Opec: Kein Öl-Deal in Sicht

Opec: Kein Öl-Deal in Sicht

, aktualisiert 27. September 2016, 18:06 Uhr
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Die Ölförderung seines Landes auf dem aktuellen Niveau einzufrieren, kommt für Bijan Namdar Zanganeh nicht in Frage.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit großen Versprechungen über Stabilität für den Ölmarkt hat die Opec ihr informelles Treffen angekündigt. Doch einmal mehr enttäuscht das Ölkartell. Immerhin ein Hoffnungsschimmer bleibt.

FrankfurtSchon die Generalprobe ist schief gelaufen. Als sich die beiden großen Opec-Rivalen Saudi-Arabien und Iran gemeinsam mit Katar am vergangenen Donnerstag in Wien trafen, verbreiteten sie noch Optimismus. Allein das Treffen sollte zeigen: Wir arbeiten gemeinsam an einer Lösung, für einen stabilen Ölmarkt zu sorgen, die Preise steigen zu lassen.

Doch schnell war klar, dass daraus nichts wird. Vertreter der beiden Staaten reisten mit Vorschlägen und ohne Einigung ab. Stieg der Ölpreis währen des Treffens noch um knapp zwei Prozent, fiel er danach doppelt so tief.

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Das Auf und Ab setzte sich auch zu Beginn dieser Woche fort, als die Mitglieder der Opec-Staaten beim Internationalen Energieforum in Algerien eintrafen. Bei dem Energieforum treffen sich alle zwei Jahre an wechselnden Orten die wichtigsten Öl- und Gasproduzenten der Welt mit ihren Abnehmern.

Am Mittwoch wird das Ölkartell zu einem informellen Treffen zusammenkommen. Vorschläge und Interessebekundungen gibt es zuhauf. Doch von Einigung ist keine Spur. Wie bereits im April und Juni scheiterten Gespräche über eine mögliche Förderdeckelung am Zwist zwischen Saudi-Arabien und Iran.

Zwar geben sich die Saudis versöhnlich. Sie fördern knapp ein Drittel allen Opec-Öls und sind zweifelsohne das bedeutendste Mitglied des Ölkartells. Das Königreich schlug vor, seine Ölförderung auf das Januar-Niveau zu kürzen. Das würde bedeuten von aktuell 10,7 auf 10,2 Millionen Barrel (à 159 Liter) pro Tag. Im Gegenzug solle der Iran seine Produktion auf dem heutigen Niveau einfrieren, bei etwa 3,7 Millionen Barrel. Der Iran lehnte dankend ab.

Ihnen schweben schließlich ganz andere Größenordnungen vor. Nachdem Anfang des Jahres die Sanktionen des Westens wegen des iranischen Atomprogramms weitgehend aufgehoben wurden, möchte das Land wieder auf alte Förderniveaus zurück. Offenbar irritiert von den Vorschlägen der Saudis nannten der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh nun seine konkreten Vorstellungen: Der Iran möchte seine alten Vor-Sanktions-Marktanteil innerhalb der Opec von knapp 13 Prozent zurück. Das wären nach aktuellem Stand bis zu 4,4 Millionen Barrel Öl täglich, 700.000 Fass mehr als heute.


Goldman Sachs senkt Ölpreisprognose

Der Aussicht auf eine Einigung erteilte er eine klare Absage: „Es steht nicht auf unserer Agenda, ein Abkommen in den nächsten beiden Tagen abzuschließen. Wir sind hier, um uns beratend und informell mit der Opec zu treffen. Das ist alles“, sagte Zanganeh.

Bevor sich die Opec-Minister also am Mittwoch zusammentreffen, sind die Gespräche über eine Deckelung bereits zum dritten Mal in diesem Jahr zum Scheitern verurteilt. Auch bei den bisherigen Treffen scheiterte ein Abkommen am Zwist zwischen Iran und Saudi-Arabien. So wird es wohl auch dieses Mal sein. Da hilft auch die Bereitschaft anderer Mitgliedsstaaten wie dem Irak nicht, ihre Förderung zu deckeln.

Dabei machen die Gespräche dieses Mal klar, wie schmerzlich der Ölpreisverfall mittlerweile auch für die großen Ölproduzenten wird. Kostete ein Barrel Öl im Juni 2014 noch mehr als 110 Dollar, war es im Februar 2016 nur noch knapp ein Viertel dessen. Öl stand auf einem Zwölf-Jahres-Tief. Mittlerweile hat sich der Preis zwar wieder auf 46 Dollar erholt. Doch selbst für Saudi-Arabien ist das nicht genug. Laut dem Internationalen Währungsfonds benötigt das Königreich 67 Dollar je Barrel für einen ausgeglichenen Haushalt. Allein seit Beginn 2015 haben die Saudis fast 170 Milliarden Dollar ihrer Währungsreserven aufgezehrt.

Ende November kommt das Ölkartell zum nächsten offiziellen Treffen in Wien zusammen. Bis dahin wird sich die Situation am Ölmarkt kaum verbessert haben. Für die Haushalte wird sie sich verschlimmert haben. Aufgrund der schwächer als erwarteten Nachfrage und des anhaltenden Überangebots senkte die Bank Goldman Sachs ihre Ölpreisprognose für Ende 2016 von 50 auf nur noch 43 Dollar.

Immerhin: Ein wenig Hoffnung bleibt. Dann, im November, sei es zumindest möglich zu einer Vereinbarung zu kommen, sagte Iran Ölminister Zanganeh.

Quelle:  Handelsblatt Online
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