Ottes Orderbuch: Wettbewerbsvorteile für mehr Sicherheit im Depot

kolumneOttes Orderbuch: Wettbewerbsvorteile für mehr Sicherheit im Depot

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Starke Markennamen und Franchiseunternehmen können Anlagen in Krisenzeiten schützen

Kolumne von Max Otte

Patente, starke Markennamen oder Monopole - Wettbewerbsvorteile sorgen dafür, dass Unternehmen ihre gute Position im Markt auch langfristig behaupten können. Wie Anleger davon profitieren können.

Wer die Sicherheit in seinem Aktienportfolio erhöhen möchte, sollte vor allem auf möglichst stabile Langfristinvestments setzen. Damit meine ich Unternehmen, die nicht nur aktuell eine führende Position in ihrer Branche einnehmen, sondern die diese anhand starker Wettbewerbsvorteile auch langfristig, wenn nicht sogar dauerhaft behaupten können. Warren Buffett bezeichnet solche Unternehmen als Franchise-Unternehmen. Ihre Wettbewerbsvorteile schützen das Geschäftsmodell vor Konkurrenten wie ein Burggraben eine Burg vor unerwünschten Eindringlingen.

Unternehmen mit einem solchen „Burggraben“ erwirtschaften in der Regel dauerhaft höhere Renditen als „normale Unternehmen“. So können Franchise-Unternehmen beispielsweise dank ihrer Preissetzungsmacht oder bestehender Kundenpräferenzen höhere Preise durchsetzen, als ihre „normalen“ Mitstreiter. Sie können ihre Produktionskosten weiter senken, da sie aufgrund ihrer Größe und Bedeutung innerhalb der Branche auch eine stärkere Verhandlungsbasis gegenüber Lieferanten und Zulieferern haben. Solche Skaleneffekten sind nicht zu unterschätzen.

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Zur Person

  • Max Otte

    Max Otte, Jahrgang 1964, ist ein deutsch-amerikanischer Ökonom, der durch sein 2006 erschienenes Buch „Der Crash kommt“, in dem er die Finanzkrise vorhersagte, national wie international große Bekanntheit erlangt hat. Er ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms und war Professor für Unternehmensanalyse und -diagnose an der Universität Graz. Der Vertrag mit der Uni Graz ist inzwischen ausgelaufen ist, die Lehrtätigkeit in Worms ruht. Otte ist Leiter des 2003 von ihm gegründeten Instituts für Vermögensentwicklung (IFVE) sowie unabhängiger Fondsmanager. Zwei Investmentfonds für Privatanleger, die nach der Strategie von Max Otte seit 2008 und 2013 anlegen, basieren auf seinen Anlageentscheidungen. Otte ist Herausgeber des Börsenbriefs "Der Privatinvestor", hat zahlreiche Bücher zu verschiedensten Wirtschafts- und Anlagethemen veröffentlicht und ist gern gesehener Gast auf Vortragsveranstaltungen, in Talkshows und in Expertengremien.

Franchise-Unternehmen haben mehr Macht

Der Burggraben kann auch in Form eines natürlichen oder staatlichen Monopols bestehen. Denken Sie an den Betreiber einer Bergbahn in einem beliebten Touristengebiet. Die Bergbahn ist für die meisten Besucher – außer für Profibergsteiger – der einzige Zugang zur Gipfelstation. Der Berg ist wahrscheinlich so geschaffen, dass man nicht an jeder x-beliebigen Stelle eine weitere Station bauen könnte und selbst wenn dies möglich wäre, wäre es mit viel zu hohen Investitionskosten verbunden.

Die meisten heutigen Franchise-Unternehmen verfügen zwar nicht über ein solches natürliches oder ein staatliches Monopol, aber sie haben stattdessen einzigartige Patente oder einen starken und weltweit bekannten Massen-Markenname.

Die größten Franchisesysteme in Deutschland

  • McDonald's

    Der Burger-King-Rivale gilt als Mitbegründer des Franchisesystems in Deutschland. Aktuell werden den Angaben zufolge gut 80 Prozent der 1415 Restaurants in Deutschland von Franchise-Partnern betrieben.

  • Mrs. Sporty

    Die Frauenfitnesskette hat nach eigenen Angaben rund 550 Clubs - und mehr als 420 Franchise-Partner. Die Zentrale unterstützt diese etwa bei der Standortplanung oder dem Werbekonzept.

  • Kamps

    Rund 500 Bäckereien und Backstuben hat das Unternehmen bundesweit. Die Anzahl der Franchise-Partner liegt nach Angaben des Mitglieder-Verzeichnisses des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) bei 340.

  • Apollo-Optik

    Der Optikkonzern betreibt laut DFV-Mitgliederverzeichnis 800 Augenoptik-Geschäfte in Deutschland - davon mehr als 250 mit Franchise-Partnern.

  • Fressnapf

    Die Tiernahrungsgruppe wurde 1990 gegründet, zwei Jahre später starteten die ersten Märkte mit dem Franchisesystem. Die Anzahl der Partner liegt den Angaben zufolge bei rund 270.

  • Engel & Völkers

    Das Dienstleistungsunternehmen ist auch Lizenzgeber für die Vermittlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie Jachten. Dazu zählen mehr als 210 Franchise-Nehmer, die auf den Markennamen und das Netzwerk zugreifen können.

Letztere sind in unserem Konsumalltag relativ einfach aufzuspüren. Denken Sie beispielsweise an Fast-Food. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt Ihnen McDonalds dabei als erstes in den Sinn. Beim Stichwort Cola denken Sie vermutlich zuerst an Coca-Cola oder Pepsi, obwohl es mittlerweile viele andere Anbieter dieser Zuckerbrause gibt. Bei Gesichtscreme werden die Marken Nivea von Beiersdorf oder Bebe von Johnson & Johnson weit vorne sein.

Markennamen schaffen Vertrauen, Loyalität und Kontinuität. Diese Loyalität lassen sich die Unternehmen entsprechend bezahlen. Ein Markenartikel kostet eben mehr als ein ähnlicher oder sogar gleichwertiger Artikel ohne bekannten Namen.

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