Ottes Orderbuch: Nifty-Fifty sollten im Depot nicht fehlen

kolumneOttes Orderbuch: Nifty-Fifty sollten im Depot nicht fehlen

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Die Nifty-Fifty waren in den 60ern und 70ern sehr erfolgreich. auch heute sind sie krisensichere Anlagen

Kolumne von Max Otte

Wenn die Börse wie Achterbahn fährt wie in der derzeitigen Griechenland-Krise benötigen Anleger Aktien, auf die Verlass ist. Was die Schwergewichte an der New Yorker Börse jetzt attraktiv macht.

Es ist Börsensommer. Meistens passiert in den Sommermonaten an den Börsen nicht viel. Statistisch ist September der Monat mit den höchsten Einbrüchen. Statistik ist jedoch rein vergangenheitsbezogen und kann daher kein Garant für zukünftige Entwicklungen an den Börsen sein. Wer für einen Kursrücksetzer gewappnet sein will, kann durchaus etwas Liquidität zurückhalten. Ob dies dann eintritt, wird man aber erst hinterher wissen. 

Anleger sollten in jedem Fall auch jetzt die Zeit nutzen, die Sicherheit im Depot zu erhöhen. Neben wachstumsstarken Aktien, wie sie beispielsweise die IT-Branche derzeit bietet, sollten vor allem möglichst große und stabile Werte - „krisensichere Tanker“ sozusagen - im Depot nicht fehlen. Noch kann man hier beispielsweise bei den sogenannten Nifty-Fifty fündig werden.

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Zur Person

  • Max Otte

    Max Otte, Jahrgang 1964, ist ein deutsch-amerikanischer Ökonom, der durch sein 2006 erschienenes Buch „Der Crash kommt“, in dem er die Finanzkrise vorhersagte, national wie international große Bekanntheit erlangt hat. Er ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms und war Professor für Unternehmensanalyse und -diagnose an der Universität Graz. Der Vertrag mit der Uni Graz ist inzwischen ausgelaufen ist, die Lehrtätigkeit in Worms ruht. Otte ist Leiter des 2003 von ihm gegründeten Instituts für Vermögensentwicklung (IFVE) sowie unabhängiger Fondsmanager. Zwei Investmentfonds für Privatanleger, die nach der Strategie von Max Otte seit 2008 und 2013 anlegen, basieren auf seinen Anlageentscheidungen. Otte ist Herausgeber des Börsenbriefs "Der Privatinvestor", hat zahlreiche Bücher zu verschiedensten Wirtschafts- und Anlagethemen veröffentlicht und ist gern gesehener Gast auf Vortragsveranstaltungen, in Talkshows und in Expertengremien.

Nifty-Fifty, damit sind die 50 beliebtesten Large-Cap-Aktien an der New York Stock Exchange (NYSE) in den 1960er und 1970er Jahren gemeint.

Im Jahr 1965 begannen in den USA einige besonders stabile, große und auch wachstumsstarke Aktien einen regelrechten Kurshöhenflug, der bis zum Jahr 1972 andauern sollte. Während Mitte bis Ende der sechziger Jahre die Gewinne der meisten Unternehmen in den USA stagnierten, konnten die später als Nifty-Fifty bezeichneten 50 Großen ihre Gewinne weiter steigern. Zudem schütteten die meisten von ihnen noch dazu attraktive Dividenden aus.

Börse Aktien gegen das Griechenland-Drama

Der Schuldenstreit mit Griechenland bewegt die Anleger, die Kurskapriolen machen die Börse schwer prognostizierbar. Doch wichtiger sind Zins, Notenbanken und Konjunktur. Aktien solider Unternehmen bieten noch Chancen.

Hausse mit Scheuklappen durch die Griechenland-Krise Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Nifty-Fifty bleiben krisensicher

Gegen Ende des Booms waren die Kurs-Gewinnverhältnisse (KGVs) der Nifty-Fifty dermaßen hoch, dass diese Bewertung in keinem Verhältnis mehr zur unbestreitbar erstklassigen Unternehmensqualität stand. So hatten AB InBev, IBM und viele andere ein KGV von 35 und mehr. Johnson & Johnson sogar eines von 55! Nach 1972 mussten bei den meisten dieser Titel zehn und mehr Jahre vergehen, bis diese Kurshochs wieder erreicht werden konnten.

Noch immer sind viele der ehemaligen Nifty-Fiftys erstklassig aufgestellte Unternehmen, mit hoher Qualität und starken Wettbewerbsvorteilen. Dies macht sie zu sehr krisenresistenten Dauerinvestments. Auch heute sind viele unter ihnen an der Börse sportlich bewertet. Mit KGVs von 15 (Pharma), 10 bis 15 (große IT-Unternehmen) und 17 bis 22 (Nahrungsmittle / Konsum), sind wir aber dennoch weit von den absurden Überbewertungen in den 1960er und 1970er entfernt.

Weitere Artikel

In einer ernsten Krise könnten auch diese Unternehmen von einem Kursrutsch nach unten betroffen sein. Die hohe Zuversicht, dass diese Unternehmen jede noch so harte Krise überleben werden, lässt mich, angesichts der aktuell hohen geopolitischen Risiken, als Investor jedoch gut schlafen.

Die Unsicherheit auf der Welt nimmt zu. „Normale Unternehmen“, solche also, die keine unüberwindbaren „Burggräben“ – wie Value Investoren Wettbewerbsvorteile gerne nennen - aufweisen können, sind daher heute zunehmend höheren Risiken ausgesetzt.

Auch unter diesen „normalen“ Unternehmen werden es sicher viele schaffen, aber eben nicht alle. Zumindest für weitere zwei bis drei Jahre sollte also Top-Qualität ein wichtiger Depotbestandteil bleiben.

Max Otte ist Herausgeber des Börsenbriefs "Der Privatinvestor" und berät den Max Otte Vermögensbildungsfonds für Privatanleger (WKN A1J3AM)), der nach seiner Strategie und Methode der Königsanalyse investiert.

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