Ölpreis: Saudis könnten Fördermenge verknappen

Ölpreis: Saudis könnten Fördermenge verknappen

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Immer mit der Ruhe. Saudi-Arabiens Öl-Minister Ali al-Naimi könnte die Opec dazu bringen, ihre Fördermenge zu reduzieren.

Sorgt Saudi-Arabien beim Opec-Treffen für eine Überraschung? Wenn es eine Verknappung der Fördermenge durchsetzt, dürfte der Ölpreis wieder steigen.

Am Freitag treffen sich die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien, um über die zukünftige Förderpolitik des Kartells zu beraten. Zwar gehen Marktbeobachter trotz der derzeit relativ niedrigen Ölpreise nicht davon aus, dass die Mitgliedstaaten ihr Förderziel anheben werden. Erst im vergangenen Sommer hatten sich die zwölf Opec-Staaten noch auf eine Ölmenge von 30 Millionen Barrel am Tag (je 159 Liter) verständigt. Seit dem verlor der Ölpreis um rund 40 Prozent.

Anstatt wie in vorangegangenen Jahren mit Förderkürzungen niedrige Preise wieder nach oben zu treiben, hatten sie verhältnismäßig viel Öl in den Markt gepumpt, um Marktanteile vor allem gegen Schieferöl-Produzenten in den USA zu verteidigen. Mit der ökologisch umstrittenen Fracking-Methode hatten US-Produzenten zuletzt neue Förderquellen erschlossen. Die eher niedrigen Ölpreise setzen wiederum eine Reihe von traditionellen Förderländern unter Druck, darunter Venezuela, Iran und Russland.

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Wie viel Öl die Opec in den Markt pumpt

Jetzt sorgt eine Spekulation aber für Fantasie im Ölkurs. Saudi Arabien könnte beim Treffen morgen den Vorschlag unterbreiten, die Fördermenge zu verknappen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg beruft sich auf einen Bericht der Energy Intelligence Group, wonach die Fördermenge um eine Million Barrel je Tag zurückgehen könnte. Diese Änderung dürfte aber nicht vor Beginn des neuen Jahres in Kraft treten.

Mittelfristig würde diese Entscheidung aber Auftrieb für den Ölpreis bedeuten. Davon geht auch die US-Behörde EIA aus. In ihrer Kurzfrist-Prognose erwartet sie für 2016 Preise zwischen 52-54 Dollar je Barrel (siehe Grafik unten).

Wie sich der Ölpreis 2016 entwickeln könnte (Prognose ab November 2015)

In Erwartung der Sitzung am Freitag stiegen Öl-Futures der Sorte Brent am Donnerstag in London bereits um zwei Prozent. Auch Venezuela und Ecuador wollen sich am Freitag für eine Verknappung der Fördermenge einsetzen um die Preise zu stabilisieren.

In den vergangenen Wochen waren die Ölpreise starken Schwankungen unterworfen. Zwei Tage vor der Sitzung in Wien hatten sie noch einmal nachgegeben. Am Mittwoch kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar 44,25 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 26 Cent auf 41,59 Dollar. Im Sommer 2014 kostete das Fass noch rund 100 Dollar. Das Opec-Treffen am Freitag werde voraussichtlich nur geringe Auswirkungen auf die Preise haben, hieß es etwa beim Wiener Energieberatungsunternehmen JBC Energy.

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Die Opec liefert derzeit rund ein Drittel des weltweiten Rohöls. Das Kartell besitzt jedoch drei Viertel der bekannten Reserven. Es wurde 1960 in Bagdad von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet.

Ziel war es, die Ölquellen statt der Ölkonzerne selbst zu kontrollieren und mit Förderabsprachen auch den Ölpreis zu beeinflussen, um sich stabile Gewinne zu sichern.

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