Pimco-Chef Bill Gross: Großinvestor setzt auf Euro-Krisen-Anleihen

Pimco-Chef Bill Gross: Großinvestor setzt auf Euro-Krisen-Anleihen

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Bill Gross, Fondsverwalter und Co-Chef bei Pimco (Pacific Investment Management Co.), der größten Fondsgesellschaft der Welt

Der Verwalter des weltweit größten Anleihefonds, Bill Gross, rät zum Kauf spanischer und italienischer Staatsanleihen. Es ist eine Wette auf die Inflation und die Zahlungsbereitschaft der Europäer.

Der Anleihefonds, den Bill Gross für die Investmentgesellschaft Pimco (Pacific Investment Management Co.) – eine Tochter des Versicherungsriesen Allianz – verwaltet, hat ein Volumen von gewaltigen 278 Milliarden Dollar. Wenn Bill Gross also öffentlich verkündet, worauf Anleger setzen sollen oder welche Anlagen er gerade für seinen Fonds bevorzugt, kann das dank Herdentrieb durchaus die Märkte bewegen.

Am Wochenende war es wieder soweit: Gross empfahl via Twitter den Kauf spanischer und italienischer Staatsanleihen sowie inflationsgeschützte US-Anleihen.

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Gross rechnet offenbar damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) demnächst mit dem angekündigten Aufkauf von Staatsanleihen der Euro-Krisenländer beginnt. Das würde die Kurse hoch treiben und im Gegenzug die Renditen sinken lassen. Offiziell sprach die EZB von unbegrenzten Aufkäufen, um damit die Schuldenlast der Krisenländer zu lindern. Zu den von ihm bevorzugten Laufzeiten für Anleihen Spaniens und Italiens machte Fondsverwalter Gross allerdings bislang keine genaueren Angaben. Allerdings erscheint es naheliegend, dass er eher auf kurze Laufzeiten setzt, da mit längeren Laufzeiten auch das Risiko dieser Anlagen höher bewertet wird.

Dass die EZB tatsächlich schon bald mit dem Aufkauf beginnt, ist allerdings nicht absehbar. Denn damit die Zentralbanker den Geldhahn erneut aufdrehen, müssen die Krisenländer zunächst einen Antrag beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) stellen, der heute offiziell startet. Gerade aber Spanien wehrt sich noch vehement gegen ein Schlüpfen unter diesen Rettungsschirm, weil es verordnete Sparprogramme und die Einmischung der Troika (EZB, Internationaler Währungsfonds und EU-Kommission) in die eigene Wirtschaftspolitik fürchtet.

Staatsanleihen Kaufen, was niemand haben will

Wer gegen die Herde lief, hat dieses Jahr wieder die höchsten Gewinne gemacht – mit Anleihen. Staatspapiere der Euro-Zone brachten am meisten. Nach dieser Logik sind jetzt Spanien-Anleihen an der Reihe.

Eine Euro-Münze Quelle: dpa

Es ist also nicht unbedingt davon auszugehen, dass es schon innerhalb der nächsten Wochen zu so einem Schritt kommt. Bill Gross geht indes kein allzu hohes Risiko ein. Der Fonds hat nach eigenen Angaben gerade mal sieben Prozent seiner Gelder außerhalb der USA investiert. Vielleicht hofft Gross durch seine Kaufempfehlung in aller Öffentlichkeit auch auf viele Nachahmer, die mit ihren Käufen von Krisenländeranleihen die Kurse schon vor einem möglichen Eingriff der EZB in die Höhe treiben.

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Mit einer Wette auf eine Intervention der Zentralbank war Gross schon mal erfolgreich. Bevor die US-Notenbank Federal Reserve beschloss, Hypothekenanleihen aufzukaufen, hatte er bereits auf diese Papiere gesetzt.

Um die Risiken der US-Wirtschaft für seinen Fonds abzufedern, setzt der Pimco-Manager zudem auf inflationsgeschützte Anleihen. Ein Indiz dafür, dass er nach Jahren der massiven Geldexpansion mit einem Anziehen der Inflationsrate in den USA rechnet. Eine hohe Inflation schadet der Rendite – insbesondere bei Anleihen mit langer Laufzeit. Das Engagement in nicht inflationsgeschützte US-Anleihen mit langen Laufzeiten hat Gross dementsprechend deutlich zurückgefahren.

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