Privatvermögen: Wenn’s ums Geld geht – Männersache

Privatvermögen: Wenn’s ums Geld geht – Männersache

, aktualisiert 01. November 2011, 16:36 Uhr
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An einem Geldautomaten hebt ein junger Mann Geld ab.

von Christian SchnellQuelle:Handelsblatt Online

Die Verwaltung des privaten Vermögens der Familie ist immer noch vor allem eine Bastion der Männer. Das zeigt eine aktuelle Studie.

FrankfurtEs waren die 70er-Jahre, in denen die Frauenbewegung und die Emanzipation der Frauen das Land bewegten. Und es ist die Frauenquote, die heute in den Chefetagen und in der Politik das alte Rollenmuster aufzuweichen versucht. Doch es gibt eine Bastion, in der die Männer wie ehedem dominieren und das alte Rollenbild behaupten, und zwar wenn es ums Geld geht.

Das zeigt eine Umfrage der Berliner Info GmbH, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Über 1000 Deutsche wurden streng getrennt nach Altersklassen, Ost und West, nach politischen Präferenzen und eben nach Geschlecht in der schwierigen Börsenphase im August und September befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: „Wenn es bei den Deutschen ums Geld geht, dann haben im Vergleich die Männer von allem mehr als die Frauen: mehr EC-Karten, Aktienfonds, Kreditkarten und Aktien“, sagt Holger Liljeberg, Geschäftsführer der Info GmbH: „Es ist also so, als würden in der Hauptsache die Männer das Geld verwalten.“

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>>Besonders beim Thema Aktie ist der Unterschied groß. 18 Prozent der befragten Männer haben sie im Depot, bei Frauen ist der Anteil nur halb so hoch. Bei Aktienfonds liegt der Männeranteil ebenfalls deutlich über dem der Frauen. Gleichauf liegen sie zumindest im Verhalten in solch turbulenten Börsenphasen wie im August und September: 95 Prozent haben nicht verkauft. Nur die kleine Minderheit von fünf Prozent hat sich von der allgemeinen Hektik anstecken lassen und sich von seinen Papieren getrennt. Knapp die Hälfte mit Verlust, 38 Prozent mit Gewinn. 15 Prozent kamen zumindest so heraus, wie sie eingestiegen waren.

>>Auch beim Thema Kreditkarte gibt es eindeutige Unterschiede zwischen Mann und Frau. Während die Männer keinen großen Unterschied bei der Glaubensfrage „Visa oder Mastercard“ machen, so haben die Frauen eindeutige Präferenzen in Richtung Visa-Card. Mehr als doppelt so viele Frauen nutzen sie im Vergleich zur Mastercard. Zumindest in einem sind sich beide Geschlechter dann aber doch wieder einig, nämlich in ihrer Abneigung gegen American Express. Nur ein Prozent der Befragten hat diese Karte im Portemonnaie.

>>Es sind aber nicht nur die Unterschiede zwischen Mann und Frau zum Thema Geld, es sind auch die Unterschiede zwischen Ost und West. Die sollte es ja, geht es nach der Politik, im Jahr 22 der deutschen Einheit längst nicht mehr geben. Bei Geldangelegenheiten sind sie aber nach wie vor spürbar. Das geht schon bei der klassischsten aller Sparformen los. „In den neuen Bundesländern hat das Sparbuch offenbar mit der Währungsunion nach der Wende einen deutlichen Knick erfahren, nur noch 48 Prozent legen hier ihr Geld an“, sagt Meinungsforscher Liljeberg. Im Westen sind es noch 63 Prozent. Aber auch bei Tages- und Festgeldern gibt es ein Ost-West-Gefälle. 41 Prozent parken dort im Westen ihr Geld, im Osten nur 28 Prozent.

>>Wie groß die Summe ist, die die Deutschen in Ost und West jeden Monat sparen, das hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa gerade erst im Auftrag der Bank of Scotland untersucht. Mehr als die Hälfte der 1671 Befragten spart regelmäßig. Bei den meisten sind es 50 bis 100 Euro im Monat, ein Drittel schafft immerhin gar 200 Euro oder mehr. „Die Deutschen werden ihrem Ruf als fleißige Sparer gerecht“, kommentiert Bertil Bos von der Bank of Scotland das Ergebnis.

>>Doch nicht nur bei Sparbuch und Tagesgeld, auch bei Aktien ist im Osten die Aversion noch immer groß. Prozentual nur fast halb so groß ist die Zahl der Aktionäre dort, zeigt die Untersuchung der Info GmbH. Dafür ist der Osten EC-Karten, Visa-Karten und – erstaunlicherweise – Immobilienfonds zugeneigter als der Westen.

>>Große Unterschiede ergeben sich auch, wenn man Anleger nach ihrer Präferenz für eine bestimmte Partei einteilt. Sowohl bei den traditionellen Sparformen wie Sparbuch und Festgeld als auch bei Aktien und Immobilienfonds liegen die Anhänger der FDP weit vorne. Ob es am Klischee der „Partei der Besserverdiener“ liegt, dass man hier besonders intensiv das komplette Spektrum des Sparens nutzt, können selbst Experten nicht sagen. Gerade bei den Immobilienfonds hängen die FDP-Anhänger aber alle anderen Parteien dermaßen ab, dass der Eindruck zumindest nicht von der Hand zu weisen ist.

>>Wesentlich weniger kapitalismuskritisch als man vermuten könnte sind übrigens auch die Anhänger der Linken, wenn es um Finanzprodukte geht. 83 Prozent von ihnen haben eine EC-Karte, womit sie deutlich vor den Mitgliedern anderen Parteien liegen. Das Sparbuch vernachlässigen sie im Vergleich zu anderen, dafür sind im Verhältnis dazu große Fans von Aktien- und Immobilienfonds. Mehr als die Anhänger von CDU/CSU und SPD zusammen investieren sie in Immo-Fonds.

Quelle:  Handelsblatt Online
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