Ölpreis, China, Fed: Was die Finanzmärkte 2016 treibt

Ölpreis, China, Fed: Was die Finanzmärkte 2016 treibt

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Börsenausblick: Der Öl-Preis, die Notenbanken und Chinas volatile Börsen entscheiden im kommenden Jahr an den Märkten

von Saskia Littmann

Schon zu Jahresbeginn wird klar, dass die Unsicherheit über Chinas Wirtschaft einer der größten Risikofaktoren für die weltweiten Finanzmärkte bleibt. Auf welche Treiber Anleger 2016 außerdem achten sollten.

Für 2016 stehen die Zeichen auf Sturm. Gleich am ersten Handelstag des Jahres ging es an den Finanzmärkten turbulent zu. Der Dax startete mit einem dicken Minus von zeitweise über vier Prozent. Ähnlich düster sah es an der Wall Street, in Frankreich oder Japan aus. Grund für den schlechten Start war China. Schlechte Wirtschaftszahlen lassen Analysten vor einer Schwäche in Fernost zittern.

An Chinas neue Kapitalmarktregeln müssen sich die Märkte wohl ebenfalls erst gewöhnen. Nach Kurseinbrüchen von sieben Prozent wurde der Aktienhandel für den Tag ausgesetzt. Dramatische Kurseinbrüche wie die im vergangenen Sommer sollen auf diese Weise verhindert werden.

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Nicht nur der Handelsaussetzer in China belastet die Finanzmärkte. Auch Unsicherheiten um den Ölpreis bereiten Anlegern Sorgen. Schon der erste Handelstag liefert damit einen guten Vorgeschmack darauf, welche (politischen) Faktoren die Finanzmärkte in den kommenden Monaten treiben werden. Ein Überblick.

China

Spätestens seit Montag haben Börsenhändler weltweit erneut Angst um die chinesische Konjunktur. "Wachstumssorgen in China und damit Absatzsorgen für deutsche Exporteure drücken die Stimmung am ersten Handelstag nach Neujahr gleich mal in den Keller“, sagt Daniel Saurenz von Feingold Research. Entsprechend hoch ist die Unsicherheit über die künftige Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, zumal die aktuellen Wirtschaftsdaten kein einheitliches Bild abgeben. Am Montag verunsicherte die seit Monaten schwächelnde Industrieproduktion die Anleger.

Der Dienstleistungssektor entwickelt sich hingegen positiv. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex stieg im Dezember auf 54,4 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit mehr als einem Jahr. Grund waren unter anderem die Jahresendfeierlichkeiten - unter anderem legte der Tourismussektor an Wachstum zu.

Bleibt es bei dieser Entwicklung, wäre das ein gutes Zeichen für Chinas angestrebte Weiterentwicklung von der exportabhängigen Werkbank der Welt zu einer breiter aufgestellten Volkswirtschaft mit stabiler Inlandsnachfrage. China strebt insgesamt ein nachhaltigeres Wachstum an und will seine Märkte schrittweise öffnen. Statt großen Investitionen in die Staatskonzerne soll die Mittelschicht gefördert werden. "Mit Blick auf China lautet die zentrale Frage, ob es gelingt, den Wachstumsmotor wieder zum Laufen zu bringen", sagt Raymond Ma, China-Fondsmanager bei Fidelity. Ein Lichtblick sei der sich langsam abzeichnende Aufwärtstrend in wichtigen Bereichen wie beispielsweise der Stromerzeugung und dem Konsum. Kommt der Konsum in den nächsten Monaten weiter auf Touren, so Ma, könnte China seine Wachstumsschwäche in diesem Jahr hinter sich lassen. Ma rät Anlegern, mehr auf die Qualität des chinesischen Wachstums zu setzen als auf die Quantität. Entscheidend werde sein, welche konsumfördernden Reformen die Regierung in Zukunft umsetzt.

Dax bricht ein China hat die Börse im Griff - auch in Zukunft

Schon am ersten Handelstag des Jahres setzt China seinen Börsenhandel aus und alarmiert damit weltweit Anleger. Auch der Dax bricht ein. Gut möglich, dass Anleger sich an solche Aussetzer gewöhnen müssen.

A man looks at an electronic board showing stock information at a brokerage house in Beijing, China, January 4, 2016. REUTERS/Kim Kyung-Hoon Quelle: REUTERS

Bis dahin werden Dax-Anleger allerdings noch einigen Schwankungen in Fernost leben müssen. Denn im Zuge ihrer Reformen und der Marktöffnung hat die chinesische Regierung zusätzlich viel heiße Luft in die Börsen getrieben. Es baute sich eine riesige Blase auf, unter anderem weil völlig unerfahrene Privatanleger plötzlich zu Börsenzockern wurden. Diese Blase baut sich nun langsam ab. Anleger sollten also beachten, dass es immer wieder zu leichten China-Beben kommen kann.

Der Aktienhandel dürfte am Montag nicht zum letzten Mal ausgesetzt worden sein. Solange andere Impulse fehlen, leiden darunter vor allem die Branchen, welche von der China-Nachfrage abhängig sind, wie die Automobilindustrie, die Stahlbranche oder der Maschinenbau. Bei deren zyklischen Papieren können sich kleine China-Beben in deutlichen Kursrutschen bemerkbar machen.

Aufpassen müssen Anleger auch bei Schwellenländern wie Brasilien, Russland oder Südafrika. Bleibt Chinas Wirtschaft vorerst instabil, dürften diese aufgrund der ausbleibenden Nachfrage weiter schwächeln. Für Konzerne wie Volkswagen, die sowohl in China als auch in Brasilien aktiv sind, ist das besonders gefährlich.

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