Profis setzen auf US-Aktien: Starke Wall Street, wackeliges Europa

Profis setzen auf US-Aktien: Starke Wall Street, wackeliges Europa

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Es gibt eine Reihe von guten Gründen, warum sich Investoren zunehmend von Europa ab- und den USA zuwenden.

von Anton Riedl und Andreas Toller

Profi-Investoren konzentrieren sich zunehmend auf die US-Börsen. Warum amerikanische Aktien derzeit besser laufen als europäische – und wieso das in den nächsten Monaten auch so bleibt.

Wer wissen will, welche Börsen derzeit angesagt sind, muss auf Hedgefonds schauen. Aus mehreren Gründen. Sie sind in der Regel finanzstark und kaum auf bestimmte Anlageklassen oder Maximalrisiken beschränkt. Daher können sie frei agieren. Zudem wetten Hedgefonds nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse – womit sich manchmal deutlich schneller Geld verdienen lässt. Sie haben nur ein Ziel: Rendite machen. Egal wo, egal wann, egal wie. Mit anderen Worten: Hedgefonds sind ein guter Indikator für Anlagetrends.

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Derzeit lautet eines ihrer Signale: Raus aus Euro-Land. Denn zunehmend rechnen die Börsenprofis mit einem fallenden Eurokurs. Deutlich wird das auf dem Derivate-Markt. Dort laufen die Wetten auf steigende wie fallende Kurse zusammen. Und dort zeigt sich, dass die Anleger mehr Geld auf einen fallenden als auf einen steigenden Euro setzen.

Seit dem Höchststand bei 1,38 Dollar im Mai 2014 ging der Wechselkurs zum US-Dollar steil nach unten. Noch hält sich der Euro mit einem 1,31 Dollar einigermaßen, doch der Druck steigt. An der Derivatebörse CFTC überwiegen nun die Euro-Pessimisten. Der Überschuss der Investments zugunsten eines fallenden Euro – die sogenannten Netto-Short-Positionen - hat mit 25 Milliarden Dollar den Stand von vor zwei Jahren erreicht - einem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise.

Wer auf einen fallenden Euro setzt, sieht den Euro-Wirtschaftsraum vor weit größeren Herausforderungen als andere Währungsräume. Wenn die Wirtschaft lahmt und die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen schwindet, müssen Unternehmen ihre Preise senken, um sich am Markt zu behaupten. Daher fällt der Wert des Euro. Unterm Strich sind daher offenbar immer mehr Investoren der Überzeugung, dass die Euro-Zone abwirtschaftet – zumindest im Verhältnis zu besser laufenden Volkswirtschaften.

Europas Schwäche ist zugleich die Stärke der Wirtschaft in den USA. Dort entwickeln sich Konjunktur und Geldpolitik inzwischen in eine andere Richtung als im Europa der zwei Geschwindigkeiten. Die Prognosen zur US-Wirtschaft stimmen Anleger weit optimistischer.

Europa kämpft derzeit gegen Konjunkturdellen, extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit und völlig überschuldete Staatshaushalte. Außerdem ist es von den Krisenherden in Osteuropa und dem Nahen Osten wirtschaftlich stärker betroffen als die USA.

Investoren wenden sich zunehmend von Europa ab - und den USA zu. Dafür gibt es gute Gründe. Hier die fünf wichtigsten:

1. Amerika gilt als sicherer Hafen

Die Krise in der Ukraine macht Anlegern die besondere Lage Deutschlands bewusst: Als Land, durch dessen Mitte die ehemalige Grenze der geteilten Welt läuft. Diese Lage war ein großer Vorteil, als in den Neunzigerjahren mit dem politischen Tauwetter und dem weltweiten Siegeszug des westlichen Wirtschaftssystems die Expansion in die osteuropäischen und russischen Märkte einsetzte.

Schwellenländer waren für deutsche Unternehmen zuallererst die Nachbarn im Osten und Südosten – und natürlich Russland. Für Unternehmen wie Adidas, Metro oder Stada war das nicht nur Schwellenländer-Fantasie, sondern Kern ihrer Wachstumsstrategie.

Wäre die Ukraine-Krise nur eine begrenzte politische Auseinandersetzung, träfe der alte Spruch von den politischen Börsen mit den kurzen Beinen durchaus zu. Doch die Ukraine-Krise ist weit mehr als ein Scharmützel. Die aktuelle Eskalation deutet darauf hin, dass sie eine neue, kalte Epoche im Verhältnis der Großmächte einleiten könnte. Und je mehr Deutschland Stellung nehmen muss gegen Russland, desto größer ist der wirtschaftliche Nachteil: wegen der Energielieferungen, dem Wegbrechen vielversprechender Märkte und den finanziellen Kosten, die auf Deutschland und Europa zukommen.

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