Paulson-Hedgefonds zu riskant: Börsenstar John Paulson fällt in Ungnade

Paulson-Hedgefonds zu riskant: Börsenstar John Paulson fällt in Ungnade

von Andreas Toller

Mit Ausbruch der Finanzkrise 2007 erlangte Hedgefonds-Manager John Paulson Weltruhm. Doch mittlerweile ist der Börsenguru entzaubert. Erste Großbanken warnen nun davor, Kundengelder bei ihm anzulegen.

John Paulson hatte die Krise kommen sehen und auf den Zusammenbruch des US-Häusermarktes gewettet. Das machte ihn zum Milliardär und seinen Hedgefonds zu einem der größten der Welt. 2007 verdiente Paulson noch 3,5 Milliarden Dollar, 2010 sogar fünf Milliarden Dollar. In Spitzenzeiten verwaltete Paulson in seinen Fonds 38 Milliarden Dollar.

Aber die glückliche Hand hat den Hedgefondsmanager verlassen, mit seinen Prognosefähigkeiten ging es bergab. 2011 verhob sich Paulson mit Wetten gegen den Euro und Bundesanleihen, seine immensen Investments in börsengehandelte Goldfonds musste er erfolglos runterfahren. 2012 verlief für seinen Fonds glanzlos, Anleger trennten sich scharenweise von Fondsanteilen. 2013 verdiente Paulson mit Aktien wieder ganz gut, 2,3 Milliarden Dollar soll ihm das eingebracht haben. Dann aber war erneut die Luft raus. 2014 verlor sein Flaggschiff-Fonds 19 Prozent an Wert. Im ersten Halbjahr 2015 liegt die Rendite Medienberichten zufolge bei mageren zwei Prozent. Das Volumen der Paulson-Fonds ist mittlerweile auf 19,3 Milliarden Dollar geschrumpft.

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Banken rücken von Paulson ab

Die Erfolgsserie scheint zu Ende zu gehen. Immer mehr institutionelle Investoren gehen nun auf Distanz zum einstigen Börsenguru Paulson. Die Bank of America (BofA) hat deshalb nun ihre Finanzberater angewiesen, alle Kundengelder aus Paulsons Advantage Fonds abzuziehen und dort nicht mehr zu investieren.

Nach der Gewinnserie üben sich die Börsianer heute zunächst in Zurückhaltung. Der Dax kaum verändert. Fresenius leidet unter einer negativen Analyse.

Wegen zahlreicher Wetten auf illiquide Investments sei die Geldanlage bei Paulson zu risikoreich geworden, hieß es zur Begründung in einem Brief des Bank-Managements an die Mitarbeiter. So sei Paulson etwa mit 23 Prozent am Hotelbetreiber Extended Stay America und mit 25 Prozent an der OneWest Bank beteiligt – Klumpenrisiken, die sich ohne massive Verluste kaum auflösen lassen.

Mit der Anweisung an die Mitarbeiter zieht BofA allein bei dem Advantage Fonds von Paulson 81 Millionen Dollar ab, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte. Dieser Fonds verwaltet 2,5 Milliarden Dollar.

Immerhin gestattet die BofA ihren Beratern, den Paulson Merger Arbitrage Fonds den Kunden als Alternative anzubieten. Dessen Wert ist im laufenden Jahr immerhin um 20 Prozent gestiegen. Paulsons Credit-strategy-Fonds mit einem Volumen von 4,3 Milliarden Dollar liegt hingegen mit einem Plus von 0,4 Prozent im laufenden Jahr ebenfalls am Boden, während Wettbewerber üppige Renditen einstreichen.

Das Image des Börsenstars Paulson hat so nachhaltig gelitten. Der Hedgefonds-Investor hat unter anderem darauf gesetzt, dass Puerto Rico seine Schuldenkrise überwinden wird. Das hoch verschuldete US-Territorium konnte aber Anfang des Monats eine fällige Anleihezahlung nicht begleichen, die Ratingagenturen werten das als Staatspleite. Paulson & Co. hat auch auf Griechenland sowie auf Fusionen in der Pharmabranche gewettet. Beides hat sich bislang nicht ausgezahlt, im Gegenteil sind griechische Aktien nach Wiedereröffnung der Börse in Athen nochmal massiv abgestraft worden.

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Inzwischen ist auch die Schweizer Großbank UBS von Paulson abgerückt. Einen Feeder-Fonds, über den Anleger in Paulson’s Hedgefonds investieren konnten und der ein Volumen von 50 Millionen Dollar hatte, wurde komplett geschlossen.

Erst vor wenigen Wochen hat sich der Milliardär Insidern zufolge bei dem Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta eingekauft. Fusionsfantasien mit dem Saatgut-Riesen Monsanto wurden jedoch am Mittwoch von beiden Konzernen dementiert. Hier droht Paulson der nächste Rückschlag.

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