Portugal: EU genehmigt 4,9 Milliarden Euro für Espírito Santo

Portugal: EU genehmigt 4,9 Milliarden Euro für Espírito Santo

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Portugals Banco Espírito Santo muss gerettet werden.

Die kriselnde Großbank Espírito Santo wird mit einer Bad Bank und 4,9 Milliarden Euro gerettet. Die Gründer der Bank galten einst als die "Rockefellers" Portugals. Der Fall zeigt, wie zerbrechlich die Lage ist.

Die EU-Kommission hat den Rettungsplan für Portugals Krisenbank BES (Banco Espírito Santo) genehmigt. Die staatliche Hilfe und die Gründung einer „Bad Bank“ für faule Kredite entsprächen den europäischen Regeln, teilte die Behörde am Montag nach einer Prüfung des Falls in Brüssel mit. Es sei gewährleistet, dass der Wettbewerb in Europa so wenig wie möglich verzerrt werde.

Sparer und andere Kunden würden geschützt. Der Schritt stelle das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsektors wieder her und gewährleiste, dass das Geschäft weitergehen könne. Die pleitebedrohte BES bekommt eine Finanzspritze von 4,9 Milliarden Euro und kann ihre faulen Geschäfte auslagern.

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Die Rettungsaktion ist ein Rückschlag für Portugal. Das Land hatte erst kürzlich das internationale Hilfsprogramm verlassen und noch Kapital in Höhe von rund sechs Milliarden Euro übrig.

Portugal

  • Wirtschaftswachstum

    2013: -1,6 Prozent

    2014: 0,3 Prozent

  • Inflation

    2013: 0,2 Prozent

    2014: 0,3 Prozent

  • Arbeitslosenquote

    2013: 16,7 Prozent

    2014: 16,7 Prozent

  • Quelle der Daten

    IHS Global Insight

Die 1869 gegründete BES gehörte zum Firmengeflecht des Banker-Clans Espírito Santo („Heiliger Geist“). Die Angehörigen des einflussreichen Gründerclans galten als die „Rockefellers“ Portugals. Ihr Unternehmenskonglomerat ist unter anderem in den Bereichen Finanzen, Versicherungen, Tourismus und Landwirtschaft tätig. Bis vor wenigen Monaten galt die Banco Espírito Santo mit einer Bilanzsumme von 93,3 Milliarden Euro (2013) und rund 10.200 Mitarbeitern noch als solide. Für das erste Halbjahr 2014 gab BES allerdings einen Rekordverlust von 3,57 Milliarden Euro bekannt. Der Hauptaktionär - die Espírito Santo Financial Group (ESFG), die 20 Prozent des Kapitals hielt - meldete Insolvenz an.

Auf Druck der portugiesischen Zentralbank wurde der Ökonom Vítor Bento zum Nachfolger von Bankpräsident Ricardo Espírito Santo Salgado ernannt. Der 70-Jährige hatte 22 Jahre an der BES-Spitze gestanden und war nach seiner Ablösung wegen des Verdachts der Geldwäsche festgenommen worden.

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Die milliardenschwere Rettungsaktion hat Anleger am Montag zum Kauf portugiesischer Anleihen ermuntert. Der Markt sei offenbar erleichtert, dass Portugal entschlossen gehandelt habe, sagte Christian Lenk, Anlagestratege der DZ Bank. Der Kurs der richtungsweisenden zehnjährigen Bonds stieg um 0,5 Prozent auf 115,87 Punkte. Im Gegenzug ging die Rendite auf 3,574 von 3,717 Prozent zurück.

Die Gefahr einer Ausweitung der BES-Krise sehe er nicht, betonte Lenk. Da die portugiesische Regierung über starke Finanzpolster verfüge und sich zudem problemlos Geld am Finanzmarkt leihen könne, rechne er auch nicht mit Gefahren für die öffentlichen Haushalte. Der Leitindex der Lissaboner Börse, der in der vergangenen Woche wegen der Turbulenzen um die Banco Espirito Santo um zehn Prozent eingebrochen war, legte am Montag 0,6 Prozent zu. BES-Aktien blieben vom Handel ausgesetzt. Im Fahrwasser der portugiesischen Anleihen erholten sich auch die Papiere Spaniens, Italiens und Griechenlands.

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