Privatanleger: Sehnsucht nach der Volksaktie

KommentarPrivatanleger: Sehnsucht nach der Volksaktie

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Auf der Suche nach der "Volksaktie".

von Mark Fehr

Trotz einiger Schwergewichte, die den Sprung aufs Parkett schafften, war das Börsenjahr mau. Anleger werden mit Kleinvieh und Bilanzresten abgespeist. Was Privatanleger wirklich brauchen, ist von ganz anderer Qualität.

Die Deutschen gelten als ein Volk von Aktienmuffeln. Da ist etwas dran. Laut dem Spar- und Anlageindex der Internetbank Comdirect sind Stand August 2016 16 Prozent der Deutschen in Aktien investiert. Immerhin. Allerdings ging die Quote im September auf elf Prozent zurück. Und laut Bundesbank greifen Privatleute bei der Geldanlage mittelfristig zwar immer mehr auf Aktien, Fonds und Unternehmensanteile zurück. Mittelfristig sollte die Aktienquote in den deutschen Privatportfolios weiter steigen, schließlich lässt sich mit üblichen Anlageformen wie Tagesgeld, Sparbuch, Lebensversicherung & Co. derzeit kaum noch Rendite erzielen. Doch im dritten Quartal ließ die Bedeutung von Aktien bei der Vermögensanlage wieder etwas nach.

Das zögerliche Zugreifen an der Börse ist nicht nur der vielleicht typisch deutschen Vorsicht geschuldet. Grund für die Zurückhaltung vieler Anleger am Aktienmarkt ist auch das mangelnde Angebot an Neuemissionen, die sich an breite Anlegerschichten wenden. Und viele Traditionsunternehmen im Dax, wie Banken, Energieerzeuger oder die Autoindustrie machen gerade schlechte Zeiten durch.

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In solchen Zeiten steigt die Sehnsucht nach einer Volksaktie, also einem Börsenunternehmen, dessen Aktien sich für Kleinanleger eignen. Dazu gehört eine kleinteilige Stückelung der Anteile bei einem gleichzeitig großen Emissionsvolumen. Zudem müssen die Vertriebskanäle eine transaktionskostenarme Investition zulassen – sprich Provisionen dürften nur eingeschränkt verlangt werden. Genauso wichtig: Das Unternehmen sollte ein stabiles, konjunkturresistentes Geschäftsmodell haben, sich also um die Befriedigung eines Grundbedürfnisses kümmern.

Ein Blick auf die Märkte zeigt, dass Mangelware an Werten herrscht, die alle diese Kriterien erfüllen. Was war in diesem Jahr an der Börse los? Man hatte das Gefühl, dass Anleger mit Bilanzresten und Nischenanbietern abgespeist werden.

Beispiel Va-Q-tec, dessen Name so sperrig ist wie das Geschäftsmodell. Das Unternehmen baut vakuumisolierte Behälter etwa für den Transport temperaturempfindlicher Medikamente oder energiesparende Dichtungen von Gebäuden und Kühlschränken. Typisch deutsch, ein klassischer Technikpionier, spezialisiert bis in die Haarspitzen, aber in vielen Branchen nachgefragt. Der Würzburger Mittelständler hat zwar den Sprung an die Börse geschafft. Ein Achtungserfolg. Obwohl Va-Q-tec mit seiner bisher mauen Profitabilität als Anlageobjekt in die Kategorie "kann man machen, muss man aber nicht" fällt, haben einige Anleger ihr Geld in den Nischenwert gesteckt. Warum? Weil sich ihnen an der heimischen Börse so wenige Alternativen bieten.

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