Politische Börsen: Wie sich Anleger vor schwankenden Kursen schützen

Politische Börsen: Wie sich Anleger vor schwankenden Kursen schützen

von Saskia Littmann

Krim-Krise, Sorgen vor einer platzenden Kreditblase in China, der starke Euro – die Börsen sind zurzeit stark politisch getrieben. Wo die mittelfristigen Treiber sind und wie Anleger mit den schwankenden Kursen umgehen.

Spätestens am letzten Freitag wurde die Börsenpanik groß. Der deutsche Leitindex Dax sackte zeitweilig unter die 9000-Punkte-Marke. Eigentlich eine Kursbewegung wie jede andere auch, allerdings neigen derart runde Werte an der Börse und in den Medien leider dazu, Torschlusspanik auszulösen. Während die Pessimisten noch vom nächsten großen Crash sprachen, ging am Montag bereits wieder die Sonne auf und auch der Börsenchart auf der Anzeigetafel der Frankfurter Börse machte sich wieder auf gen Himmel. Mittlerweile rangiert der Index wieder jenseits der 9200 Zähler.
Aber obwohl sich die Stimmung am Parkett gegenüber der letzten Woche wieder aufgehellt hat, ist das Grundproblem geblieben. Denn Anleger haben an langfristiger Orientierung verloren. Während es in den letzten Monaten von einer Hausse zur anderen ging, herrscht mittlerweile Uneinigkeit. Die Börsen sind sehr stark politisch getrieben, nicht nur die Krim-Krise spielt dabei eine Rolle. Zwar besagt eine Börsenweisheit eigentlich, politische Börsen hätten kurze Beine. Allerdings fragen sich viele Anleger mittlerweile, ob die Beine nicht doch länger sind – also wie lange die starken Kursschwankungen noch anhalten. Und wie sie sich dagegen absichern können.

Optimisten vs. Pessimisten
Da ist zum einen das Lager der Optimisten, in deren Augen die jüngsten Schwankungen lediglich eine kurze Kurskorrektur waren. So erklärte beispielsweise Deka Investment-Chefanleger Frank Hagenstein kürzlich im Interview mit WirtschaftsWoche Online, er sehe durchaus noch Potenzial für steigende Kurse.

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Deka-Chefanlagestratege "Gute Möglichkeiten in Schwellenländern"

Frank Hagenstein, Chef-Anlagestratege von Deka Investments, erklärt, warum die Krise in der Ukraine keine langfristigen Folge für die Märkte haben wird und warum es an den Börsen noch Potenzial für steigende Kurse gibt.

Dax-Anzeige in Frankfurt Quelle: dpa/Montage

Bei vielen Marktbeobachtern überwiegen allerdings die Sorgenfalten. Und die sind nicht unbegründet. Denn nicht nur die politische Krise zwischen Russland und der Ukraine bereitet Börsianern Sorgen. Darunter leiden vor allem Unternehmen in den angrenzenden Ländern, die enge Geschäftsbeziehungen mit russischen oder ukrainischen Unternehmen haben. Daher ist beispielsweise der geografisch nähere Dax stärker betroffen als die New Yorker Börse.


Checken Sie den China-Faktor
Längerfristig sorgen allerdings weitere Faktoren für Unsicherheit. Da ist zum einen die Lage in China. Zunehmend skeptisch beobachtet der Westen das Treiben bei Asiens Wachstumslokomotive. Zuletzt verlor die Industrie zunehmend an Dynamik. Die Industrieproduktion wuchs im Januar und Februar mit jeweils 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr merklich langsamer als noch im Dezember, als der Zuwachs noch bei knapp zehn Prozent lag.
Doch es sind längst nicht nur kurzfristige Konjunkturdaten, die den Analysten Sorgen bereiten. China ist hochverschuldet, Wachstum wurde auf Pump finanziert. Immer mehr Schuldner haben mittlerweile Probleme, ihre Kredite zu tilgen – die Blase droht zu platzen. Gleiches gilt für den Immobilienmarkt. Hier herrscht ein enormes Überangebot, die Preise sind zuletzt deutlich gesunken.

Noch kann zwar von einem Crash keine Rede sein, die Folgen für die weltweiten Börsen wären allerdings fatal. Anleger sollten ihr Depot daher genau auf den China-Faktor untersuchen. Welche Aktien wären vom Platzen der chinesischen Spekulationsblase besonders betroffen. Auch deutsche Konzerne sind gefährdet. Insbesondere das Geschäft der Autobauer wie VW oder Daimler ist auf die Absatzmärkte in Fernost angewiesen. Wem der China-Faktor in seinem Depot zu groß erscheint, der sollte über Umschichtungen oder Gewinnmitnahmen nachdenken.

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