz Karpowitz, Analyste der COMMERZBANK

    "Größeren Rückenwind für den Euro/Dollar dürfte das Wahlergebnis nicht mit sich bringen, da Obama bereits nach den Umfragen als Favorit galt. Obama wird weiterhin mit Gegenwind aus dem Kongress rechnen müssen, da die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigten und in den nächsten Jahren ein politische Blockade nicht auszuschließen ist. Eine längere Hängepartie, in der ein sehr knappes Ergebnis von der unterlegenen Partei angefochten wird, ist aber zumindest vermieden worden."

Dax im Plus

Bis zum Mittag stieg der Dax um 0,59 Prozent auf 7421 Punkte. Der MDax rückte um 0,45 Prozent auf 11 709 Punkte vor und markierte damit ein Rekordhoch. Auch die Börsen in Tokio und Shanghai profitierten von Obamas klarem Sieg. Beide machten ihre Anfangsverluste wett und notierten am Schluss fast unverändert bei 8972,89 beziehungsweise 2105,73 Punkten. Nach den ersten Hochrechnungen hatten die Märkte noch uneinheitlich tendiert. Die Wiederwahl Obamas sei bereits eingepreist gewesen, sagten Händler.

US-Präsidentschaftswahl 2012

Dollar unter Druck

An den Finanzmärkten gehört der Dollar zu den großen Verlierern der Wahlnacht. Investoren erwarten, dass sich unter Präsident Obama die lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed in jedem Fall fortsetzen wird. Das drückte den Dollar -Kurs. Am Devisenmarkt verlor der Dollar-Index, der die Wechselkurse zu wichtigen anderen Währungen wie dem Euro spiegelt, 0,3 Prozent. Im Gegenzug verteuerte sich die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,2863 Dollar nach 1,2811 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Während Obama an Notenbankchef Ben Bernanke und dessen Kurs festhalten will, hatte Romney angekündigt, den Posten anders besetzen zu wollen. "Obamas Sieg bedeutet, dass die quantitative Lockerung der US-Geldpolitik weitergehen wird", sagte Yuji Saito, Chef des Devisenhandels der Credit Agricole in Tokio.

Ausblick für Anleger Welchen US-Präsidenten die Wall Street braucht

Auch wenn Banker und Investoren daran glauben: Dass Romney der bessere Präsident für die US-Wirtschaft wäre, ist nicht eindeutig. Auch eine Wiederwahl Obamas böte Vorteile für Wirtschaft und Börse.

Quelle: dpa/Montage

Während die Aussicht auf eine Fortsetzung der Anleihe-Käufe (QE3) durch die Fed zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur den Dollar belastete, profitierten die Kurse von US-Staatsanleihen. Der US-T-Bond-Future legte 31 Ticks auf 148-19/32 Punkte zu. Auch der Goldpreis legte zu, das Edelmetall verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 1728,30 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Rohstoff dürfte auch langfristig profitieren. "Der Goldpreis wird in diesem Jahr sicher noch auf 1800 Dollar steigen", sagte Yuichi Ikemizu, Finanzmarkt-Experte der Standard Bank in Tokio.

Das spenden deutsche Konzerne den Wahlkandidaten

  • Deutsche Bank

    Barack Obama: 25.475 $

    Mitt Romney: 135.150 $

    Alle Spenden dieser Kurztextgalerie sind Spenden Politischer Aktionskomitees

    Quelle: Center for Responsive Politics für WirtschaftsWoche

  • Siemens

    Barack Obama: 43.205 $

    Mitt Romney: 14.250 $

  • Allianz

    Barack Obama: 12.162 $

    Mitt Romney: 33.150 $

  • Fresenius Medical Care

    Barack Obama: 6650 $

    Mitt Romney: 17.900 $

  • SAP

    Barack Obama: 16.322 $

    Mitt Romney: 5250 $

  • Deutsche Telekom

    Barack Obama: 13.175 $

    Mitt Romney: 4900 $

  • EADS

    Barack Obama: 5612 $

    Mitt Romney: 10.250 $

  • Bayer

    Barack Obama: 8612 $

    Mitt Romney: 3200 $

  • Merck

    Barack Obama: 8090 $

    Mitt Romney: 2750 $

  • Munich Re

    Barack Obama: 9955 $

    Mitt Romney: -

  • Thyssen Krupp

    Barack Obama: 1200 $

    Mitt Romney: 1250 $

  • Boehringer

    Barack Obama: 6250 $

    Mitt Romney: 450 $

  • Volkswagen

    Barack Obama: 2250 $

    Mitt Romney: -

  • BMW

    Barack Obama: 750 $

    Mitt Romney: -

  • Deutsche Post

    Barack Obama: 500 $

    Mitt Romney: 250 $

Eher unzufrieden mit Obamas Sieg dürfte die Bankenindustrie sein. Grund sind die Finanzmarktreformen des Präsidenten, mit denen er die Banken - seiner Meinung nach die Hauptschuldigen in der Subprime- und anschließenden Finanzkrise - an die Kette legen wollte. Das dürfte in den nächsten Tagen auf die Kurse der Bankpapiere drücken. Auch die Rüstungsindustrie profitiert traditionell eher nach einem Sieg der Republikaner. Es gibt allerdings auch Branchen, die dank dem Sieg der Demokraten frohlocken, wie beispielsweise die Pharmaindustrie. Konzerne wie Merck oder Amgen dürften klar von Obamas Gesundheitsreform profitieren, die unter Romney wohl Geschichte gewesen wäre.

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