Ökonomie: Der Crash in China gefährdet die Weltwirtschaft

Ökonomie: Der Crash in China gefährdet die Weltwirtschaft

von Mark Fehr

Krisen auf den Finanzmärkten können die Weltkonjunktur immer leichter anstecken. Ein neu entwickelter Stressindikator soll warnen, wenn es wieder soweit ist.

Seit dem Börsencrash in China warten Anleger in aller Welt gespannt auf Zeichen, ob und wann das Beben auf dem Finanzmarkt im Fernen Osten ein Ende finden wird. Solange das nicht klar ist, drohen Einbrüche an den Börsen rund um den Globus, rückt womöglich die seit Langem erwartete Zinswende in den USA wieder ein Stück in die Ferne und besteht nicht zuletzt die Gefahr, dass ein harter Konjunktureinbruch im Reich der Mitte die gesamte Weltwirtschaft in die Tiefe zieht. Die großen Notenbanken der Welt könnten dann erneut einen Anlass sehen, die Märkte mit noch mehr billigem Geld zu fluten – welches dann die Volatilität an den Finanzmärkten mit Blick auf die nächste Krise weiter erhöht.

Szenarien wie dieses nehmen seit Beginn der Finanzkrise 2008/09 an Wahrscheinlichkeit zu. Die damit verbundenen Unsicherheiten sind auch deshalb so groß, weil die gängigen Prognose- und Wachstumsmodelle der Ökonomen sehr häufig gerade dann versagen, wenn sich die ihnen zugrunde liegenden Daten in kurzer Zeit sehr deutlich verändern.

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Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Ganz aktuell haben das Gerangel um die Rettung Griechenlands und die weltweiten Sorgen nach dem Absturz der Börsen in China gezeigt: Krisenherde, die auf den ersten Blick national begrenzt scheinen oder anfangs nur in einem separaten Wirtschaftsbereich wie dem Kapitalmarkt aufflammen, können in der Folge die gesamte globale Konjunktur drücken.

Nach Ansicht des Kapitalmarktexperten Markus Zschaber waren die gegenseitigen Ansteckungsgefahren zwischen Finanzmärkten und Weltwirtschaft nie zuvor in der Geschichte so groß wie nach der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/09. Zschaber ist Gründer des Vermögensverwalters V.M.Z. und Geschäftsführer des Instituts für Kapitalmarktanalyse (IFK) in Köln. Als Grund für die gestiegene Volatilität sieht er die Geldflut, mit der die Notenbanken auf die Großkrisen reagiert haben. „Kurzfristig hat die monetäre Medizin geholfen, aber als langfristige Nebenwirkung hat sie die globalen Konjunkturzyklen massiv beschleunigt“, sagt Zschaber.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

  • Platz 10

    Während Deutschland im Vorjahr noch auf Rang sechs lag, schafft es die Bundesrepublik in diesem Jahr nur noch auf den zehnten Platz. Der mitteleuropäische Staat steht 2015 vor vielen Herausforderungen. Dazu gehört der Druck, die Energiewende zu meistern, die digitale Transformation der Industrie voranzutreiben und private und öffentliche Investitionen zu fördern.

    Bauen kann Deutschland auf seine hoch qualifizierten Arbeitskräfte und eine Politik der Stabilität und Vorhersehbarkeit.

  • Platz 9

    Schweden fällt im Vergleich zu 2014 um vier Ränge von Platz fünf auf Platz neun. Das nordeuropäische Königreich kann besonders mit qualifizierten Arbeitskräften, den stabilen politischen Verhältnissen, einem wirksamen Rechtssystem und einem starken Fokus auf Forschung und Entwicklung glänzen. Auch das Bildungsniveau ist sehr hoch und die Infrastruktur sehr verlässlich.

  • Platz 8

    Auch Dänemark konnte sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern, von Platz neun geht es hoch auf Platz acht. Gut schneidet das nordeuropäische Königreich bei Managementpraktiken, Gesundheit und Umwelt sowie Arbeitsstandards ab. Auf dem ersten Rang landet Dänemark in der Kategorie der Regierungseffizienz gleich fünf Mal, denn es zeichnet sich nicht nur durch eine besonders große Rechtstaatlichkeit aus, sondern auch dadurch, dass Bestechung und Korruption kaum eine Chance haben.

  • Platz 7

    Norwegen kann im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von drei Plätzen verzeichnen und landet damit auf dem siebten Platz. Die skandinavische Halbinsel kann vor allem mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufwarten, mit denen sie im internationalen Vergleich auf Platz eins landet. Weitere Faktoren, mit denen Norwegen punkten kann, sind im Bereich der Regierungseffizienz zu finden. Chancengleichheit, Transparenz sowie Rechtstaatlichkeit sind nur einige der besonders effektiven Maßnahmen der öffentlichen Hand.

  • Platz 6

    Für Luxemburg ging es von Platz elf im Jahr 2014 hoch auf Platz sechs. Sehr gut schneidet das Großherzogtum im Bereich der politischen Stabilität, der wettbewerbsfähigen Besteuerung, des unternehmerfreundlichen Umfeldes und der qualifizierten Arbeitskräfte ab.

  • Platz 5

    Kanada hat es in diesem Jahr auf Platz fünf geschafft. Im Vorjahr landete der nordamerikanische Staat noch auf Platz sieben des IMD World Competitiveness Ranking. Die gute Platzierung hat Kanada vor allem der Stabilität und Vorhersehbarkeit in der Politik, dem hohen Bildungsniveau, qualifizierten Arbeitskräften und einem wirksamen Rechtssystem zu verdanken. Ganz gut schneidet Kanada auch aufgrund einer unternehmerfreundlichen Umgebung und einer offenen und positiven Haltung ab.

  • Platz 4

    Der vierte Platz geht in diesem Jahr an die Schweiz. Unternehmen aus aller Welt wissen vor allem die sehr gute Infrastruktur des kleinen Alpenstaates zu schätzen. Die hohe Bildung und der Umweltschutz landen gar im Vergleich zu 2014 nicht mehr nur auf Platz drei, sondern gleich auf der Eins. Auch die robuste Wirtschaft, Arbeitsstandards, geringe Entlassungs- sowie Kapitalkosten sind im internationalen Vergleich so gut wie unschlagbar.

  • Platz 3

    Unter die ersten drei schafft es in diesem - wie auch schon im vergangenen Jahr - der Insel- und Stadtstaat Singapur. Besonders punkten konnte das asiatische Land bei Unternehmen in diesem Jahr mit seinem institutionellen Rahmen, der im weltweiten Vergleich auf Rang eins landet. Außerdem liegt Singapur bei der technologischen Infrastruktur sowie der Bildung ganz weit vorne.

  • Platz 2

    Platz zwei geht an die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong. Im Vergleich zum Vorjahr hat die chinesische Metropole zwei Plätze gut gemacht. Unternehmen aus aller Welt schätzen Hongkong insbesondere aufgrund der betriebswirtschaftlichen Gesetzgebung, der Managementpraktiken, der unternehmerischen Einstellungen und Werte und der technologischen Infrastruktur. Ganz gut steht Hongkong auch bei internationalen Investitionen, der Fiskalpolitik und bei den Betriebsfinanzen da.

  • Platz 1

    Die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Das hat das IMD World Competitiveness Center in seiner aktuellen Vergleichsstudie bekannt gegeben.

    Besonders attraktiv finden Firmen in den USA - laut Ranking - die dynamische Wirtschaft (66,2 Prozent), den guten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten (55,1 Prozent), den starken Fokus auf Forschung und Entwicklung (49,3 Prozent) sowie das unternehmensfreundliche Umfeld (43,4 Prozent).

    Punkten können die USA zudem als attraktiver Forschungsstandort. Nachholbedarf gibt es im Bereich der Schulbildung.

Sein Kölner Institut hat daher einen neuen Index entwickelt, der die Ansteckungsgefahr für die Realwirtschaft anhand einer Fieberkurve misst. Der Systemstressindex stieg Anfang September auf minus 12 Punkte von minus 41 Punkten im August. Damit hat sich das Barometer in einen Bereich bewegt, in dem mittelgroßer Stress angezeigt wird. Hier ist laut IFK-Index erhöhte Wachsamkeit vor Ansteckungen der Realwirtschaft durch Probleme am Finanzmarkt erforderlich.

Wie ist der Index aufgebaut und wie funktioniert er? Der Systemstressindex ist in eine dreistufige Skala unterteilt: Im unteren Bereich mit den Werten minus 100 bis minus 20 sind die Finanzmärkte entspannt, krisenhafte Entwicklungen auf den Finanz- und Gütermärkten nicht in Sicht. Die Zone zwischen minus 20 und plus 20 steht für mittleren Stress. Hier besteht zwar noch keine akute Gefahr, aber die Finanzmärkte befinden sich schon in einem Zustand nervöser Anspannung, in dem weitere schlechte Nachrichten schnell die nächste Krise ausbrechen lassen können. Der Indikator steigt dann in den Hochdruckbereich auf Werte zwischen plus 20 und plus 100.

 

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