Pfeiffer Vacuum: Buschs niedrige Übernahmeofferte - die beste Chance für Anleger

Pfeiffer Vacuum: Buschs niedrige Übernahmeofferte - die beste Chance für Anleger

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Ungeliebte Übernahmeofferte: besser wird es für Pfeiffer-Vacuum-Aktionäre wohl nicht

von Melanie Bergermann

Ein Konkurrent würde den Pumpenhersteller gerne schlucken. Der Angebotspreis ist niedrig. Dennoch sollten Pfeiffer-Aktionäre jetzt verkaufen.

Ayla Busch hat wenig Fans im hessischen Wetzlar. Als die zierliche Frau mit dem langen blonden Haar auf der Hauptversammlung des Pumpenherstellers Pfeiffer Vacuum erklären will, warum sie ihren Anteil an dem Unternehmen erhöhen möchte, ertönt ein „Buh“ aus den hinteren Reihen. Andere rufen „Aufhören“ in den Saal. Unruhe macht sich breit. Lautes Gemurmel. Zwischenrufe. Der Aufsichtsratschef von Pfeiffer Vacuum bittet erst nach Aufforderung um Ruhe, mit dem Nachsatz: „Dann ist sie auch schneller fertig.“

Ayla Busch führt gemeinsam mit ihren beiden Brüdern den Vakuumpumpenhersteller Busch und hält gut 30 Prozent am Konkurrenten Pfeiffer Vacuum, der es auf rund 1,3 Milliarden Euro Börsenwert bringt. Die Familie hat den anderen Aktionären kürzlich ein Übernahmeangebot unterbreitet.

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Der Vorstand von Pfeiffer lehnt die Offerte ab. Der Aufsichtsrat ebenfalls. Die Aktionäre im Gros bislang auch. Manch einer empfindet die 110 Euro, die die Buschs bieten, zuzüglich der Dividende, als beleidigend. Der Aktienkurs liegt momentan rund 15 Prozent darüber. Das Angebot sei nicht ernst gemeint, sagt einer. Es diene allein dem Zweck, dem Gesetz gerecht zu werden. Dieses verpflichtet Investoren, ein Übernahmeangebot abzugeben, sobald sie über 30 Prozent der Aktien halten. Selbst wenn das stimmt: Die Investoren haben eigentlich keinen Grund zu jammern. Ohne die Käufe der Buschs stünde die Pfeiffer-Aktie kaum so hoch. Die Hoffnung, dass der Kurs weiter steigt, ist gering. Womöglich ist der Zeitpunkt zum Aussteigen gekommen.

Pfeiffer und Busch gehören zu jenen Mittelständlern, für die Deutschland so berühmt ist. Ihre Vakuumpumpen sind weltweit bekannt. Sie kommen teilweise 100-fach bei Maschinenbauern zum Einsatz, die etwa für Labore oder die Lebensmittelindustrie produzieren. Die Eltern von Ayla Busch hatten ihr Unternehmen 1963 gegründet. Pfeiffer war der erste deutsche Mittelständler, der 1996 in New York an die Börse ging. Erst zwei Jahre später startete die Notierung in Deutschland, am Neuen Markt. Heute zählt die Aktie zum Technologieindex TecDax.

Nach diversen Zusammenschlüssen in der Branche wollten die Buschs verhindern, dass Pfeiffer auch weggekauft wird. Sonderlich nett sind sie nicht vorgegangen. Aktionäre müssen jeweils öffentlich machen, sobald sie mehr als drei, fünf oder zehn Prozent an einem Unternehmen halten. Die erste Meldung von Busch kam bei 15 Prozent. Die Aktien seien der Familie in kurzer Zeit zum Kauf angeboten worden, sagt eine Sprecherin. Ein merkwürdiger Umstand, den sich die Börsenaufsicht BaFin derzeit anschaut, wie sie der WirtschaftsWoche mitteilte. Dabei gehe es nicht nur um die Meldung der Aktienkäufe, sondern auch um die Frage einer möglichen Marktmanipulation. Denn die Buschs erklärten im September 2015, Pfeiffer sei nur ein Finanzinvestment.

Pfeiffer Vacuum Busch schafft 30-Prozent-Hürde

Der Vakuumpumpenhersteller Busch hat im Übernahmepoker um den Wettbewerber Pfeiffer Vacuum nach Ablauf der Annahmefrist die 30-Prozent-Hürde nur knapp übersprungen.

Pfeiffer Vacuum: Busch schafft 30-Prozent-Hürde Quelle: dpa

Mehr als 30 Prozent strebten sie nicht an. Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsrats wollten sie auch nicht nehmen.

Pfeiffer-Chef Manfred Bender staunte nicht schlecht, als ein paar Wochen später sein kaum noch genutztes Faxgerät surrte. Er musste lesen, dass die Buschs ihre Meinung geändert hatten. Ihr Interesse war nun nicht mehr finanzieller, sondern strategischer Natur. Über 30 Prozent zu gehen schlossen sie auch nicht mehr aus. Auf den Aufsichtsrat wollten sie jetzt doch Einfluss nehmen. Vertrauen schafft man so nicht.

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