Ölpreis: Ölkonzerne mit schwachen Zahlen und hohen Kursen

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Ölpreis: Ölkonzerne mit schwachen Zahlen und hohen Kursen

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Der niedrige Ölpreis schadet nicht nur den Öl-Konzernen

Scheinbar sind die einzigen, die Grund haben, sich über den niedrigen Ölpreis zu freuen, die Verbraucher. Benzin und Heizöl sind noch immer günstig, auch wenn sich der Ölpreis zuletzt wieder deutlich erhöht hat. Die Industrie mit Ölgiganten wie Chevron und Exxon leidet jedoch, nicht einmal Kunststoffhersteller wie BASF profitieren davon.

Der US-Branchenriese Chevron musste im ersten Quartal einen Verlust in Höhe von 725 Millionen Dollar verdauen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar erzielt. Der Umsatz sank um fast ein Drittel auf 23,6 Milliarden Dollar. Vorstandschef John Watson räumte massive Belastungen durch den Ölpreisverfall ein und kündigte an, die Kosten weiter zu senken. Das Quartalsergebnis fiel damit sogar schwächer als erwartet aus. Die Aktie büßte vorbörslich zunächst um über ein Prozent ein.

Auch Branchenprimus ExxonMobil hat das billige Öl die Bilanz verhagelt - allerdings nicht so stark wie befürchtet. Im ersten Quartal brach der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 63 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar ein, wie der am Börsenwert gemessen weltgrößte Ölkonzern mitteilte. Der Umsatz fiel sank um 28 Prozent auf 48,7 Milliarden Dollar. Obwohl Exxon die Produktion um 1,8 Prozent steigerte, gingen die Einnahmen wegen des massiven Preisrückgangs bei Rohöl kräftig zurück.

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Niedriger Ölpreis belastet auch deutsche Konzerne

Von den Problemen bleiben auch deutsche Konzerne nicht verschont. Der dramatisch abgestürzte Ölpreis bleibt zum Beispiel ein Klotz am Bein des Chemieriesen BASF. „Das größte Risiko ist und bleibt der Ölpreis“, sagte Vorstandschef Kurt Bock bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal.

Ölpreis fällt Ölförderung wird nicht gekappt

Die Ölpreise sind am Montag nach den gescheiterten Gesprächen über Produktionskürzungen deutlich gesunken. Die wichtigsten Öl-Förderländer konnten sich nicht auf eine Deckelung der Produktion einigen.

Öl: Ölförderung wird nicht gekappt. Quelle: dpa

Nach seiner Prognose für das Gesamtjahr wird der Umsatz nach 70,5 Milliarden Euro im vorigen Jahr wegen des Öl- und Gaspreisverfalls und der Abgabe des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts an den russischen Energieriesen Gazprom um mehr als fünf Prozent zurückgehen. Auch der Gewinn vor Steuern und Zinsen könnte zehn Prozent unter dem Vorjahreswert liegen.

Die Ludwigshafener sind von den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreisen doppelt betroffen. Niedrige Preise belasten neben der Öl- und Gastochter Wintershall auch das Geschäft mit Chemikalien. Vor allem die Margen bei Petrochemikalien stehen in dem Geschäftsfeld deutlich unter Druck. In der Kunststoffsparte muss BASF hingegen die niedrigeren Einkaufspreise an die Kunden weitergeben.

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Die Saudis wollen weg vom Erdöl. Der ehrgeizige Plan wird aber gerade dann scheitern, wenn Öl billig bleibt.

Ein Ölfeld in Saudi-Arabien. Quelle: dpa

Exxon-Vorstandschef  Rex Tillerson hält schon länger mit drastischen Ausgabenkürzungen dagegen. Die Investitionen in Ausrüstungen sowie Explorations- und Förderprojekte sanken um 33 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Auch andere Konzerne senken ihre Ausgaben und frieren Investionen und Forschungsprojekte ein. Berichten zufolge soll die gesamt Ölindustrie bis zu 250.000 Arbeitsplätze abbauen.

Rückläufige Produktion lässt Ölpreis steigen

Dabei haben die Aktien von Chevron und Exxon seit Jahresbeginn kräftig zugelegt, bei Chevron um knapp zwölf Prozent, bei Exxon um rund zehn Prozent. Auch dafür ist der Grund der Ölpreis. Den Rohstoffexperten der Commerzbank zufolge, hat Öl der Nordsee-Sorte Brent mit 48 Dollar für das Barrel (158 Liter) den höchsten Stand seit fast sechs Monaten erklommen. Allein seit April sind die Ölpreise um mehr als ein Fünftel gestiegen. Alle Verluste seit November 2016 sind damit wieder ausgeglichen

Der Hauptgrund für den Ölpreisanstieg in den vergangenen Monaten sehen Experten im sinkenden Angebot. Vor allem die rückläufige Produktionsmenge in den USA, wo sich das aufwendige Fracking wegen der hohen Kosten im Verhältnis zum niedrigen Ölpreis immer weniger lohnt, stützt den Ölpreis. Allerdings bestünden, so die Commerzbank-Experten, nach wie vor ein Überangebot und rekordhohe Lagerbestände.

Dabei hätte das Angebot noch weiter sinken können, wenn es den Opec-Staaten vor knapp zwei Wochen beim Treffen in Doha gelungen wäre, sich auf einen Begrenzung der Fördermengen zu einigen. Einzig der Iran will nach dem Ende der Sanktionen produzieren, was das Zeug hält. Saudi-Arabien ließ die Einigung daraufhin platzen, wollte aber die eigene Ölproduktion auch nicht ausdehnen. Branchenkenner bezweifeln deshalb, dass sich der Ölpreis dauerhaft bei 50 Dollar oder mehr halten kann.

Zumindest die Verbraucher dürfen also darauf hoffen, dass die Preise für Kraftstoffe und Heizöl noch für längere Zeit moderat bleiben.

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